Neue Attacke gegen eine Frau: Jetzt greift US-Präsident wieder eine Reporterin an – „unattraktiv“, „Betrügerin“

StartseitePolitikTrump attackiert erneut eine Journalistin: „Betrügerin“, „Stalkerin“, „unattraktiv“Stand: 29.08.2026, 20:34 UhrKommentareUns auf Google folgenEin Bericht von Maggie Haberman bringt Trump zur We...

  • 6 min read
Neue Attacke gegen eine Frau: Jetzt greift US-Präsident wieder eine Reporterin an – „unattraktiv“, „Betrügerin“

Trump attackiert erneut eine Journalistin: „Betrügerin“, „Stalkerin“, „unattraktiv“

Stand: 29.08.2026, 20:34 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Ein Bericht von Maggie Haberman bringt Trump zur Weißglut. Seine Wortwahl gegen die Top-Journalistin lenkt den Blick auf ein altes Muster.

US-Präsident Donald Trump hat am Freitag (28. August) einen persönlichen Angriff auf die Reporterin Maggie Haberman von der New York Times gestartet. Zuvor hatte die Zeitung berichtet, Trump plane, den 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September im Pentagon statt am Ground Zero in New York City zu begehen. Trump reagierte damit auf einen Bericht, demzufolge er der Gedenkzeremonie in Washington beiwohnen wolle, anstatt wie früher in New York.

Content-Partnerschaft

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com.

Trump bezeichnete Haberman als „Scheinreporterin“ und warf ihr vor, die Geschichte frei erfunden zu haben, wobei er zugleich ihr Aussehen ins Visier nahm, sie als „unattraktiv“ beschrieb und sie als „Betrügerin“ und „Stalkerin“ attackierte. Die Wortwahl fügt sich in seine häufige Praxis ein, Kritikerinnen persönlich herabzuwürdigen, anstatt auf den Inhalt ihrer Berichterstattung einzugehen.

US-Präsident Trump

Donald Trump beschimpfte mal wieder eine Frau. (Archivbild) © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Trump sagte, es handele sich um „manipulierte Nachrichten“. Zugleich wies er den Eindruck zurück, er meide New York, weil die Behörden ihm nicht erlaubten, am World-Trade-Center-Gelände eine Rede zu halten. Er sagte, es handle sich um eine „feierliche Zeremonie“, bei der es darum gehe, der Opfer und ihrer Familien zu gedenken. Der von Haberman und drei weiteren Journalistinnen und Journalisten verfasste Bericht, der am Donnerstag in der Times erschien, besagt, dass Trump voraussichtlich an der Zeremonie im Pentagon teilnehmen werde, wo er sprechen könnte.

Trump attackiert Reporterin – und weist Bericht zurück

Der Präsident hatte zuvor bereits an Gedenkveranstaltungen zum 11. September in New York teilgenommen, darunter auch an Veranstaltungen am Ground Zero. Diese Tradition steht nun in einem Spannungsverhältnis zu seinen aktuellen Reiseplänen und dem Protokoll der New Yorker Gedenkfeier, das politischen Reden seit Jahren Grenzen setzt. Die neue Planung stößt daher auf besonderes Interesse unter Beobachtern seiner öffentlichen Auftritte.

Newsweek wandte sich am Freitag per E-Mail mit der Bitte um Stellungnahme an das Weiße Haus und die Times. Eine unmittelbare Antwort lag zunächst nicht vor, wodurch die Darstellung der Zeitung vorerst der zentrale öffentlich bekannte Bericht über Trumps Pläne blieb. Beide Seiten haben in der Vergangenheit wiederholt scharf über die Berichterstattung des jeweils anderen gestritten.

11. September und Trump: New York rückt in den Hintergrund

Trump wird voraussichtlich den 25. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September im Pentagon statt am Ground Zero in New York City begehen, so der Bericht der Times. Demnach hatte Trump ursprünglich geplant, an der jährlichen Zeremonie im National September 11 Memorial & Museum in Lower Manhattan teilzunehmen, änderte jedoch seine Pläne, da Politikern Medienberichten zufolge seit 2012 untersagt ist, dort Reden zu halten.

In seinem Beitrag auf Truth Social sagte der Präsident unter anderem: „Ich habe nicht einmal darüber nachgedacht, was Maggot [sic] sich ausgedacht hat; außerdem würde ich am liebsten gar nichts sagen – ich rede ja ständig, und heute ist ein Tag, um der Opfer und ihrer wunderbaren Familienangehörigen zu gedenken.“ Damit stellte er Habermans Darstellung in Abrede und betonte, er wolle sich an diesem Tag auf das Gedenken konzentrieren, nicht auf öffentliche Auftritte.

