Uber streicht 3.300 Jobs – für die Milliardenwette auf das Robotaxi
tzWirtschaftStand: 07.09.2026, 14:24 UhrKommentareUns auf Google folgenUber verdient mit Fahrern sein Geld. Jetzt streicht der Konzern 3.300 Jobs – und investiert Milliarden in eine Zukunft, die ohne Fahrer aus...
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Stand: 07.09.2026, 14:24 Uhr
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Uber verdient mit Fahrern sein Geld. Jetzt streicht der Konzern 3.300 Jobs – und investiert Milliarden in eine Zukunft, die ohne Fahrer auskommen soll.
Uber streicht weltweit rund 3.300 Stellen und damit etwa zehn Prozent seiner Belegschaft. Konzernchef Dara Khosrowshahi baut Managementebenen ab, legt Teams zusammen und konzentriert wichtige Einheiten in New York und San Francisco.
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Hinter dem Stellenabbau steckt mehr als ein Sparprogramm: Der Fahrdienstvermittler will Kapital für seine milliardenschwere Robotaxi-Strategie freimachen – und sich damit für eine Zukunft rüsten, in der autonome Fahrzeuge das heutige Geschäft mit menschlichen Fahrern grundlegend verändern könnten.

Uber nimmt die Axt an der Hierarchie
Uber-Chef Dara Khosrowshahi will Managementebenen verschlanken, sehr kleine Teams zusammenlegen und Entscheidungen beschleunigen. Globale Einheiten sollen stärker in New York und San Francisco konzentriert werden.
„Eine schlankere Organisation sorgt für klarere Zuständigkeiten, schnellere Entscheidungen und mehr Zeit für Aufbauarbeit statt Abstimmung“, schrieb Khosrowshahi an die Belegschaft. Der Konzern reagiert damit auch auf den Druck von Investoren, profitabler zu werden und gleichzeitig ausreichend Kapital für neue Geschäftsfelder bereitzuhalten.
Die Milliardenwette: Uber will beim Robotaxi nicht zum Zuschauer werden
Die Einsparungen sollen in Wachstum und Innovation fließen. Uber will sein Kerngeschäft mit Fahrdiensten und Essenslieferungen ausbauen und zugleich massiv in autonome Fahrdienste investieren.
In den kommenden Jahren plant der Konzern, mehr als zehn Milliarden US-Dollar in Robotaxi-Partnerschaften zu stecken. Dabei verfolgt Uber eine andere Strategie als Entwickler wie Waymo oder Tesla: Der Konzern muss nicht zwingend selbst das beste autonome Auto bauen. Er will die Plattform kontrollieren, über die Kunden künftig Robotaxis verschiedener Anbieter buchen.
Damit verändert sich auch die Rolle von Uber. Aus dem Vermittler menschlicher Fahrer soll zunehmend ein Marktplatz für autonome Mobilität werden. Genau deshalb ist der Wettlauf um Robotaxis für den Konzern so wichtig: Setzen sich konkurrierende Plattformen durch, könnte Uber ausgerechnet bei der nächsten Mobilitätsrevolution an Einfluss verlieren.
Parallel baut Uber sein Geschäft mit Essenslieferungen aus. Ende August veröffentlichte der Konzern nach der Genehmigung durch die BaFin die Angebotsunterlage für sein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für Delivery Hero. Uber bietet 41,50 Euro je Aktie; die Annahmefrist läuft bis zum 5. November 2026. Auch hier zeigt sich die Strategie: Uber spart an seiner eigenen Organisation – und setzt gleichzeitig Milliarden ein, um in seinen wichtigsten Zukunftsmärkten größer zu werden.
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3.300 Jobs weg: Ubers härtester Schnitt seit Corona
Uber wurde 2009 in San Francisco gegründet und ist inzwischen in mehr als 70 Ländern aktiv. Neben Fahrten vermittelt das Unternehmen über Uber Eats auch Essens- und Warenlieferungen.
Ende 2025 beschäftigte Uber weltweit rund 34.000 fest angestellte Mitarbeiter. Fahrer und Kuriere sind darin nicht enthalten. Der nun geplante Abbau von 3.300 Arbeitsplätzen ist der größte Einschnitt seit Mai 2020. Damals hatte der Konzern während der Corona-Pandemie rund 6.700 Stellen gestrichen.
Der Unterschied zu 2020 ist entscheidend. Damals strich Uber Stellen, weil während der Pandemie das Geschäft einbrach. Heute kürzt der Konzern, obwohl das Geschäft wächst.
Damit wird der Stellenabbau zum strategischen Signal: Uber spart nicht nur gegen eine Krise an, sondern für die nächste Mobilitätsära. Die Milliardenfrage lautet deshalb nicht, wie viele Jobs jetzt verschwinden. Sondern ob Uber beim Robotaxi erneut die Plattform kontrolliert – oder diesmal selbst von einem neuen Mobilitätsmodell überholt wird.