Doch nicht monatelang von Außenwelt abgeschnitten: Schnelle Reaktion auf Bürger-Proteste: Planung für Baustelle Pasteurstraße geändert
Nach der angekündigten vierheinhalbmonatigen Vollsperrung war die Sorge groß, dass die Menschen – auch in den Sackgassen Ehrlichstraße und Dunantstraße – ihre Wohnungen mit dem Auto nicht mehr erreichen können und Dutzende Meter zum Beispiel Wasserkisten durch die Baustelle schleppen müssen. Das wird nun mit zwei zunächst ungeplanten Maßnahmen verhindert.
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Doch nicht monatelang von Außenwelt abgeschnitten Schnelle Reaktion auf Bürger-Proteste: Planung für Baustelle Pasteurstraße geändert
Zweibrücken · Nach der angekündigten vierheinhalbmonatigen Vollsperrung war die Sorge groß, dass die Menschen – auch in den Sackgassen Ehrlichstraße und Dunantstraße – ihre Wohnungen mit dem Auto nicht mehr erreichen können und Dutzende Meter zum Beispiel Wasserkisten durch die Baustelle schleppen müssen. Das wird nun mit zwei zunächst ungeplanten Maßnahmen verhindert.
21.07.2026 , 18:11 Uhr
Entgegen der ersten Planung für die Baustelle Pasteurstraße (rechts) bleibt infolge von Bürger-Protesten und Merkur-Anfrage die Dunantstraße (links) mit dem Auto erreichbar.
Foto: Lutz Fröhlich
Die Großbaustelle Pasteurstraße wird für die Anlieger weitaus weniger unangenehme Folgen haben als es die ersten schriftlichen Mitteilungen von Stadtverwaltung, Stadt-Tochter UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) und Baufirma erwarten ließen.
UBZ-Vorsitzende bedauert die zunächst unzureichende Bürger-Information
UBZ-Vorstandschefin Nicole Hartfelder bedauerte am Dienstagmorgen in einem Telefonat mit dem Merkur nicht nur die „zu kurzfristig“ und „zu gering“ erfolgte (sowie in Kombination mit einer Baustellen-Meldung vom Freitag auf der Stadt-Homepage und einem mit dem UBZ nicht abgestimmten Baufirma-Brief vom Montag auch verwirrende) Kommunikation gegenüber den Anwohnern. Sondern bestätigte auch, was sich am späten Montagnachmittag nach Merkur-Recherchen bereits angedeutet hatte (wir berichteten gestern schon ausführlich): Die Bauarbeiten werden in zwei Abschnitte eingeteilt – wodurch die Erreichbarkeit mit Kraftfahrzeugen wesentlich erleichtert werden. Dem gleichen Ziel diene ein nun beschlossener provisorischer Ausbau des Feldwegs zwischen Bolzplatz und Ehrlichstraße, welcher noch diese Woche erfolge. Man sei mit der Stadtverwaltung noch im Austausch über einen neuen Brief an die Anwohner der drei betroffenen Straßen.
Die Stadt-Pressestelle mailte diesen Brief dann noch am Vormittag unserer Zeitung, am gleichen Tag noch werde er durch Boten allen Wohnungen in den drei Straßen zugestellt.
Kurzfristige Umplanung der Baustelle verhindert Abschottung von Außenwelt
In dem ausführlichen neuen Brief bestätigt der UBZ zunächst, dass tatsächlich zunächst vorgesehen war, „die gesamte Pasteurstraße und damit auch die beiden anliegenden Straßen (Dunant- und Ehrlichstraße)“ bis voraussichtlich 4. Dezember zu sperren. Aber dann folgt gleich die neue, für die Betroffenen gute Nachricht: „Zwischenzeitlich haben wir uns intern beraten und eine hoffentlich für alle verträglichere Lösung gefunden.“
Der Pfälzische Merkur hatte in der Dienstagausgabe mehrere Bürger zitiert, die fassungslos darüber waren, monatelang von der Außenwelt abgeschnitten zu werden – vor allem für die vielen älteren Menschen dort sei es unzumutbar, tagsüber gar nicht mehr die Wohnungen verlassen/erreichen zu können und nachts nur „auf eigene Gefahr“, wie es in dem UBZ-Erstschreiben hieß. Auch an Pflege- und Rettungsdienste sei offensichtlich nicht gedacht worden.
