ChatGPT, Perplexity & Co.: Diese Quellen nutzen KI-Tools am häufigsten – und das ist ein Problem
Statt klassischer Suchmaschinen wie Google oder Bing wird immer öfter KI zur Recherche verwendet. Ende 2025 gab im Rahmen einer Bitkom-Umfrage schon die Hälfte der Menschen in Deutschland an, zumindest gelegent...
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Statt klassischer Suchmaschinen wie Google oder Bing wird immer öfter KI zur Recherche verwendet. Ende 2025 gab im Rahmen einer Bitkom-Umfrage schon die Hälfte der Menschen in Deutschland an, zumindest gelegentlich Chatbots statt Suchmaschinen zu verwenden – bei den 16- bis 29-Jährigen waren es sogar zwei Drittel. Auch Google hat auf diese Entwicklung reagiert und bietet neben den klassischen Suchergebnissen inzwischen einen KI-Modus sowie AI Overviews an. Aber woher stammen die Antworten, die die KI-Tools liefern?
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Analyse stellt deutliche Unterschiede fest
KI-Modelle greifen auf eine Vielzahl von Quellen zurück, um möglichst präzise Antworten zu liefern. Das Softwareunternehmen Blinq hat zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2026 insgesamt 250.000 Antworten auf festgelegte Prompts ausgewertet. Ziel war es, die Quellen von drei der meistgenutzten KI-Tools für die Informationssuche genauer zu untersuchen, darunter ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity. Das zentrale Ergebnis: Rund zwei Drittel aller zitierten Quellen stammen von Unternehmensseiten, also von Firmenblogs, offiziellen Websites und Landingpages.
Ein Blick auf die am häufigsten zitierten Quellen zeigt, dass Youtube und Reddit mit jeweils rund 15 Prozent deutlich vorne liegen. Dahinter folgen Wikipedia mit 9 Prozent und Linkedin mit 7 Prozent. Unter den deutschen Nachrichtenseiten liegt die Welt mit 17 Prozent vorn, das Handelsblatt kommt auf rund 12 Prozent und Chip auf knapp 9 Prozent. Das bedeutet, dass Unternehmenswebsites zwar in der Masse den größten Anteil an Inhalten liefern, bei einzelnen, besonders häufig herangezogenen Adressen geben aber Plattformen mit echten Nutzerdiskussionen und -bewertungen den Ausschlag.
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KI-Tools haben kein eigenes Fachwissen
Die Analyse zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Tools. ChatGPT stützt sich besonders auf Reddit, Wikipedia, Welt, Linkedin, Google und Bild. Wie Basic Thinking feststellt, dürfte das häufige Auftreten der beiden Axel-Springer-Medien kein Zufall sein, da OpenAI eine Partnerschaft mit dem Verlag eingegangen ist. Google AI Overviews zitiert auffällig oft nutzergenerierte Inhalte. Youtube belegt hier Platz eins, taucht bei ChatGPT in den Top-Quellen hingegen gar nicht auf. Daneben spielen Instagram, Handelsblatt und OMR-Reviews eine Rolle. Perplexity setzt ebenfalls stark auf Youtube und Reddit, bezieht aber auch Linkedin, Instagram, das Handelsblatt, Chip, Wikipedia sowie OMR und Stern mit ein.
Auch andere Studien haben die Quellennutzung von KI-Suchmaschinen analysiert. Forscher:innen von SE Ranking haben sich dabei auf die Suche nach Gesundheitsinformationen mithilfe von Googles AI Overviews fokussiert. Sie kamen ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Youtube mit 4,43 Prozent aller Quellen am häufigsten zitiert wurde – häufiger als jede offizielle Gesundheitsbehörde oder ärztliche Institution. Das Problem: Auf Youtube können Inhalte ohne fachliche Prüfung veröffentlicht werden und Menschen mit Fragen zu Diagnosen und möglichen Therapien irreführende oder falsche Empfehlungen liefern. Eine Recherche von The Guardian stellte ebenfalls fest, dass Google AI Overviews potenziell gesundheitsschädliche Antworten ausgeben kann.
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Bei KI-Recherchen ist Vorsicht geboten
Die Blinq-Forscher:innen machen im Zusammenhang mit ihrer Analyse deutlich, dass große Sprachmodelle „keine Wissensdatenbanken, sondern Wort-Wahrscheinlichkeitsmaschinen“ sind. Sie verfügen über kein eigenes Wissen, sondern gleichen Live-Webdaten mit externen Quellen ab. KI-generierte Suchergebnisse sollten daher stets kritisch hinterfragt werden. Viele der zugrunde liegenden Informationen stammen von Unternehmenswebsites, Reddit-Diskussionen oder Youtube-Videos. Besonders bei Gesundheitsfragen oder anderen sensiblen Themen empfiehlt es sich, die angegebenen Quellen sorgfältig zu prüfen.
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