Sachsen-Anhalt-Ergebnis beim Gillamoos: Söder spricht vorab von „Epochenbruch“ und „echter Zäsur“

wa.dePolitikStand: 07.09.2026, 09:06 UhrKommentareUns auf Google folgenAfD gewinnt in Sachsen-Anhalt mit 43,8 % – jetzt liefern Söder, Dobrindt und Co. beim Gillamoos in Abensberg die erste große Reaktion. Der ...

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Sachsen-Anhalt-Ergebnis beim Gillamoos: Söder spricht vorab von „Epochenbruch“ und „echter Zäsur“

Stand: 07.09.2026, 09:06 Uhr

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AfD gewinnt in Sachsen-Anhalt mit 43,8 % – jetzt liefern Söder, Dobrindt und Co. beim Gillamoos in Abensberg die erste große Reaktion. Der News-Ticker.

München – Nach dem historischen Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt rückt am Montag der politische Frühschoppen auf dem Gillamoos in Abensberg in den Fokus. Das niederbayerische Volksfest ist nach der Sachsen-Anhalt-Wahl das erste große Kommentarforum für Spitzenpolitiker aus Bund und Ländern – und das Ergebnis liefert reichlich Gesprächsstoff. Die AfD hatte die Landtagswahl mit 43,8 Prozent gewonnen und ihren Stimmenanteil damit mehr als verdoppelt, die absolute Mehrheit aber verpasst. Lesen Sie die aktuellen Entwicklungen im Ticker:

Im Mittelpunkt des Interesses steht unter anderem CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der traditionell auf dem Gillamoos auftritt. In diesem Jahr hat er mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt einen prominenten Co-Redner an seiner Seite. Beide CSU-Politiker stehen einem AfD-Verbotsverfahren, das von verschiedenen politischen Kräften gefordert wird, ablehnend gegenüber – eine Haltung, die angesichts des Rekordergebnisses der AfD in Sachsen-Anhalt neu diskutiert werden dürfte.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, steht beim Politischen Frühschoppen Gillamoos auf der Bühne. Das Gillamoos ist eines der größten und ältesten Volksfeste Niederbayerns und bietet traditionell einen politischen Schlagabtausch der Parteien.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, steht beim Politischen Frühschoppen Gillamoos auf der Bühne. Das Gillamoos ist eines der größten und ältesten Volksfeste Niederbayerns und bietet traditionell einen politischen Schlagabtausch der Parteien. © Peter Kneffel/dpa

Gillamoos 2026 nach Sachsen-Anhalt-Wahl: Söder, Dobrindt und die AfD äußern sich zum Ergebnis

Die AfD selbst ist auf der Schlosswiese präsent, nur wenige hundert Meter von den Festzelten entfernt. Dort treten der bayerische Landesvorsitzende Stephan Protschka sowie die beiden Landtagsfraktionschefs Katrin Ebner-Steiner und Ulrich Singer auf. Im Gepäck: ein Ergebnis, das bundesweit für Aufsehen sorgte. Mit 43,8 Prozent erzielte die Partei in Sachsen-Anhalt den besten Wert, den eine Partei in den vergangenen zehn Jahren bei einer Landtagswahl eingefahren hatte.

Für die anderen Parteien ist der Montag in Abensberg auch ein Tag der Aufarbeitung. Bei der SPD wird Hubertus Heil als Hauptredner erwartet. Die Sozialdemokraten hatten in Sachsen-Anhalt mit 9,3 Prozent zwar leicht zugelegt, bleiben aber auf niedrigem Niveau. Die Grünen schicken den Bundestagsabgeordneten Anton Hofreiter, die bayerische Parteivorsitzende Eva Lettenbauer und Fraktionschefin Katharina Schulze ans Rednerpult – ihre Partei hatte in Sachsen-Anhalt mit 8,9 Prozent ihr bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in dem Bundesland erzielt. Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger übernimmt wie gewohnt die Hauptrolle bei seinem Parteiauftritt.

Nach Sachsen-Anhalt-Wahl: Regierungsbildung auch Thema bei Gillamoos 2026?

Der Blick auf die Regierungsbildung nach der Sachsen-Anhalt-Wahl könnte ebenfalls eine Rolle spielen. Denn die Lage ist verfahren: Die bisherige Koalition aus CDU, SPD und FDP hat keine Mehrheit mehr. Die FDP flog mit 2,6 Prozent aus dem Landtag, Landeschefin Sylvia Hüskens kündigte ihren Rücktritt an. Das einzige rechnerisch mögliche Bündnis ohne die AfD wäre ein Zusammenschluss aller übrigen Parteien, doch die CDU schließt eine Koalition mit der Linken laut Bundesparteitagsbeschluss aus. Zudem hat die BSW-Bundesspitze die Wahl von CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze zum Ministerpräsidenten ausgeschlossen. Schulze und sein Kabinett bleiben vorerst geschäftsführend im Amt.

Zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs könnte mit der AfD eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei in einem Bundesland an die Macht gelangen, sofern es ihr gelingt, Abgeordnete anderer Fraktionen für die Wahl ihres Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten zu gewinnen. Ob das möglich ist, blieb zunächst offen. (fbu mit Agenturen)