Agrarpolitik 2030+: Bundesrat will mehr Spielraum für Landwirtschaft
Ausrichtung der Agrarpolitik Bundesrat will mehr Spielraum und Freiheit für die Landwirtschaft Der Bundesrat legt seine Pläne für die Landwirtschaft ab 2030 ...
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Ausrichtung der Agrarpolitik Bundesrat will mehr Spielraum und Freiheit für die Landwirtschaft
Der Bundesrat legt seine Pläne für die Landwirtschaft ab 2030 vor. Nach dem Hitzesommer fragt sich, ob diese genügen.
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02.09.2026, 21:11
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Mit der Agrarpolitik 2030 will der Bundesrat verschiedene Versprechen einlösen, zum Beispiel jenes, Landwirte und Bäuerinnen administrativ zu entlasten. Ein weiteres Versprechen geht an Konsumenten und Stimmbürgerinnen.
In den Worten von Bundespräsident Guy Parmelin: «Mit dieser Agrarpolitik soll die Ernährungssicherheit der Schweiz durch eine nachhaltige und widerstandsfähige Land- und Ernährungswirtschaft weiter gestärkt werden.»
Die gesamte Lebensmittelkette im Blick
Von Acker, Wiese, Obst- und Gemüsegarten ins Verkaufsregal und auf den Teller. Erstmals will der Bundesrat die ganze Kette im Blick haben und mit Vereinbarungen und Informationen in die Pflicht nehmen – also auch die Nahrungsmittelindustrie, den Detailhandel und die Kundschaft.
Die Landwirtschaft soll nachhaltiger werden. Helfen sollen Digitalisierung, Forschung, aber auch gezielte Direktzahlungen, etwa für mehr Tierwohl, gesunde Böden oder mehr Biodiversität. «Dieser Paradigmenwechsel von handlungsorientierten zu ergebnisorientierten Direktzahlungen soll schrittweise erfolgen», so Parmelin.
Agrarpolitik 2030+ (AP30+)
Mit der Agrarpolitik 2030 will der Bundesrat den aktuellen Herausforderungen begegnen – nicht nur jenen in der Landwirtschaft, sondern auch den Herausforderungen in der Versorgung wegen der geopolitischen Spannungen.
Ausnahme könnte zur Norm werden
Wirtschafts- und Landwirtschaftsminister Parmelin spricht auch den Klimawandel an, der diesen Sommer augenfällig war. Was heute die Ausnahme sei, könne künftig die Norm werden.
Der Bundesrat betont, die Agrarpolitik verfolge seit über 20 Jahren Massnahmen, damit sich die Landwirtschaft an die Klimaerwärmung anpassen könne. Dazu gehörten Investitionen in die Bewässerung, Projekte für fruchtbare Böden oder die Entwicklung hitzeresistenter Sorten.
Die Landwirtschaft soll ab 2030 mehr Spielraum erhalten und gleichzeitig nachhaltiger werden – mit Auswirkungen auf Umwelt, Detailhandel und Konsum. (21.07.2026)
REUTERS/Stephane Mahe
Skeptisch äussern sich die Kleinbauern-Vereinigung und politische Parteien wie SVP und SP in ersten Stellungnahmen. Auch WWF-Agrarexpertin Eva Goldmann zieht nach diesem Sommer eine kritische Bilanz: «Bisher hat die Politik eher mit kurzfristigen Erleichterungen reagiert, wie zum Beispiel den Heuimporten aus Kanada. Aber das ist natürlich keine langfristige Lösung.»
Braucht es zusätzliche Massnahmen, um dem Klimawandel in der Landwirtschaft zu begegnen? Der Bundesrat schliesse das nicht aus, sagt zumindest Landwirtschaftsminister Guy Parmelin. Doch zuerst gehen die Vorschläge bis Anfang Dezember in die Vernehmlassung.
Echo der Zeit, 02.09.2026, 18 Uhr; noes