Doppelmoral bei Politikern: So schamlos verraten Leute wie Donald Trump ihre eigenen Familienwerte

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Doppelmoral bei Politikern: So schamlos verraten Leute wie Donald Trump ihre eigenen Familienwerte

Stand: 22.07.2026, 18:47 Uhr

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US-Konservative predigen „family values“ und fallen privat oft durch. USA-Expertin Sandra Navidi erklärt, dass das bis in Trumps Umfeld reicht.

New York – In Deutschland ist ja gerade Jens Spahn wegen des Leihmutterschaftsskandals ins Kreuzfeuer geraten. In den USA gehört diese Doppelmoral zur DNA konservativer Politiker. Sie setzen sich prinzipiell aufs moralisch hohe Ross und propagieren family values (Familienwerte), während sie selbst die schlimmsten Sünder sind. Donald Trump ist der Inbegriff dieser Kultur: Ein verurteilter Sexualverbrecher mit fünf Kindern von drei Frauen. Der beste Freund von Jeffrey Epstein, der jetzt die Aufklärung von dessen Verbrechen verhindert, um sich und seine reichen Freunde zu schützen.

Amerika steht an einem historischen Wendepunkt, an dem es sich und die Weltordnung neu kalibriert. Vor dem Hintergrund einer oft unübersichtlichen Nachrichtenlage, ordnet die deutsch-amerikanische Juristin und Wirtschaftsexpertin, Sandra Navidi,  lebt, das aktuelle Geschehen ein.

Amerika steht an einem historischen Wendepunkt, an dem es sich und die Weltordnung neu kalibriert. Die deutsch-amerikanische Juristin und Wirtschaftsexpertin, Sandra Navidi, ordnet ein. © Sandra Navidi

Dann hätten wir noch Kriegsminister Pete Hegseth – mit 45 bereits zum dritten Mal verheiratet, Affären, sexuelle Übergriffe und Schweigegeld. Und Robert F. Kennedy Jr., dessen Ehefrau Selbstmord beging, nachdem sie sein Tagebuch mit minutiösen Beschreibungen seiner zahllosen Affären gefunden hatte. Die Rechtsaußen-QAnon-Politikerin Marjorie Taylor Greene, Mutter dreier Kinder, hatte während ihrer Ehe ebenfalls mehrere Affären, unter anderem mit einem polyamoriösen tantrischen Sex-Guru.

Doppelmoral bei Politikern: So schamlos verraten Leute wie Trump ihre eigenen Werte

Ebenso scheinheilig war Ken Starr, der Moralapostel, der die Ermittlungen gegen Bill Clinton wegen dessen Affäre mit Monica Lewinsky geführt hatte. Später stellte sich heraus, dass er selbst eine langjährige Geliebte hatte. Außerdem hatte er als Jeffrey Epsteins Anwalt Druck auf das Justizministerium ausgeübt und einen besonders günstigen Vergleich für Epstein ausgehandelt. Auf der Dating-Webseite Ashley Madison, auf der Verheiratete Affären mit anderen Verheirateten suchen können, sind 60 % der Mitglieder Republikaner. Und wenn irgendwo in den USA republikanische Konferenzen stattfinden, bricht regelmäßig die Dating-App für Schwule, Grindr, zusammen.

Am besten hat es die ehemalige Rechtsaußen-Influencerin und Mutter von einem von Elon Musks Kindern, Ashley St. Clair, beschrieben: Republikanische Veranstaltungen seien dekadent ausschweifend, Zitat: „Der Alkohol, die Drogen, der Sex!“ Die demokratischen Events seien demgegenüber geradezu langweilig, familienfreundlich und gediegen. Alle seien früh gegangen, um noch ihre Kinder zu sehen.

Diese Aussage kristallisiert, wie amerikanische Rechtspopulisten Werte auf der Bühne inszenieren, während sie sie in ihrem Privatleben ignorieren. Ihnen geht es nicht um Moral, sondern um ein reines Machtinstrument, um Wähler zu mobilisieren und politische Gegner mundtot zu machen. Wie wir immer wieder sehen, sind die eifrigsten Prediger meist die größten Sünder. Und das sollten wir ihnen nicht mehr durchgehen lassen.