Überraschung im Mordprozess Fall Fabian: Gina H. „bereit, Fragen zu beantworten“

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Überraschung im Mordprozess Fall Fabian: Gina H. „bereit, Fragen zu beantworten“

Stand: 01.09.2026, 18:50 Uhr

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Die Vorwürfe gegen Gina H. im Fall Fabian wiegen schwer. Erst vor einer Woche äußerte sich die Angeklagte. Nun kündigt ihr Anwalt einen weiteren Schritt an.

Rostock – Für das Landgericht Rostock kam die Ankündigung am 25. Verhandlungstag (1. September) unerwartet. Die Angeklagte Gina H. (30) sei „bereit, Fragen zu beantworten“, sagte ihr Anwalt Thomas Löcker. Erst vor etwa einer Woche hatte Gina H. eine 95-seitige Erklärung vorgelesen und sich geweigert, Fragen des Gerichts zu beantworten. Gina H. sei nach ihrer Einlassung am vorhergehenden Verhandlungstag emotional sehr labil gewesen, argumentierte Anwalt Löckner. Auch jetzt sei es für seine Mandantin „sehr, sehr strapaziös“.

Viele Fragen im Mordprozess von dem kleinen Fabian aus Güstrow sind immer noch offen. Die Angeklagte beteuert weiter ihre Unschuld (Montage).

Viele Fragen im Mordprozess von dem kleinen Fabian aus Güstrow sind immer noch offen. Die Angeklagte beteuert weiter ihre Unschuld (Montage). © Bernd Wüstneck/dpa/Polizei

Die Befragung von Gina H. plante das Gericht nun für den 10. September ein. Der Vorsitzende Richter Holger Schütt versprach, Rücksicht zu nehmen und etwa die Verhandlung zu unterbrechen, wenn das notwendig sei, oder gegebenenfalls die Befragung an einem zusätzlichen Tag fortzuführen.

Fall Fabian aus Güstrow: Angeklagte Gina H. hält sich für unschuldig und will jetzt auf Fragen des Gerichts antworten

Zahlreiche Zeugen und Gutachter wurden in dem Indizienprozess (seit dem 28. April 2026) um den Tod des kleinen Fabian aus Güstrow gehört. Die Angeklagte wird beschuldigt, Fabian am 10. Oktober 2025 mit sechs Messerstichen getötet und die Leiche anschließend in Brand gesetzt zu haben. Die Angeklagte bestreitet, etwas mit dem Mord an dem damals achtjährigen Jungen aus Güstrow zu tun zu haben. Das betonte die 30-Jährige auch in ihrer Erklärung, nachdem sie erst monatelang geschwiegen hatte.

Mord an Fabian: JVA‑Psychologin sagt als Zeugin über Gina H. aus

An diesem Dienstag (1. September) sagte unter anderem die Psychologin der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bützow aus, in der Gina H. seit dem 7. November 2025 in Untersuchungshaft sitzt. Auch ihr gegenüber habe die Angeklagte wiederholt ihre Unschuld beteuert und sie würde sich stark damit beschäftigen, wie sie nach einem Gerichtstermin in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Im Gespräch mit der Psychologin sprach die Angeklagte darüber, man wolle ihr „was in die Schuhe schieben“.

Im Haftalltag falle die 30-Jährige kaum negativ auf, sei aktiv, beschäftige sich mit Kochen, Backen oder Sport und wirke teils fröhlich. Zugleich berichte die Angeklagte von Anfeindungen und Bedrohungen durch andere Inhaftierte, die sie größtenteils meiden würden.

Die JVA-Psychologin hält eine bestehende Diagnose, eine Persönlichkeitsstörung mit Borderline-Symptomatik, für plausibel. Auch wenn die Zeugin nach eigener Aussage keine ausführliche Diagnostik bei der Angeklagten durchgeführt habe.

An dem 25. Verhandlungstag wurden zudem erneut Sprachnachrichten von Gina H. vorgespielt. In denen sich die Angeklagte beklagte, in den sozialen Medien einen „Spießrutenlauf“ erleiden zu müssen, wie der NDR berichtet. Sie versuchte auch, mit Fabians Vater, ihrem damaligen Ex-Partner, in Kontakt zu bleiben. In den ersten Tagen nach Fabians Tod schien es wegen Streitereien schwierig gewesen zu sein. Laut der Psychologin kamen sich Gina H. und Fabians Vater erst später, nach der Inhaftierung, wieder näher. Das Verhältnis zu Fabians Vater habe für Gina H. derzeit nicht oberste Priorität.

Fabians Vater, Matthias R., sagte Anfang Mai als Zeuge vor Gericht aus. Er sei mit der Angeklagten wieder liiert und besuche sie regelmäßig. Das Verhalten von Fabians Vater ist für viele Prozessbeobachter schwer zu verstehen. Der 35-Jährige glaubt nach eigenen Worten an die Unschuld.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Gina H. den Jungen als Hindernis für die Beziehung zu Fabians Vater sah und ihn tötete, um den Vater nach der Trennung zurückzugewinnen. Der 35-Jährige hatte sich im August 2025 von der Angeklagten getrennt. (Quellen: dpa, NDR, Landgericht Rostock)