Anschläge auf Stromnetz: Polizei fahndet weiter nach Verdächtigem

Wichtige UpdatesDobrindt: Man muss „hier von Klimaextremismus ausgehen“NRW-Innenminister vermutet hinter Sabotagen Einzeltäter, „dessen Namen wir kennen“Karte zeigt die Sabotageakte am StromnetzStromnetz-Sabota...

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Anschläge auf Stromnetz: Polizei fahndet weiter nach Verdächtigem

Wichtige Updates

Dobrindt: Man muss „hier von Klimaextremismus ausgehen“

NRW-Innenminister vermutet hinter Sabotagen Einzeltäter, „dessen Namen wir kennen“

Karte zeigt die Sabotageakte am Stromnetz

Stromnetz-Sabotage: Polizei wertet Bekennerschreiben aus

Patricia von Thien

Patricia von Thien

Anschläge auf Umspannwerke: Polizei fahndet weiter nach Verdächtigem

Nach den Anschlägen auf Umspannwerke in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen fahnden die Ermittler weiter nach einem 48-jährigen Verdächtigen. „Wir befinden uns immer noch in der Fahndungslage“, sagte eine Sprecherin der Polizei Köln am Samstagmorgen der Nachrichtenagentur AFP. Es seien „starke Polizeikräfte im Einsatz“, fügte sie hinzu.

Der Mann aus dem nordrhein-westfälischen Gevelsberg geriet als Verfasser von zwei als authentisch eingeschätzten Bekennerschreiben samt Täterwissen ins Visier, wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag in Düsseldorf gesagt hatten. In den Schreiben begründete der Verdächtige die Anschläge nach Angaben der Minister mit Kritik an der Energieerzeugung mit fossilen Brennstoffen.

Paulina Cwiartka

Paulina Cwiartka

Hamm: Größerer Polizeieinsatz mit Hubschrauber an Stromanlage 

Nach mehreren Sabotageangriffen auf das Stromnetz in Nordrhein-Westfalen ist es bei einer Stromanlage in Hamm zu einem größeren Polizeieinsatz gekommen. Wie ein dpa-Reporter berichtete, kamen am Freitagabend zahlreiche Polizeiwagen zu dem Ort an einer Landstraße bei einem Waldstück. Es war auch ein Hubschrauber im Einsatz. Die Polizei wollte sich dazu nicht äußern. Zuvor hatte der „Hellweger Anzeiger“ berichtet.

 Ein Sprecher der Polizei sagte, es handele sich um eine ehemalige Stromanlage. Sie sei seit längerem außer Betrieb.

Paulina Cwiartka

Paulina Cwiartka

Bericht: Sprengvorrichtungen nahe zweier Umspannwerke in Sachsen entdeckt

Einem Medienbericht zufolge sind am Freitag auch in Sachsen Sprengvorrichtungen nahe Umspannwerken entdeckt worden. Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, wurden entsprechende Vorrichtungen nahe zweier Anlagen im Landkreis Görlitz gefunden. Die Polizei bestätigte einen größeren Einsatz in der Region, machte zunächst aber keine weiteren Angaben.

„Es gibt einen Polizeieinsatz. Aus polizeitaktischen Gründen können wir uns dazu nicht äußern“, zitierte die „Bild“ eine Polizeisprecherin. Ein Sprecher der Polizeidirektion Görlitz bestätigte der Nachrichtenagentur AFP einen „großen Einsatz“ im Kreis Bautzen, wollte aber keine Angaben dazu machen, wonach die Einsatzkräfte suchten und wo genau der Einsatz stattfand. Weitere Einzelheiten sollen demnach am Samstag bekanntgegeben werden.

Der MDR berichtete unterdessen von einer Suchaktion von Einsatzkräften in einem Waldstück an der Staatsstraße 126 bei Schleife im Landkreis Görlitz nahe der Grenze zu Brandenburg. Ob der Einsatz mit den Ermittlungen zu den jüngsten Sabotageakten an Stromleitungen zusammenhängt, ließ die Polizei demnach offen. 