Stattdessen wird Trump nach Angaben der Times voraussichtlich an der Gedenkveranstaltung des Pentagons teilnehmen, wo er sprechen könnte. Vizepräsident JD Vance wird dagegen in New York erwartet. Die Times berichtet zudem, dass Trumps anstehende Reisepläne – darunter eine für den folgenden Tag geplante Reise nach Irland – bei der Entscheidung eine Rolle spielten, da ein Abflug aus dem Raum Washington logistisch einfacher sei als aus New York.

Gedenken am 11. September: Ehemalige Präsidenten in New York erwartet

Ehemalige Präsidenten Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama werden dem Bericht zufolge in New York erwartet, ebenso wie die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton und die frühere First Lady Laura Bush. Das Medium berichtet, dass ihre Teilnahme ein breites parteiübergreifendes Gedenken an die Opfer der Anschläge unterstreichen soll. Die Anwesenheit dieser politischen Größen hebt die Bedeutung der Zeremonie am Ground Zero zusätzlich hervor.

Trump drohte in seinem jüngsten Angriff auf Haberman außerdem mit einer neuen Klage: „Maggot [sic] Hagerman [sic] ist eine HOCHSTAPLERIN, und die New York Times weiß das! All das wird im Rahmen der Klage gegen sie ans Licht kommen – ebenso wie in einer weiteren Klage gegen die Organisation, die den mittlerweile diskreditierten Pulitzer-Preis vergibt; denn Maggie erhielt diesen für ihre ‚Berichterstattung‘ über den „RUSSLAND, RUSSLAND, RUSSLAND“-Schwindel, der sich als reiner BETRUG herausgestellt hat.“ Damit griff er erneut die Glaubwürdigkeit von Auszeichnungen und Medien an, die über die Russland-Ermittlungen berichtet hatten.

Trumps juristische Auseinandersetzungen mit den Medien

Trump hat in der Vergangenheit markante juristische Auseinandersetzungen mit den Medien geführt und eine Reihe von Verleumdungsklagen gegen große Nachrichtenorganisationen eingereicht, darunter die Times, das The Wall Street Journal und die BBC. Zuvor hatte er bereits Vergleichszahlungen in Millionenhöhe mit ABC News und Paramount/CBS erzielt. Diese Verfahren unterstreichen seine langjährige Strategie, gegen kritische Berichterstattung auch mit rechtlichen Mitteln vorzugehen.

Trumps Angriff auf Haberman fügt sich zudem in Newsweek zufolge in sein seit Langem bestehendes Muster ein, Frauen mit Kommentaren zu ihrem Aussehen oder Auftreten ins Visier zu nehmen, wenn sie Fragen stellen, die ihm missfallen. Im Februar kritisierte Trump CNN-Reporterin Kaitlan Collins, als sie ihn zu den Epstein-Akten befragte. Er nannte sie „die schlechteste Reporterin“ und sagte, er glaube nicht, sie jemals lächeln gesehen zu haben.

Trump und seine persönlichen Angriffe auf Journalistinnen

Monate später konzentrierte sich Trump beim Dinner der White House Correspondents’ Association erneut auf Collins’ Aussehen, nannte sie eine „junge, attraktive Frau“ und forderte sie wiederholt zum Lächeln auf. Das Muster reicht bis in Trumps erste Amtszeit zurück: 2017 griff er die MSNBC-Moderatorin Mika Brzezinski an, bezeichnete sie als „verrückte Mika mit niedrigem IQ“ und behauptete, sie habe stark von einem Facelifting geblutet, als sie Mar-a-Lago besucht habe.

Berühmt-berüchtigt sind auch seine Kommentare über die damalige Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly nach einer republikanischen TV-Debatte, als er von „Blut, das aus ihren Augen kommt“, und „Blut, das sonst wo aus ihr herauskommt“, sprach. Äußerungen, die weitreichende Kritik auslösten. Jüngst hat Trump wiederholt persönliche Beleidigungen gegen Journalistinnen verwendet, wenn er mit schwierigen Fragen konfrontiert wurde, und so die Diskussion auf deren Person statt auf Inhalte gelenkt.

Trumps neue Beleidigungen gegenüber Reporterinnen

Im November sagte er zu Catherine Lucey von Bloomberg „Still, still, Schweinchen“, als sie versuchte, ihn zu den Epstein-Akten zu befragen. Im selben Zeitraum kritisierte Trump zudem die Korrespondentin von ABC News, Mary Bruce, nannte sie eine „schreckliche Reporterin“ und griff die Art an, wie sie Fragen stelle. Die jüngsten Kommentare über Haberman setzen dieses Muster fort, indem sie die Aufmerksamkeit weg vom Inhalt eines Berichts und hin zur Journalistin selbst lenken.