Diesel-Preis knackt magische Marke – das bringt Trump in Bedrängnis
StartseiteWirtschaftTrump unter Druck: Diesel so teuer wie nie zuvor – magische Marke geknacktStand: 11.09.2026, 08:21 UhrKommentareUns auf Google folgenDer Dieselpreis in den USA steigt auf ein Rekordhoch. Für...
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Trump unter Druck: Diesel so teuer wie nie zuvor – magische Marke geknackt
Stand: 11.09.2026, 08:21 Uhr
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Der Dieselpreis in den USA steigt auf ein Rekordhoch. Für Donald Trump wird das zunehmend zum Problem. In wenigen Wochen stehen Wahlen an.
Washington – Für US-Bürgerinnen und US-Bürger ist das Tanken von Diesel derzeit so teuer wie nie zuvor. Nur wenige Wochen vor den anstehenden Parlamentswahlen sieht sich US-Präsident Donald Trump mit einer heiklen Realität konfrontiert: Im landesweiten Durchschnitt stieg der Preis für eine Gallone (3,785 Liter) Diesel auf 6,00 US-Dollar – ein neuer historischer Höchstwert in den Vereinigten Staaten. Haupttreiber hinter dem rasanten Preissprung ist der von Trump geführte Iran-Krieg.

Maßgeblich verantwortlich für die Teuerung ist die globale Energiekrise, die durch den anhaltend blockierten Ölhandel über die Straße von Hormus ausgelöst wurde. Da infolge des Iran-Kriegs kaum noch Rohöl aus dieser Schlüsselregion den Weltmarkt erreicht, treibt das verknappte Angebot die Notierungen in die Höhe. So kletterte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Liefertermin im November am Donnerstag erstmals seit Mai wieder auf 108 US-Dollar, nachdem die militärische Auseinandersetzung zwischen Washington und Teheran erneut eskaliert war.
Dieselpreis in den USA: Ursachen für den extremen Preisanstieg
Nach Daten der US-Energieinformationsbehörde EIA setzt sich der Preis für Diesel im Detail aus vier zentralen Elementen zusammen:
- Kosten für die Beschaffung von Rohöl
- Betriebskosten in den Raffinerien
- Ausgaben für Vertrieb, Marketing und Tankstellenbetrieb
- Steuern
Den dominierenden Faktor stellt dabei das Rohöl dar: Im Zeitraum zwischen 2004 und 2025 entfielen darauf rund 51 Prozent des monatlichen Durchschnitts-Einzelhandelspreises für Diesel an den Autobahnen der USA. Parallel dazu legten auch die Vertriebskosten zu.
Dass Diesel bereits seit Jahren grundsätzlich teurer gehandelt wird als Benzin, begründet sich unter anderem mit einer überdurchschnittlich starken Nachfrage in Europa, China, Indien sowie den USA. Hinzu kommt eine höhere Bundessteuer auf Diesel im Vergleich zu Benzin. Während der Großteil der Pkw-Flotte in den USA mit Benzin betrieben wird, sind nahezu sämtliche Transportfahrzeuge auf Diesel angewiesen.
Enorme Belastung für Transport und Wirtschaft
Die Verteuerung trifft vor allem dieselabhängige Branchen mit voller Wucht. Wie eine Auswertung des gemeinnützigen American Transportation Research Institute (ATRI) zeigt, machten die Treibstoffkosten im Jahr 2025 rund ein Fünftel der gesamten durchschnittlichen Betriebskosten im Lkw-Transportsektor aus. Angesichts der anhaltenden Eskalation im Nahen Osten und der verschärften Energiekrise dürfte dieses Verhältnis künftig noch deutlich ungünstiger ausfallen.
Auch die EIA hat ihre Prognosen für den Dieselpreis spürbar nach oben korrigiert:
- Für das laufende Jahr wird nun ein durchschnittlicher Gallonenpreis von 5,07 US-Dollar erwartet (ein Plus von 4,4 Prozent gegenüber der Schätzung aus dem August).
- Für das Jahr 2027 rechnen die Fachleute zwar mit einem Rückgang auf 4,40 US-Dollar je Gallone, doch auch dieser Wert liegt um 8,2 Prozent über den vorherigen Annahmen.
- Zum Vergleich: Im Jahr 2025 lag der Durchschnittspreis noch bei 3,66 US-Dollar.
Speditionen, die Bauwirtschaft sowie die Land- und Forstwirtschaft können die Mehrausgaben nicht vollständig abfedern. Ein Großteil der Belastungen wird an die Verbraucher weitergereicht, was Preissteigerungen bei Lebensmitteln, Alltagsgütern und sonstigen Frachtsendungen zur Folge hat.
Teuerung erreicht auch die US-Verbraucher
Auf den ersten Blick schien die US-Bevölkerung vom Dieselschock weniger berührt, da private Fahrzeuge vorwiegend mit Benzin („Regular“) betankt werden. Doch der Konflikt mit dem Iran lässt auch diese Preise nach oben schnellen: Am Donnerstag lag der Durchschnittspreis für Benzin bei 4,277 Dollar je Gallone. Ein Jahr zuvor hatte der Preis noch 3,1938 Dollar betragen – Werte, die aus deutscher Sicht nach wie vor niedrig wirken.
Weitaus gravierender sind die allgemeinen Inflationsfolgen, die durch den Energieschock zusätzlich angeheizt werden. Bereits seit mehr als fünf Jahren verharrt die Teuerungsrate in den USA über der von der Notenbank Federal Reserve angepeilten Zielmarke von zwei Prozent.
Kaum Aussicht auf Entspannung vor den Wahlen
Eine rasche Wende an den Zapfsäulen gilt angesichts der verfahrenen Lage zwischen Washington und Teheran als unwahrscheinlich. Selbst Donald Trump rechnet nicht mehr mit einer kurzfristigen Erleichterung. Auf die Frage von Journalisten, wann der Benzinpreis wieder unter die Marke von zwei Dollar pro Gallone fallen könnte, räumte er ein: „Ich denke, es wird etwas länger dauern als bis zu den Midterms.“ Noch vor wenigen Monaten hatte der republikanische Präsident versprochen, die Preise würden zeitnah „wie ein Stein“ fallen.
Vor den entscheidenden Parlamentswahlen, die in weniger als zwei Monaten stattfinden, bringt dies Trump in Bedrängnis: Er steht vor der Wahl, ob er seiner Partei im Wahlkampf den Rücken stärken kann und will oder seinen Fokus weiterhin auf die Außenpolitik richtet. Bei den Wählerinnen und Wählern sorgen die wochenlangen Hochpreise für Unmut – und für Trumps ohnehin schwache Zustimmungswerte ist das offene Eingeständnis ein weiterer Rückschlag. (Verwendete Quellen: dpa)