18. Ausstellung: Warum der Beckerturm in St. Ingbert jetzt zum Treffpunkt für Kunstfreunde wird
Kunst trifft Bauhaus: Im historischen Beckerturm in St. Ingbert ist die 18. Ausstellung „Kunst am Beckerturm“ eröffnet worden – mit Fotografie, Malerei, Skulpturen und mehr. Was es dort genau zu sehen gibt.
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18. Ausstellung Warum der Beckerturm in St. Ingbert jetzt zum Treffpunkt für Kunstfreunde wird
Kunst trifft Bauhaus: Im historischen Beckerturm in St. Ingbert ist die 18. Ausstellung „Kunst am Beckerturm“ eröffnet worden – mit Fotografie, Malerei, Skulpturen und mehr. Was es dort genau zu sehen gibt.
06.09.2026 , 13:00 Uhr
Die Kunstwerke verwandeln den historischen Turm in einen ganz besonderen Ausstellungsraum.
Foto: Christine Funk
Der Beckerturm ist schon für sich ein außergewöhnliches Ausstellungsstück. Der denkmalgeschützte Bau im Stil des Bauhauses prägt das Bild von St. Ingbert und bietet einen besonderen Rahmen für die Ausstellung „Kunst am Beckerturm“. Die verschiedenen Etagen des historischen Gebäudes werden dabei zum Ausstellungsraum: Fotografien, Malerei, Skulpturen, Keramik, Schmuck und Möbelrestaurierung laden zum Entdecken ein. Am Samstagabend ist die Ausstellung mit einer Vernissage eröffnet worden.
Beckerturm symbolisiert Bauhausstil in seiner schönsten Form
Noch am kommenden Wochenende können Besucher die Ausstellung besichtigen. Zunächst richtete Eigentümer Stefan Braun den Blick auf ein besonderes Ereignis, das an diesem Samstag viele Menschen im Saarland beschäftigte, den 4:3-Auswärtssieg der SV Elversberg bei Borussia Mönchengladbach. Danach galt die Aufmerksamkeit dem eigentlichen Anlass des Abends, der Eröffnung der 18. Ausstellung „Kunst am Beckerturm“.
Die Ausstellung soll auch die jüngeren Besucher ansprechen. Diese beiden Jungen probieren sich künstlerisch am Speckstein aus.
Foto: Christine Funk
Auch Innenminister Reinhold Jost, der die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen hat, hob die besondere Bedeutung des Gebäudes hervor. Der Beckerturm sei „eines der schönsten Bauhausstil-Gebäude, die wir in Deutschland haben“, sagte Jost.
Unter den Gästen war auch der 95-jährige Niko Becker, der von 1950 bis 1989 Geschäftsführer der Becker-Brauerei war. „Der Beckerturm wird gut genutzt heute“, sagte Becker mit Blick auf die heutige Verwendung des ehemaligen Brauereigebäudes.
Die weiteren Begrüßungsworte kamen von der Künstlerin Astrid Woll-Herrmann und der Kunsthistorikerin Brigitte Quack. Martin Schiel und Morgane Chantero begleiteten die Vernissage musikalisch. Sie sorgten mit Bossa-Nova-Klängen für eine entspannte Atmosphäre.
Das Interesse an der Vernissage war groß. Die Ausstellung ist nochmal am 12. und 13. September geöffnet.
Foto: Christine Funk
Besucher rätseln über Schauplätze
Die Turmkünstler präsentieren gemeinsam ein breites Spektrum. Zu sehen sind unter anderem Fotografien von Richard Schorn, Karlheinz Schindler, Isolde Stein und Shoran Soltani, Gemälde von Vanessa Hambach, Astrid Woll-Hermann, Margareta Stief, Gaetano Franzese und Gudrun Schuster. Dazu kommen restaurierte Möbel von Kristin Klemm, Keramik von Natalie Schulz, Schmuckdesign von Bernadette Litzenburger und Speckstein-Skulpturen der Gruppe SpeckSteinZeit. Ingrid Lutz von der Speckstein-Gruppe erklärt, dass sich die Motive oft aus dem Stein heraus ergeben. „Das sieht man im Stein“, sagt sie und zeigt auf ein Werk, das im Rohzustand einen Hasen erkennen ließ. An manchen Arbeiten sitzt sie viele Stunden, teilweise sogar Monate.
Auch die jüngeren Besucher konnten selbst kreativ werden. Benedikt und Jakob probierten sich am Speckstein aus. Jakob wollte ein Gesicht gestalten, während Benedikt in seinem Stein „die Hälfte eines Hutes“ sah.
Fotograf Shoran Soltani zeigte den Besuchern seine Bilder und bezog sie dabei in die Suche nach den jeweiligen Aufnahmeorten ein. Gudrun Liebetruth und Jörg Casper aus Homburg beteiligten sich an dem Ratespiel und versuchten, gemeinsam mit dem Fotografen herauszufinden, wo die Motive entstanden sind.
Bei den Fotografen Karl-Heinz Schindler und Richard Schorn reicht die gemeinsame Verbindung zur Fotografie mehr als 50 Jahre zurück.
Aus gemeinsamen Interessen wurde eine tiefe Freundschaft
Anfang der 1970er-Jahre arbeiteten beide bei der Deutschen Bahn und besuchten dort einen von der Bahn angebotenen Fotokurs. Aus dem gemeinsamen Interesse entwickelte sich eine langjährige Freundschaft. Bis heute sind die beiden privat regelmäßig mit ihren Kameras unterwegs. Bei Führungen können Besucher erfahren, wie der Brauprozess im Turm der ehemaligen Brauerei Becker ablief. Auch musikalisch wird das Programm am kommenden Wochenende ergänzt. Am Sonntag, 13. September, folgt um 14 Uhr mit „Times and Tales“ Musik zwischen Rock und Pop auf der Gitarre.
Die Ausstellung ist am Samstag und Sonntag, 12. und 13. September, jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Die Künstler sind vor Ort und stehen für Gespräche über ihre Arbeiten bereit. Die Turmkünstler organisieren die Ausstellung in Eigenleistung und werden vom Land und den Stadtwerken St. Ingbert unterstützt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
(nlk, nid)