News am Morgen - Nachrichten vom xx. Dezember 2024

als am Sonntagabend kurz nach 18 Uhr die ersten Resultate zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bekannt werden, beginnt Björn Höcke im Alten Theater in Magdeburg zu singen: „So ein Tag, so wunderschön wie heute, s...

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News am Morgen - Nachrichten vom xx. Dezember 2024

als am Sonntagabend kurz nach 18 Uhr die ersten Resultate zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bekannt werden, beginnt Björn Höcke im Alten Theater in Magdeburg zu singen: „So ein Tag, so wunderschön wie heute, so ein Tag, der dürfte nie vergehen.“ Ulrich Siegmund, der Spitzenkandidat der AfD, strahlt.

Es ist ein denkwürdiger Wahlsonntag, der da in Sachsen-Anhalt seinen Ausklang findet. Einen Wahltag mit einer rekordverdächtigen Stimmbeteiligung von 77,8 Prozent auch. Als Festtag der Demokratie dürfte er dennoch nicht in die Geschichte eingehen, sondern vielmehr als eine Zäsur für das ganze Land: Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland war eine vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte Partei der Macht so nah wie jetzt die AfD.

Ob Ulrich Siegmund am Ende regieren wird, ist zwar offen. Die AfD verpasst die absolute Mehrheit und braucht die Stimmen anderer Parteien – etwa dem BSW, das es gestern spät knapp über die 5-Prozent-Hürde geschafft hat – um eine Regierung zu bilden. Mit rund 44 Prozent der Stimmen kommt die AfD aber auf das stärkste Ergebnis, das sie je bei einer Landtagswahl erreichte. „Heute ist ein historischer Tag“, jubelt Björn Höcke.

Die CDU muss hingegen dramatische Verluste hinnehmen. Sie halbiert ihren Anteil auf rund 17,2 Prozent. Der Kanzlerpartei stehen damit schwere Zeiten bevor. Auch für Friedrich Merz selbst dürfte das Regieren noch ungemütlicher werden. Im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt war der Bundeskanzler für viele eine Reizfigur. Selbst CDU-Ministerpräsident Sven Schulze hielt ihn auf Distanz.

Die SPD kam da am Sonntag etwas besser weg: Die Sozialdemokraten konnten sich bei 9,3 Prozent halten, ziehen aus dem AfD-Triumph aber eine klare Schlussfolgerung, die dem Kanzler nicht gefallen dürfte. Wie alle anderen Parteien abgeschnitten haben und was das für mögliche Koalitionen in Sachsen-Anhalt bedeutet, lesen Sie hier im Überblick.

„Die Wahl in Sachsen-Anhalt zeigt: Deutschland ist nicht mehr immun gegen Rechtsextremismus“, schreibt SZ-Politikchef Nicolas Richter in seinem Kommentar. Umso wichtiger ist, dass die Demokraten nach dem Erfolg der AfD nun über sich hinauswachsen.

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