Paulina Cwiartka

Paulina Cwiartka

Neuer Sabotageverdacht? Polizeieinsatz in Sachsen 

Nach mehreren Sabotageversuchen gegen die Stromversorgung in Deutschland gibt es nun auch in Sachsen einen Polizeieinsatz, bei dem es laut einem Medienbericht um einen ähnlichen Vorfall gehen soll. Die Polizeidirektion Görlitz bestätigte einen laufenden Polizeieinsatz. Nähere Details wurden „aus ermittlungstaktischen Gründen“ zunächst nicht genannt. Der Einsatz sei nördlich von Bautzen, hieß es lediglich.

Die «Bild» berichtete, dass bei zwei Umspannwerken Spreng- und Brandvorrichtungen gefunden worden seien. Demnach liegen die betroffenen Umspannwerke an der Grenze zu Brandenburg im Lausitzer Braunkohle-Tagebaugebiet. 

Vivien Valentiner

Vivien Valentiner

Reul: Polizei stürmt Fahrzeug von Sabotage-Verdächtigem

Die Polizei hat laut NRW-Innenminister Herbert Reul das Fahrzeug des Verdächtigen für mehrere Sabotageaktionen gegen die deutsche Stromversorgung gestürmt. Der Zugriff sei in Niederzier erfolgt, sagte der CDU-Politiker in Düsseldorf. Jetzt sei der Mann
vermutlich zu Fuß unterwegs und werde nicht weit kommen.

Vivien Valentiner

Vivien Valentiner

Stromnetz-Sabotage: Sprengstoff bei Verdächtigem gefunden

Nach Sabotageversuchen gegen die Energieversorgung hat die Polizei Sprengstoff bei einem Tatverdächtigen in NRW gefunden. In der Wohnung des Mannes in Gevelsberg gebe es klare Sprengstofffunde, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) in Düsseldorf. Es habe sich um die Stoffe Kaliumnitrat und Kaliumperchlorat gehandelt, hieß es später ergänzend.

Weitere Indizien, dass der Mann besonders gefährlich sei, gebe es nicht. Die Fahndung nach dem Mann laufe. Sein Bekennerschreiben sei authentisch. Laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Einzeltäter.

Vivien Valentiner

Vivien Valentiner

Dobrindt: Man muss „hier von Klimaextremismus ausgehen“

Die Polizei fahndet nach den Worten von NRW-Innenminister Herbert Reul weiter nach dem Verfasser mehrerer Bekennerschreiben zu Sabotage-Versuchen gegen die Stromversorgung. „Wir prüfen, ob der Verfasser tatsächlich mit den Taten zu tun hat. Wir prüfen, ob er allein gehandelt hat oder ob andere beteiligt waren“, sagte der CDU-Politiker.

Stand jetzt bewerten man die Briefe als authentisch, sagte Reul. Nach dem Mann werde weiterhin gesucht. Reul warnte aber auch: „Wenn jemand seinen Namen druntersetzt, ist er nicht zwingend der Verantwortliche.“ Man prüfe, ob der Mann allein gehandelt habe und ob es Verbindungen zu Vorfällen in Brandenburg gebe.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte: „Nach aktuellem Stand muss man hier von Klimaextremismus ausgehen.“

Vivien Valentiner

Vivien Valentiner

Polizei wertet Bekennerschreiben aus: „Das haben wir noch nie erlebt“

Nach mehreren versuchten Sabotageangriffen auf die Energieversorgung in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gehen die Ermittler Hinweisen aus zwei Bekennerschreiben nach. Die Briefe waren bei mehreren deutschen Medienhäusern eingegangen. Sie enthalten Medienberichten zufolge Informationen zu Taten, die zu diesem Zeitpunkt öffentlich noch nicht bekannt waren. Der 49-Jährige bekennt sich in dem Schreiben zu den Angriffen und Angriffsversuchen.

„Ob es sich bei ihm tatsächlich um einen Tatverdächtigen handelt oder um einen Trittbrettfahrer, muss erstmal geprüft werden“, betonte ein Polizeisprecher. Doch die Ermittler haben stichhaltige Hinweise.

