„Zeiten haben sich geändert“ – Grünen-Politiker Dahmen verweigerte Wehrdienst, wird Bundeswehrreservist - WELT
Der Grünen-Abgeordnete Janosch Dahmen hat seine frühere Wehrdienstverweigerung zurückgezogen und ist nun Reservist der Bundeswehr. Vor allem der Ukraine-Krieg habe seine Sicht verändert.
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Janosch Dahmen
„Zeiten haben sich geändert“ – Grünen-Politiker verweigerte Wehrdienst, wird Bundeswehrreservist
Stand: 18:48 UhrLesedauer: 2 Minuten
Janosch Dahmen (Bündnis 90/Die Grünen), Mitglied des Gesundheitsausschusses
Quelle: Kay Nietfeld/dpaDer Grünen-Abgeordnete Janosch Dahmen hat seine frühere Wehrdienstverweigerung zurückgezogen und ist nun Reservist der Bundeswehr. Vor allem der Ukraine-Krieg habe seine Sicht verändert.
Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Janosch Dahmen, hat seine frühere Wehrdienstverweigerung zurückgezogen und ist seit Kurzem Reservist der Bundeswehr. „Meine Überzeugung war und ist: Ich will keinen Menschen töten. Doch ich muss anerkennen, die Zeiten und Rahmenbedingungen, vor denen ich diese Gewissensentscheidung verantworten muss, haben sich geändert“, erklärte Janosch Dahmen jetzt in einem Interview mit dem „Spiegel“.
Der Unfall- und Notmediziner absolvierte im Juni nach eigenen Angaben eine mehrtägige Übung im Sanitätslehrregiment im bayerischen Feldkirchen und legte in Straubing öffentlich das Gelöbnis ab.
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Spätestens durch den Angriffskrieg Russlands unter Präsident Wladimir Putin im Februar 2022 auf die Ukraine sei ihm klar geworden: „Es kann nicht nur die Aufgabe der anderen sein, unser schützenswertes Land und unsere freie, liberale Gesellschaft zu verteidigen, wenn sie von ihren Feinden angegriffen wird“, begründete der 44-Jährige seinen Entschluss.
Der Grünen-Bundestagsabgeordnete wirbt auch in seiner Partei und Fraktion für einen neuen Umgang mit der Bundeswehr. Derzeit wird in einer Projektgruppe der Bundestagsfraktion über das Für und Wider von Freiwilligen- und Pflichtdiensten beraten.
„Ich bin für einen allgemeinen Gesellschaftsdienst. Alle Menschen, Männer und Frauen, sollten diesen nach der Schule für sechs bis zwölf Monate leisten. Entweder bei der Bundeswehr oder bei einer Hilfsorganisation, dem Bevölkerungsschutz oder einer sozialen Einrichtung“, schlägt Dahmen vor.
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Diese gleichwertigen Gesellschaftsdienste sollten laut Dahmen keine einmalige Sache am Ende der Schulzeit bleiben. „Jeder sollte beispielsweise alle sechs Jahre für sechs Wochen zurück in den jeweiligen Bereich gehen. Wir können es nicht nur der jungen Generation zur Aufgabe machen, für Wehrhaftigkeit und Resilienz zu sorgen“, so Dahmen weiter.
Auf dem Bundesparteitag in Hannover im Herbst vergangenen Jahres hatten sich die Grünen mit knapper Mehrheit für die verpflichtende Musterung von jungen Männern ausgesprochen, wie sie jetzt auch das neue Wehrgesetz für die Jahrgänge ab 2008 vorsieht. Weitere Dienstmodelle, wie sie innerhalb der Grünen kursieren, wurden damals nicht beraten.
ceb