Schwere Unwetter treffen Italien: Zwei Frauen sterben, beliebte Urlaubsorte wie Lignano versinken im Chaos

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Schwere Unwetter treffen Italien: Zwei Frauen sterben, beliebte Urlaubsorte wie Lignano versinken im Chaos

Tote bei schweren Unwettern in Italien: Adria-Orte überflutet, mehrere Tornados gesichtet

Stand: 11.09.2026, 07:58 Uhr

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Schwere Gewitter, Sturmböen und Starkregen haben am 9. und 10. September weite Teile Italiens getroffen. Zwei Frauen starben, zahlreiche Orte sind betroffen.

Mailand – Nach drückender Hitze entlädt sich der Himmel in Nord- und Mittelitalien. Heftige Regenfälle führten verbreitet zu Überflutungen, 63.000 Blitze schlugen in der Toskana ein, Flüsse traten über ihre Ufer und mehrere Tornados wurden gesichtet.

Alberto Stefani, der Regionalpräsident von Venetien, teilt Bilder, die das Ausmaß der Unwetter zeigen.

Alberto Stefani, der Regionalpräsident von Venetien, teilt Bilder, die das Ausmaß der Unwetter zeigen. © Alberto Stefani/Facebook

Im friaulischen Latisana geriet eine 83-jährige Frau am Donnerstag (10. September) mit ihrem Auto in eine überflutete Unterführung. Die Wassermassen schlossen das Fahrzeug ein. Ein Polizist sprang nach einem Notruf ins Wasser und versuchte, die Frau zu bergen – doch alle Rettungsversuche scheiterten. „Wir haben alles getan, um sie zu retten“, sagte der Polizist später der Presse. Er selbst wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Gleichzeitig starb laut dem Sender Rai in Sinalunga in der Toskana eine etwa 80-jährige Frau, als ein Windstoß ein Fenster zerbrach und sie schwer verletzte.

Sturm und Regen peitschen durch Italien: Unwetter treffen Badeorte an der Adria

Besonders hart traf es die bei deutschen und österreichischen Urlaubern beliebten Adriaorte. In Lignano Sabbiadoro standen Straßen und Garagen unter Wasser, die Feuerwehr rückte zu zahlreichen Einsätzen aus. Auch Bibione und Jesolo blieben nicht verschont – an der sonst ruhigen oberen Adria peitschten Sturmböen und hohe Wellen über die Strände. Der Tagliamento trat über die Ufer und überflutete weite Teile des Basso Friuli.

Im Raum Brescia riss ein Tornado Dächer ab. In Viareggio (Toskana) beschädigte eine Windhose Badeanstalten und Wohnhäuser. In Mailand fielen örtlich fast 100 Millimeter Regen in 24 Stunden, der Fluss Lambro stieg stark an, die Parks der Stadt wurden vorsorglich geschlossen. In Rom musste die Polizei laut der Nachrichtenagentur Ansa über 350 Einsätze fahren, um Autofahrer aus überfluteten Unterführungen zu befreien. Der Bahnverkehr zwischen Portogruaro und Triest kam zeitweise vollständig zum Erliegen.

Heftiger Wetterumschwung nach dem heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen

Der Wetterumsturz trifft Italien nach einem historischen Hitzesommer: Laut dem Nationalen Forschungsrat CNR war der Sommer 2026 mit durchschnittlich 24,3 Grad Celsius der heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950 – der bisherige Rekord aus 2003 (23,6 Grad) wurde damit gebrochen. Eine atlantische Störung brachte nun kühlere Luft in den Norden, während im Süden weiterhin bis zu 35 Grad herrschten. (Quellen: Rai, Ansa, Corriere della Sera) (moe)