„Das Bekennerschreiben ist insofern interessant, weil es mit dem persönlichen Namen unterschrieben ist und mit der Adresse. Das hat man eigentlich selten, das haben wir noch nie erlebt“, sagte Herbert Reul, der Innenminister Nordrhein-Westfalens, dem Sender WDR. Stand jetzt bewerte man die Briefe als authentisch. Reul warnte aber auch: „Wenn jemand seinen Namen druntersetzt, ist er nicht zwingend der Verantwortliche.“

Vivien Valentiner

Vivien Valentiner

NRW-Innenminister vermutet hinter Sabotagen Einzeltäter, „dessen Namen wir kennen“

Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul (CDU), sagte dem WDR: „Es spricht einiges dafür, dass ein Mensch dahintersteckt, dessen Namen wir kennen. Wir haben uns die Stellen gestern Nacht noch angeguckt, die er genannt hat. Und tatsächlich: Das war kein Fake“, sagte Reul. „Es spricht im Moment weniger für die staatlich fremde Macht. Es spricht einiges dafür, dass es ein Einzeltäter ist. Es könnte aber auch eine Gruppe sein, die da engagiert ist.“

Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) vermutete nach den ersten Vorfällen einen möglichen koordinierten Angriff auf die Energieversorgung. Als Reaktion kündigte er ein neues Sicherheitszentrum im Land und beschleunigte Gesetzesvorhaben zum Schutz kritischer Infrastruktur an. Unter kritischer Infrastruktur werden zum Beispiel Energie- und Wasserversorgung, Verkehr und Telekommunikation verstanden.

Vivien Valentiner

Vivien Valentiner

Polizei durchsucht Haus vom mutmaßlichen Saboteur – und bittet um Hinweise

Polizeibeamte aus Köln und Brandenburg durchsuchen nach Angaben der Ermittler das Wohnhaus des mutmaßlichen Saboteurs. Der Mann aus Gevelsberg (Nordrhein-Westfalen) hatte sich in zwei Briefen dazu bekannt, mehrere Umspannwerke in Deutschland sabotiert zu haben.

Mitarbeiter der Spurensicherung waren in Schutzanzügen und mit Atemschutz im Einsatz. Dabei stellten sie zahlreiche dünne Drähte sicher, wie ein dpa-Reporter beobachtete.

Sie fokussierten sich auf mehrere Stellen auf einem Feld und in einem Gebüsch in unmittelbarer Nähe zu dem Kraftwerk und zu einem Umspannwerk in der Stadt Eschweiler, wie ein dpa-Reporter berichtete. Die Bereiche wurden von Beamten mit Fotos dokumentiert. Offiziell machte die Polizei zunächst keine weiteren Angaben zu dem Einsatz.

Hinweistelefon eingerichtet

Die Polizei bittet die Bevölkerung um Unterstützung bei den laufenden Ermittlungen. Über das aktivierte Hinweisportal NRW können Zeuginnen und Zeugen ab sofort Beobachtungen sowie Bild- und Videodateien sicher an die Ermittler übermitteln. Ein Hinweistelefon unter der Rufnummer 0331-505950 ist rund um die Uhr erreichbar.

Von besonderem Interesse sind nach Angaben der Polizei verdächtige Personen oder Fahrzeuge, die Spaziergängern und anderen Passanten im Umfeld von Umspannwerken aufgefallen sein könnten. Auch vermeintlich unbedeutende Beobachtungen könnten für die Ermittlungen eine Rolle spielen.

Die Polizei sucht zudem Fotos und Videos, die in den betroffenen Bereichen aufgenommen wurden. Das Material könnte Hinweise auf mögliche Tatverdächtige, Fahrzeuge oder den Ablauf der Sabotageakte liefern. Bürgerinnen und Bürger können ihre Informationen und Dateien unkompliziert über das Hinweisportal NRW übermitteln. Die Polizei bittet darum, Beobachtungen möglichst genau zu beschreiben und vorhandene Originalaufnahmen bereitzustellen.

Vivien Valentiner

Vivien Valentiner

Sabotage vor Landtagswahlen wahrscheinlicher? Innenminister sieht Zusammenhang

Die Häufung von Sabotageversuchen gegen Umspannwerke kann nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums etwas mit den bevorstehenden Landtagswahlen zu tun haben. Es gebe im Kontext der anstehenden Wahlen eine „Erwartung, dass dies zunehmen kann“, sagte ein Sprecher des Ministeriums in Berlin. In Sachsen-Anhalt wird an diesem Sonntag gewählt, in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern am 20. September.

