„Rassistische Scheiße“: Linken-Abgeordnete kassiert zwei Ordnungsrufe und verlässt schreiend Plenarsaal

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„Rassistische Scheiße“: Linken-Abgeordnete kassiert zwei Ordnungsrufe und verlässt schreiend Plenarsaal

Stand: 11.09.2026, 14:15 Uhr

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Die Bundestagsabgeordnete Cansin Köktürk hat während der Rede eines AfD-Abgeordneten für Aufsehen gesorgt. Köktürk rief mehrfach dazwischen und legte sich auch mit Bundestagsvizepräsidentin Lindholz an.

Während einer Bundestagsdebatte über den Haushalt des Bundesarbeitsministeriums ist es am Freitag zu einer lautstarken Auseinandersetzung gekommen. Die Linken-Abgeordnete Cansin Köktürk rief während der Rede des AfD-Abgeordneten René Springer mehrfach lautstark dazwischen und geriet so mit Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz (CSU) aneinander. Köktürk erhielt innerhalb kurzer Zeit zwei Ordnungsrufe und verließ anschließend unter weiteren Rufen den Sitzungssaal.

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Köktürk kritisiert Rede von AfD-Abgeordnetem als „rassistische Scheiße“

Die Auseinandersetzung hatte begonnen, als Springer in seiner Rede forderte, rigoros gegen Menschen vorzugehen, die trotz eines bestehenden Haftbefehls Sozialleistungen beziehen, und erklärte, die AfD wolle dafür sorgen, dass die Grundsicherung „eine Sozialleistung ist, die in erster Linie Deutschen zukommt“. Köktürk nannte die Ausführungen des AfD-Politikers laut „rassistische Scheiße“. Sitzungsleiterin Lindholz ermahnte die Linken-Abgeordnete daraufhin. Als Köktürk sich nicht beruhigen wollte, erteilte Lindholz ihr einen offiziellen Ordnungsruf.

Im Bundestag kam es zu einer minutenlangen Auseinandersetzung.

Im Bundestag kam es zu einer minutenlangen Auseinandersetzung. © Deutscher Bundestag

Nach einem längeren Wortwechsel wollte Springer seine Rede schließlich fortsetzen, wurde daraufhin aber von Lindholz unterbrochen. Weil Köktürk ihr vorwarf, „Faschisten zu schützen“, sprach die CSU-Politikerin einen zweiten Ordnungsruf aus.

Linken-Abgeordnete verlässt Plenarsaal wutenbrannt

Köktürk verließ kurz darauf schreiend den Plenarsaal. Lindholz erklärte daraufhin: „Wir lassen die Kollegin jetzt diesen Sitzungssaal verlassen“ – ein Hinweis darauf, dass die Bundestagsvizepräsidentin dies als freiwilligen Abgang Köktürks wertete und nicht als Rauswurf.

Ein formeller Ausschluss hätte vorgelegen, wenn Köktürk einen dritten Ordnungsruf innerhalb derselben Bundestagssitzung erhalten hätte. Drei Ordnungsrufe innerhalb von drei Sitzungswochen können zudem ein Ordnungsgeld von 2.000 Euro nach sich ziehen. Im Wiederholungsfall sind demnach 4.000 Euro möglich.

Für Köktürk war es nicht der erste Konflikt mit der Sitzungsleitung. Im Juni 2025 etwa hatte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner die Abgeordnete aus Nordrhein-Westfalen aufgefordert, den Plenarsaal zu verlassen. Köktürk trug damals ein Oberteil mit dem Schriftzug „Palestine“ und wollte dieses nicht ablegen. Klöckner hatte argumentiert, politische Bekenntnisse auf Kleidungsstücken seien im Plenum nach den Hausregeln nicht zulässig.