Pasteurstraße wird in zwei Bauabschnitte aufgeteilt
Wichtigste Änderung in dem neue UBZ-Brief: „Der Ausbau erfolgt nun in zwei zeitlich getrennten Bauabschnitten.“ Näher heißt es dazu:
Weitere Last-Minute-Änderung: Auch die Ehrlichstraße (links) bleibt motorisiert erreichbar, wenn die Pasteurstraße (rechts) Baustelle ist – hierfür wird am Ende der Ehrlichstraße ein Feldweg hinter dem Bolzplatz geschottert.
Foto: Lutz Fröhlich
„1. Bauabschnitt: Zunächst (ab dem 23. Juli) erfolgt der Ausbau der Pasteurstraße – beginnend ab der Zufahrt Steinhauser Straße bis zur Zufahrt der Dunantstraße. Eine Zufahrt zur Ehrlichstraße kann in dieser Zeit über eine geschotterte Behelfszufahrt am Bolzplatz erfolgen. Die Zufahrt der Dunantstraße wird über die Röntgenstraße sein.“ Damit werde lediglich „eine direkte Zufahrt zur Pasteurstraße 2-6 während der Arbeitszeiten von 6.00 - 18.00 Uhr nicht möglich sein“.
2. Bauabschnitt: „Im Anschluss erfolgt dann der Ausbau der Pasteurstraße – beginnend ab der Zufahrt Dunantstraße bis zum Straßenende Pasteurstraße. Eine Zufahrt der Ehrlichstraße kann ab dann wieder über die Steinhauser Straße erfolgen. Die Zufahrt der Dunantstraße ist ebenso über die Steinhauser Straße möglich. Eine direkte Zufahrt zur Pasteurstraße 8-18 wird während der Arbeitszeiten von 6.00 - 18.00 Uhr nicht möglich sein.“
Zahlreiche weiter Informationen für Bewohner und Anlieger
In dem neuen Brief gibt der UBZ noch ein paar weitere Informationen zu der Baustelle – und beantwortet damit auch mehrere Fragen, die kritische Bürger und der Pfälzische Merkur am Montag gestellt hatten:
● „Während der Arbeitszeiten von 6:00 bis 18:00 Uhr ist die Baustelle ausschließlich für Rettungsdienste und Fahrzeuge der Gefahrenabwehr befahrbar. Fahrten wie Pflegedienste bitten wir, dies mit einem verantwortlichen Mitarbeitenden der Baufirma vor Ort auf der Baustelle abzusprechen; soweit technisch realisierbar, ist dies möglich.“ (Hartfelder erklärte in dem Telefonat mit dem Merkur, dass auch Anwohner in dringenden Fällen die Möglichkeit hätten, mit Polieren, Vorarbeitern oder anderem Baustellen-Personal ausnahmsweise Zufahrtmöglichkeiten tagsüber zu besprechen – dies könne je nachdem, welche Arbeiten aktuell zu erledigen sein, aber nicht jemand zu gefährden.)
● „Im Bereich der Röntgenstraße wird das Gehwegparken ermöglicht. Hierfür bekommen Sie von der GeWoBau als Vermieter entsprechende Bescheinigungen ausgestellt bzw. durch die Mitarbeitenden vor Ort ausgehändigt.“
● „Der fußläufige Verkehr zu den Gebäuden ist jederzeit ungehindert und sicher gegeben.“ (Und zwar auf auch für Rollatoren, Rollstühle und Kinderwagen ausreichend ebenen Flächen, wie Hartfelder auf Merkur-Anfrage bestätigte.)
● „Die Müllbehälter werden wie gewohnt an den Abfuhrtagen geleert. Sollte durch die Baumaßnahme die Zufahrt zu den Behältern nicht sichergestellt sein, werden die Behälter durch die Baufirma von den entsprechenden Grundstücken zu einem Sammelplatz zur Leerung transportiert und nach erfolgter Leerung auch wieder zurückgebracht.“
● „Die nächstgelegene Bushaltestelle ist am Netto-Markt.“ (Also in der Steinhauser Straße wenige Meter bergab von der Einmündung Pasteurstraße.)
