Was wirklich gegen das Montagsgefühl hilft

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Was wirklich gegen das Montagsgefühl hilft

Stand: 11.09.2026, 14:07 Uhr

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Frau schaut lustlos auf den Bildschirm eines Laptops

Wegen des starken Kontrasts zum Wochenende fühlt sich der erste Tag der Arbeitswoche oft mies an. © Christin Klose/dpa-tmn

Montagsblues? Eine Karriereexpertin erklärt, wie kleine Veränderungen den Wochenstart erleichtern und was bei anhaltender Unzufriedenheit zu tun ist.

München - Der Montagsblues trifft viele Arbeitnehmer hart. Schon am Sonntagnachmittag geht es los: Oh Gott, morgen wieder arbeiten! Ist das normal? Und was kann man dagegen tun?

„Ein gelegentliches Tief gehört dazu“, sagt Stefanie Bickert, Job- und Karriereexpertin bei der Plattform Indeed. „Entscheidend ist, ob die Lustlosigkeit zum Dauerzustand wird. Wer früh hinschaut, kann gegensteuern, bevor aus dem Montagsfrust eine Unzufriedenheit wird, die sich durch den gesamten Arbeitsalltag zieht.“ Diese drei Tipps helfen, die eigene Situation einzuordnen und wieder in die Spur zu kommen.

Den Montag entschärfen

Wenn der Montag schon am Wochenende schlechte Laune macht, sollte man ihn nicht mit der unangenehmsten Aufgabe beginnen. „Eine Arbeit, die abgeschlossen werden kann, gibt das Gefühl, bereits etwas geschafft zu haben und dem ungeliebten Tag eine positive Richtung“, so Bickert. Dafür könne man anfangen, die ganze Woche über eine „Montags-To-do-Liste“ mit angenehmen Aufgaben zu führen, die nicht sofort erledigt werden müssen.

Sich zum Wochenstart immer wieder aufs Neue durchzuringen, kostet Energie - und die ist begrenzt. Wer schon am Freitag notiert, womit der Montag beginnt, plant den unangenehmen Tag, solange man noch einen guten hat.

Sinn und Ziele wieder sichtbar machen

„Motivation entsteht vor allem von innen“, so die Expertin. Wer ein Gefühl dafür hat, was ihn im Job erfüllt und auf welche langfristigen Ziele die eigene Arbeit einzahlt, kommt leichter durch schwierige Tage. Deshalb lohnt es sich, den eigenen Antrieb an schlechten Tagen bewusst hervorzuholen: Was möchte ich beruflich eigentlich erreichen, in den nächsten Monaten, in den nächsten Jahren?

Genauso hilfreich sei der Blick auf das Jetzt: Welche Aufgaben machen Freude? Wer den Fokus, wo immer möglich, auf diese Tätigkeiten lenkt, holt sich Energie zurück. In frustrierenden Phasen rückt schnell in den Vordergrund, was nicht funktioniert.

„Gelöste Probleme, positive Rückmeldungen und erreichte Ziele regelmäßig schriftlich festzuhalten, ist ein einfaches Gegenmittel“, rät Stefanie Bickert. Auch, weil Menschen Kritik länger speichern als Lob. Diese Perspektive helfe, die eigene Situation in lustlosen Momenten realistisch einzuordnen.

Ist der Montag nur einer von vielen schlechten Tagen?

Wenn neue Routinen und der Blick auf die eigenen Erfolge keine Veränderung bringen, ist Zeit für eine Bestandsaufnahme. Zieht sich das Unbehagen schon über Wochen oder Monate? Hinter dem Frust können ganz unterschiedliche Ursachen stecken: das Gefühl, beruflich nicht voranzukommen, dauerhafte Überforderung durch ein zu großes Arbeitspensum oder das Gegenteil, wenn die eigenen Aufgaben langweilen. Auch fehlende Wertschätzung oder Reibereien im Team zahlen darauf ein.

Auch hier rät die Karriereexpertin zum Verschriftlichen: Eine Liste der Aufgaben und Situationen, die den eigenen Arbeitsalltag gerade schwierig machen, hilft besser zu benennen, was genau stört. Ein pauschales „keine Lust“ lässt sich schwer verändern, konkrete Punkte aber schon. Dann kann ein offenes Gespräch mit der Führungskraft, idealerweise mit konkreten Lösungsvorschlägen und nicht nur Kritik, der nächste Schritt sein.

Die Liste dient dann weiter als Referenzpunkt: Lassen sich Punkte lösen, sollte sie mit der Zeit kürzer werden. Bleibt sie gleich oder wächst sogar an, handelt es sich bei der Unzufriedenheit vermutlich um mehr als ein vorübergehendes Montagsgefühl. Für manche kann sich dann zeigen: Der beste Weg aus dem Montagstief ist ein Wechsel in ein Arbeitsumfeld, das wirklich passt. dpa