Urteil des DFB-Sportgerichts: Entscheidung über Wagner-Auftritt gegen Bayern gefallen

Die Entscheidung, ob Vincent Wagner, der Trainer der SV Elversberg, an diesem Sonntag im Bundesligaspiel gegen Bayern München auf der SVE-Bank sitzen darf, ist gefallen. Das DFB-Sportgericht fällte nach der mündlichen Verhandlung seine Entscheidung.

  • 4 min read
Urteil des DFB-Sportgerichts: Entscheidung über Wagner-Auftritt gegen Bayern gefallen

Urteil des DFB-Sportgerichts Entscheidung über Wagner-Auftritt gegen Bayern gefallen

Frankfurt · Die Entscheidung, ob Vincent Wagner, der Trainer der SV Elversberg, an diesem Sonntag im Bundesligaspiel gegen Bayern München auf der SVE-Bank sitzen darf, ist gefallen. Das DFB-Sportgericht fällte nach der mündlichen Verhandlung seine Entscheidung.

11.09.2026 , 13:58 Uhr

Foto: Dan Fischer

Die Würfel sind gefallen: Vincent Wagner, der Trainer der SV Elversberg, darf an diesem Sonntag seine Mannschaft im Spiel gegen den FC Bayern München wie gewohnt von der Seitenlinie aus betreuen. Das entschied das DFB-Sportgericht in Frankfurt nach einer mündlichen Verhandlung, bei der Wagner anwesend war. Die Verhandlung war notwendig geworden, weil die SVE Einspruch gegen die Gelb-Rote Karte eingelegt hatte, die Wagner im Spiel am vergangenen Samstag bei Borussia Mönchengladbach von Schiedsrichter Martin Petersen gesehen hatte.

Nach dem Gegentor in Gladbach zum zwischenzeitlichen 1:2 aus Sicht der SVE in Folge einer falschen Einwurf-Entscheidung hatte sich Wagner „aus stillem Protest“, wie er sagte, auf das Spielfeld gestellt. Dafür gab es die erste Verwarnung von Schiedsrichter Martin Petersen. Die zweite Gelbe Karte folgte, weil Wagner nach dem Pausenpfiff auf den Unparteiischen zugegangen war – allerdings ohne ihn verbal zu attackieren. „Ich habe wirklich nichts gemacht“, hatte Wagner gesagt, „gemeckert habe ich nicht. Das möchte ich mal festhalten. Ich bin auch nicht gerannt, habe auch nicht gewunken.“

Petersen: Würde nicht noch mal so reagieren“

Schiri Petersen äußerte während der Verhandlung, die um 12.41 Uhr begann, sein Bedauern und sagte: „Ich fand meine Reaktion unangemessen und ich würde nicht noch mal so reagieren“, was Wagner mit „Martin - danke! Das zeigt Größe, dass du so ehrlich damit umgehst“, kommentierte. Petersen beurteilte seine Entscheidung der zweiten Gelben Karte vor dem Gericht dann so: „Ich war nach meiner eigenen Fehlentscheidung zu sensibel, habe zu viel wahrgenommen.“ Damit nahm er direkt Bezug auf den Einwurf vor dem Führungstreffer für die Gladbacher, den er fälschlicherweise den Gladbachern zugesprochen hatte. Er habe „den blöden Einwurf falsch entschieden“.

Wagner seinerseits begründete seinen Gang auf das Spielfeld bei Halbzeitpfiff so: „Es war eine hoch emotionale Situation.“ Er habe zu seinen Spielern gehen wollen, damit es nicht zu einem konfrontativen Austausch komme. Während der Interaktion mit Schiri Petersen seien seine Hände „immer unten“ gewesen.

Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Marco Fritz, heute Leiter Evaluation, Beobachtungen und Regelauslegung bei der DFB Schiedsrichter GmbH, sagte nach Abspulen der betreffenden Szene aus dem Spiel: „Aus Schiedsrichter-Regel-Sicht kann ich nichts feststellen, was eine Gelb-Rote Karte rechtfertigen würde.“

Nachdem sich das dreiköpfige Gericht unter Vorsitz von DFB-Sportrichter Stephan Oberholz zur Beratung zurückgezogen hatte, begann das Warten auf das Urteil – und das dauerte keine halbe Stunde. Um 13.54 Uhr verkündete Oberholz: Die Sperre für Wagner wird aufgehoben. Damit ist klar: Am Sonntag kommt es nicht nur zum Duell SV Elversberg gegen den FC Bayern München, sondern auch zum Duell Vincent gegen Vincent – SVE-Trainer Wagner gegen Bayern-Coach Kompany.

Viel Zuspruch für Wagner unter der Woche

Vor der Verhandlung hatte sich Wagner zurückhaltend geäußert und sich für die Unterstützung von vielen Seiten bedankt. „Es war schon Wahnsinn, wieviel positiven Zuspruch ich bekommen habe in dieser Woche“, sagte Wagner, der von SVE-Teammanagerin Selina Wagner, Josef Welzmüller, dem technischen Direktor der SVE, und einem Rechtsanwalt begleitet wurde, und betonte: „Es ist nur Fußball, wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Wenn diskutiert wird über das Thema, dann bitte über der Gürtellinie.“ Ein erster Einspruch gegen die automatische Sperre war vom DFB-Sportgericht wegen fehlender „Anhaltspunkte für einen offensichtlichen Irrtum des Schiedsrichters“ verworfen worden. Gegen diese Entscheidung hatte die SVE erneut Einspruch eingelegt.

BVB-Trainer Kovac: „Alles sehr überzogen“

Der Platzverweis hatte für viele Diskussionen gesorgt. Schiedsrichter-Chef Knut Kircher bezeichnete den Platzverweis als „in Summe eine unglückliche Situation“. Bayern Münchens Vorstands-Chef Jan-Christian Dreesen hatte im Sport1-Doppelpass gesagt: „Es wäre ja möglich, für das nächste Spiel keine Sperre auszusprechen.“ Auch Nico Kovac, Trainer von Borussia Dortmund, war Wagner einen Tag vor der Verhandlung noch beigegesprungen und hatte zur Bewertung der Wagner-Szene gesagt: „Wenn das nicht mehr erlaubt ist, haben wir ein Problem. Ich denke, das ist alles sehr überzogen. In dem Fall haben viele gesehen, dass es nicht so aggressiv war.“

  • SV Elversberg

  • Sport

  • Saar-Sport

  • SV Elversberg

  • Zur Startseite