Die Sicherheitsbehörden seien in regelmäßigem Austausch zum Schutz der kritischen Infrastruktur, sagte der Sprecher, auch mit der Wirtschaft. Mit kritischer Infrastruktur sind Bereiche wie Gesundheitssystem oder Strom- und Wasserversorgung gemeint, deren Ausfall gravierende Folgen hätte. Für deren Schutz gebe es bereits umfassende Maßnahmen, Bedarf gebe es aber zum Beispiel noch bei der Entdeckung und Abwehr von Drohnen.

Vivien Valentiner

Vivien Valentiner

Karte zeigt die Sabotageakte am Stromnetz

An mehreren Orten in Deutschland hat es in den vergangenen Tagen (versuchte) Sabotagefälle am Stromnetz gegeben. Die Vorfälle im Überblick.

Vivien Valentiner

Vivien Valentiner

Polizei sucht Mann (49): Steckt er hinter den Bekennerschreiben?

Ein 49-jähriger Mann aus Gevelsberg im Ennepe-Ruhr-Kreis in Nordrhein-Westfalen soll für die versuchten Anschläge auf die Strominfrastruktur verantwortlich sein. Er soll sich auf der Flucht befinden.

Nach Hinweis aus Bekennerbrief: Polizeieinsatz an Kraftwerk bei Aachen

Die Polizei zieht nach einem Hinweis aus einem Bekennerschreiben immer mehr Kräfte im Umfeld des Kraftwerks Weisweiler bei Aachen zusammen. Mitarbeiter der Spurensicherung sind in Schutzanzügen und mit Atemschutz im Einsatz. Sie fokussieren sich auf mehrere Stellen auf einem Feld und in einem Gebüsch in unmittelbarer Nähe des Kraftwerks und eines Umspannwerks in der Stadt Eschweiler, wie ein dpa-Reporter berichtete. Die Bereiche wurden von Beamten mit Fotos dokumentiert.

Zuvor waren zwei Bekennerschreiben aufgetaucht, die nach dpa-Informationen beide von einem Mann aus Gevelsberg bei Hagen stammen sollen. Darin hatte der Mann die jüngsten Angriffe auf das Energienetz in Brandenburg und in Nordrhein-Westfalen für sich reklamiert. Außerdem hatte er Weisweiler als weiteren Tatort genannt. Die Polizei hatte daraufhin am Freitagmorgen damit begonnen, das Gelände rund um das Kraftwerk abzusuchen. Was dort womöglich gefunden wurde, sagte die Polizei zunächst nicht.

Vivien Valentiner

Vivien Valentiner

Niedersachsen: Offener Schaltschrank löste Polizeieinsatz an Umspannwerk aus

Ein offenstehender Schaltschrank war der Grund für den Polizeieinsatz auf einem Umspannwerk in Ganderkesee im niedersächsischen Landkreis Oldenburg. Das teilte eine Polizeisprecherin mit. Demnach sah eine Streifenbesatzung in der Nacht zu Freitag gegen 3 Uhr den offenen Schrank und alarmierte weitere Einsatzkräfte. "Aufgrund der besonderen Bedeutung der technischen Anlage wurde das Gelände unmittelbar umfassend überprüft", schrieb die Sprecherin. Demnach waren neben Polizisten und Polizistinnen auch ein Polizeihubschrauber und Diensthunde vor Ort. Das Technische Hilfswerk unterstützte und leuchtete das Gelände aus.

Die Polizei suchte das Gelände ab, traf aber keine Person an. Beschädigungen wurden auch nicht festgestellt. "Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung", so die Sprecherin. Sie verwies darauf, dass Feststellungen im Bereich sensibler Infrastruktur grundsätzlich sehr ernst genommen und sorgfältig überprüft werden. "Die Einsatzmaßnahmen dienten insbesondere dazu, einen möglichen unbefugten Aufenthalt auf dem Gelände auszuschließen und eine mögliche Gefährdung frühzeitig zu erkennen", hieß es. Warum der Wartungskasten geöffnet war, blieb zunächst unklar. Die Polizei prüfe, ob es einen Zusammenhang mit einer Straftat gebe, so die Sprecherin.

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