Leipzig: Zwei Verdächtige identifiziert – diese Spur führt nach Russland

KI-Stimme. InfoNach dem gescheiterten Drohnenanschlag am Leipziger Flughafen hielten sich die deutschen Behörden mit Verdächtigungen zunächst zurück. Doch inzwischen ist laut Innenminister Alexander Dobrindt kl...

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Leipzig: Zwei Verdächtige identifiziert – diese Spur führt nach Russland

KI-Stimme. Info

Nach dem gescheiterten Drohnenanschlag am Leipziger Flughafen hielten sich die deutschen Behörden mit Verdächtigungen zunächst zurück. Doch inzwischen ist laut Innenminister Alexander Dobrindt klar: Russland steckt hinter dem hybriden Angriff. Am Dienstag sagte er vor Journalisten, die Erkenntnisse der Ermittlungen wiesen „auf beteiligte Personen hin, die im Auftrag russischer staatlicher Stellen gehandelt haben“. Russland habe bei der Durchführung auf sogenannte „Low-Level-Agenten“ gesetzt.

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Tatsächlich haben die Ermittler offenbar zwei Tatverdächtige identifiziert. Dabei soll es sich nach Informationen von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ um einen Mann aus Belarus mit russischem Pass und einen gebürtigen Russen mit lettischem Pass handeln. Am Dienstagabend meldete auch die „Zeit“, dass der Generalbundesanwalt gegen zwei konkrete Verdächtige ermittelt. Bei den beiden Tatverdächtigen handelt es sich nach Informationen von WDR, NDR und SZ um den Logistiker und den Instrukteur des geplanten Anschlags. Der gebürtige Russe soll Verbindungen zum russischen Geheimdienst haben.

Der Mann soll über den Berliner Flughafen nach Deutschland eingereist und anschließend mit einem gemieteten Wagen Richtung Leipzig gefahren sein. Zwei Tage vor dem Anschlagsversuch verließ er das Land wieder über den Flughafen BER. Er könnte die Tat also vorbereitet haben. Dazu passt, dass die Ermittler nach Informationen der „Zeit“ davon ausgehen, dass die Vorbereitungen professionell durchgeführt wurden. Das lasse sich anhand der Drohnenkonfiguration und der verwendeten Technik ableiten. Für die tatsächliche Durchführung des Anschlagsversuchs soll dann aber nach bisherigem Ermittlungsstand ein anderer Mann verantwortlich gewesen sein.

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Drohnenangriff in Leipzig: DNA-Spuren führten zu Verdächtigem

Von dem zweiten Tatverdächtigen aus Belarus sollen mehrere DNA-Spuren am Tatort, unter anderem an Drohnenteilen, gefunden worden sein. Er soll bereits in Litauen und Finnland polizeibekannt gewesen sein. Der Verdächtige besitzt zwar einen russischen Pass, er soll aber laut NDR, WDR und SZ mit einem italienischen Touristenvisum eingereist sein. Das Visum soll nach Ermittlungserkenntnissen Ende April an einer italienischen Auslandsvertretung in der belarussischen Hauptstadt Minsk ausgestellt worden sein.

Der italienische Außenminister Antonio Tajani sagte am Rande eines EU-Treffens in Irland, es werde nun alle notwendigen Untersuchungen geben. Grundsätzlich gelte, dass es ein Verfahren für die Erteilung von Visa gebe und dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssten. Wenn die betreffenden Personen diese Voraussetzungen erfüllten und zu ihnen keine Warnmeldung vorliege, werde das Visum erteilt.

Bei dem EU-Außenministertreffen in Irland sorgten die Berichte für neue Diskussionen über eine mögliche Verschärfung von Visa-Regeln. Wenn es stimmen sollte, dass einer der Verdächtigen mit einem italienischen Touristenvisum in die EU gereist sei, dann zeige dies sehr deutlich, dass der EU mit Hilfe von Visa Schaden zugefügt werden könne, sagte EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas.

Der Kreml weist weiterhin jegliche Verantwortung für den Anschlagsversuch von sich. Russlands Präsident Wladimir Putin bezeichnete die deutschen Strafmaßnahmen in der Folge des hybriden Angriffs als „schweren Fehler“. Er sprach von Beweisfälschung. Das Außenministerium in Moskau kündigte Gegenmaßnahmen an. 

Semtex und Wegwerfagent: Tatmuster passt zu Russland

Neben den Verbindungen der beiden Tatverdächtigen nach Russland sprechen noch weitere Indizien für eine russische Verantwortung, etwa der Einsatz eines „Low-Level-Agenten“ an sich. Laut Bundesanwaltschaft setzt Russland hierzulande mutmaßlich immer wieder solche für relativ wenig Geld angeheuerte Hilfsagenten ein, um Sabotage zu betreiben oder sogar Angriffe vorzubereiten. Ziel scheine oft zu sein, die deutsche Unterstützung für die Ukraine zu untergraben, erklärte Generalbundesanwalt Jens Rommel bereits im Juni. 

Auch der verwendete Sprengstoff Semtex wies die Ermittler früh auf eine mögliche professionelle, staatliche Beteiligung hin. Semtex ist ein industriell hergestellter Sprengstoff für zivile und militärische Zwecke. Er wurde auch in vergangenen Jahrzehnten bei Anschlägen verwendet, insbesondere während des Kalten Krieges.