Anders als in dem heftig kritisierten Schreiben vom vergangenen Freitag (in dem die Vollsperrung der gesamten Pasteurstraße schon für Montag angekündigt worden war) nennt der neue Brief auch Ansprechpartner für Rückfragen beim UBZ: Herr Fichter Telefon (0 63 32) 92 12-443 und Herr Mannschatz, Tel. (0 63 32) 92 12-436.
Saarphalt erledigt die Arbeiten für knapp 854 000 Euro
Erneut wird die ausführende Baufirma genannt: Saarphalt aus Völklingen. Diese war mit brutto knapp 854 000 Euro der günstigste Bieter, der Stadtrat hatte den Auftrag in seiner jüngsten Sitzung am 24. Juni einstimmig vergeben. In dem Preis enthalten sind unter anderem zwei jeweils 475 Tonnen starke Asphalttragschichten.
Der UBZ-Brief endet mit den Worten: „Unser Anliegen ist es, die genannte Straße – vor allem für Sie als Anlieger – wieder in einen sehr guten Zustand zu bringen. Während der Bauzeit wollen wir alles tun, damit Sie so wenig wie möglich durch die Arbeiten behindert werden. Leider wird dies aber nicht ganz ohne Einschränkungen möglich sein. Wir bitten Sie deshalb um Ihr Verständnis und auch um Ihre Mithilfe, falls diese einmal erforderlich werden sollte.“
Arbeitsbeginn sei am Donnerstag mit Fräsarbeiten, sagte Hartfelder dem Merkur. Warum erfolgte die Erstinformation der Anwohner am vergangenen Freitag so kurzfristig? „Wir haben am Donnerstag erst die letzten Absprachen mit dem Ordnungsamt wegen der Sperrungen gehabt“, antwortet die UBZ-Chefin auf diese Frage. Und dann sei in dem Freitags-Brief auch noch versehentlich vom Vollsperrungs-Beginn schon am Montag die Rede gewesen statt wie damals schon geplant Donnerstag – man habe lediglich die Genehmigung gehabt, schon ab Montag zu sperren.
Warum werden für 280 Meter Baustelle viereinhalb Monate gebraucht?
Und warum dauern die Arbeiten auf der nur rund 280 Meter langen Pasteurstraße mit voraussichtlich viereinhalb Monaten so lange? Auf diese Merkur-Frage antwortete UBZ-Vizechef und -Straßenabteilungsleiter Steffen Mannschatz am Dienstagnachmittag, die Asphaltarbeiten alleine bräuchten natürlich viel weniger Zeit. Bei der Gelegenheit würden aber auch durch die Stadtwerke neue Wasser- und Strom-Leitungen und durch die Deutsche Telekom Leerrohre für Glasfaser verlegt.
„Rettungsdienste und Feuerwehr kommen immer an jedes Haus.“
Auch Mannschatz betonte: „Rettungsdienste und Feuerwehr kommen immer an jedes Haus.“ Das größte Problem sei, dass es in Pasteur- Dunant- und Ehrlichstraße insgesamt 350 Wohneinheiten mit rund 850 Fahrzeugen gebe.
Zwar eröffnet der neue UBZ-Brief wie oben erwähnt die Möglichkeit, während der Bauzeit auch auf Gehwegen in der an die Pasteurstraße angrenzendenden Röntgenstraße zu parken. Was teils dort aber auch heute schon passiert, sodass etliche Leute wohl noch weiter weg Parkplätze suchen müssen.
Die Stadteinfahrt Steinhauser Straße ist bereits seit 1. Juni abschnittsweise voll gesperrt. Zuletzt erfolgte eine Umleitung über die Pasteurstraße. Das geht wegen deren Sperrung natürlich nicht mehr. Was nun? Die Stadt-Pressestelle erklärte dazu am Dienstag auf Merkur-Anfrage, die Steinhauser Straße werde nun schon etwas weiter oben gesperrt, der Verkehr gleich am Stadteingang über die Flugplatzstraße und Fasaneriestraße umgeleitet. Weiterhin ist natürlich die Umfahrung über die A 8 möglich.