Apfelsaft: Warum die naturtrübe Variante gesünder ist

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Apfelsaft: Warum die naturtrübe Variante gesünder ist

Stand: 05.09.2026, 08:20 Uhr

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Rote Äpfel und naturtrüber Apfelsaft in Glasflaschen, auf einem Holztisch.

Naturtrüber Apfelsaft wird weniger stark erhitzt und gefiltert als klarer Apfelsaft. © IMAGO/Larissa Veronesi

Apfelsaft ist ein beliebtes Getränk, sowohl pur als auch als Schorle. Beim Einkauf lohnt es sich, naturtrüben Saft gegenüber klarem zu bevorzugen – hier kommen die Gründe.

Apfelsaft ist nicht nur als süßes Getränk geschätzt, sondern gilt auch als gesund. Schließlich wird er aus Äpfeln gewonnen und sollte daher viele gesunde Nährstoffe liefern – oder etwa nicht? Ob Apfelsaft tatsächlich gesund ist, hängt hauptsächlich davon ab, welche Sorte Sie trinken und in welchen Mengen Sie ihn konsumieren.

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Naturtrüber Apfelsaft: Weniger Verarbeitung, mehr Nährstoffe

Zur Herstellung von Apfelsaft zerkleinern Maschinen die geernteten Äpfel zunächst zu einer sogenannten Maische. Dabei handelt es sich um den Brei aus Fruchtfleisch, Schale, Kernen und Stielen, der durch das Mahlen von Äpfeln entsteht. Anschließend wird diese Masse ausgepresst. Das Ergebnis ist naturtrüber Apfelsaft. Für klaren Apfelsaft sind zusätzliche Verarbeitungsschritte notwendig: Der Saft wird gefiltert, um Trübstoffe und Fruchtfleisch zu entfernen. Danach wird er bei 85 Grad Celsius erhitzt, also pasteurisiert.

Da naturtrüber Apfelsaft weniger stark erhitzt und gefiltert wird, enthält er mehr wertvolle Nährstoffe als die klare Version. Laut Öko-Test sind im trüben Saft insbesondere mehr Polyphenole enthalten. Diese sekundären Pflanzenstoffe können wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge präventiv gegen Diabetes, Bluthochdruck und andere Beschwerden wirken. Klarer Apfelsaft erfordert mehr Verarbeitungsschritte als naturtrüber Apfelsaft.

Auch beinhaltet naturtrüber Apfelsaft einen höheren Gehalt an Vitamin C. Denn dieses Vitamin ist hitzeempfindlich und wird durch die Pasteurisierung weitgehend abgebaut. Im Vergleich zum frischen Apfel ist jedoch selbst in naturtrübem Apfelsaft relativ wenig Vitamin C vorhanden. So enthält ein Apfel pro 100 Gramm etwa 25 Milligramm Vitamin C. Apfelsaft erreicht pro 100 Gramm nur etwa zwei Milligramm, so Öko-Test.

Naturtrüber Apfelsaft: Wie hoch ist der Pestizidgehalt?

Öko-Test hat im Oktober 2024 genauer 32 naturtrübe Apfelsäfte untersucht, darunter 16 Bio-Produkte. Das Ergebnis: Ungefähr die Hälfte der Produkte wurde mit „sehr gut“ bewertet. Dazu gehören unter anderem Alnatura Apfelsaft, Amecke Wilde Wiese Apfel, BioBio Apfel-Direksaft, Bioladen Apfelsaft, naturtrüb, und Bio Primo Apfelsaft, naturtrüb.

In 14 Apfelsäften fand Öko-Test jedoch Rückstände verschiedener Pestizide. Darunter befand sich nur ein Bio-Saft, bei dem die Forschenden einen geringen Pestizidgehalt feststellten. Es empfiehlt sich daher, Bio-Apfelsaft zu kaufen, wenn Sie das Risiko chemisch-synthetischer Pestizide im Saft reduzieren möchten.

Leider stellten die Forschenden auch das Schimmelpilzgift Patulin in sieben Produkten fest. Allerdings war es nur in einem Produkt in einer bedenklichen Menge vorhanden, nämlich im Eos Bio Apfelsaft Naturtrüb. Patulin gilt als Nervengift, kann das Erbgut verändern und Verdauungsstörungen sowie Lebererkrankungen verursachen.

Apfelsaft: Ungesund durch hohen Zuckergehalt?

Auch wenn Apfelsaft nicht grundsätzlich ungesund ist, wird empfohlen, ihn nicht in zu großen Mengen zu konsumieren. Denn Apfelsaft enthält laut Foodwatch viel Fruchtzucker. Schließlich ist hier der konzentrierte Zuckergehalt der Früchte enthalten. Auch wenn es sich um natürlich vorkommenden Zucker handelt, hat dieser im Körper die gleichen Auswirkungen wie künstlich zugesetzter Zucker.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Kindern und Erwachsenen, dass täglich nicht mehr als zehn Prozent der aufgenommenen Kalorien aus sogenanntem freiem Zucker stammen sollten. Unter freiem Zucker versteht die WHO jede Art von Zucker, unabhängig davon, ob es sich um Industriezucker oder Zucker aus Honig, Obst oder Saft handelt. Für Erwachsene gilt im Durchschnitt: Sie sollten möglichst nicht mehr als 25 Gramm Zucker täglich zu sich nehmen. Die Obergrenze liegt bei 50 Gramm. Zum Vergleich: Laut Öko-Test enthält ein Glas Apfelsaft bereits 25 Gramm Zucker. Damit haben Sie die empfohlene Tagesdosis der WHO bereits erreicht.

Für Kinder fällt ein Glas Apfelsaft entsprechend stärker ins Gewicht. Deshalb wird geraten, Apfelsaft – egal ob klar oder naturtrüb – nur verdünnt zu trinken.

Achten Sie beim Kauf außerdem darauf, Direktsaft zu erwerben. Diesem wurde kein zusätzlicher Zucker beigefügt.