Hochalpsee, Körbersee und mehr: Versteckte Perlen und die schönsten Trailrunning-Strecken in Warth-Schröcken
StartseiteLebenFitnessSteilgehen und „trailaxen“ – beim Trailrunning in Warth-Schröcken ist beides möglichStand: 17.07.2026, 18:01 UhrKommentareUns auf Google folgenVersteckte Perle: Beim Trailrunning in der Re...
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Steilgehen und „trailaxen“ – beim Trailrunning in Warth-Schröcken ist beides möglich
Stand: 17.07.2026, 18:01 Uhr
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Trailrunning in Warth-Schröcken punktet mit klaren Bergseen, grandiosem Panorama und Optionen für Einsteiger und ambitionierte Läufer. Das Besondere ist aber noch etwas ganz anderes.
Mit gemischten Gefühlen bin ich nach Schröcken angereist. Fast drei Monate hatte ich aufgrund gesundheitlicher Probleme und einer OP keinen Sport gemacht. Dementsprechend war meine Kondition auf Tiefst- und mein Gewicht auf Höchststand. Und so soll ich mich mit einer Gruppe vermutlich austrainierter Trailrunner auf Gipfel schleppen? Mein mentaler Kompass war auf Kampf und Leiden eingestellt. Andererseits hatte ich einfach richtig Bock, mich endlich wieder zu bewegen, in einer traumhaften Berglandschaft bei bestem Wetter und mit Gleichgesinnten. Und, was soll ich sagen – ich hätte mich brutal geärgert, wenn ich gekniffen hätte.
Ankommen und staunen: das Berghaus Schröcken
Schon die Ankunft überrascht. Das Berghaus Schröcken ist auf den ersten Blick etwas wild: ein riesiger Komplex aus mehreren Häusern, eine Tiefgaragenebene, dazwischen grasende Ziegen und Schafe, ein Beachvolleyballplatz – Berghüttencharme trifft auf moderne Architektur. Doch schnell ergibt alles einfach nur Sinn. Die Gäste können je nach Bedarf und Budget wählen: kleine, gemütliche Zimmer mit Küchenzeile und Bergblick, geräumige Familienferienwohnungen für bis zu sechs Personen oder luxuriöse Chalets mit eigenem Jacuzzi. Selbstverpflegung, Verwöhnpension oder ein Mix aus beidem. Für alle gibt es einen beeindruckenden Wellness-Bereich mit mehreren Saunen, einem Dampfbad und einem Infinity Pool auf der Außenterrasse – mit Blick auf die umliegenden Gipfel, die den Ort Schröcken einrahmen – perfekt zum Entspannen nach einem langen Lauftag.

Beim Kaiserschmarrn auf der Terrasse bin ich endgültig im Berghaus angekommen – aber das Besondere ist das Gefühl: Abends kommen auch Einheimische zum Essen und in die Bar, man feiert hier Familienfeste, man sitzt zusammen. Als Gast ist man nicht der Tourist am Rand, sondern mittendrin. Das ist nicht selbstverständlich.
Das Konzept dahinter stammt von Steffi Schwarzmann, der Gastgeberin, die das Berghaus in der Coronazeit innerhalb von nur zwei Jahren quasi aus dem Boden gestampft hat – mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Kinder, aber im Kern ihr eigenes Werk. Ihr Motto: weniger ist mehr, aber das Wenige soll in bester Qualität sein. Das spürt man.
Was Trailrunning wirklich ist – und was nicht
Zunächst möchte ich mit einem weitverbreiteten Irrtum aufräumen: Trailrunning ist nicht nur für drahtige Superathleten, die täglich Hunderte Kilometer und tausende Höhenmeter über Gipfel rasen.

Im Kern geht es darum, Spaß in den Bergen zu haben – mit etwas mehr Freiheit und Tempo als beim klassischen Wandern. Kein schwerer Rucksack, stattdessen eine leichte Laufweste mit genug zu trinken und ein paar wesentliche Dinge wie Regenjacke, Smartphone und Erste-Hilfe-Set. Bergauf darf man ruhig etwas langsamer werden – ähnlich wie beim Wandern. Auf einem flowig dahinschlängelnden Trail kann man dann Gas geben, die Natur genießen und genau das erleben, wofür Trailrunner so schwärmen: dieses besondere Glücksgefühl beim Lauf durchs Gelände mit Panorama, das einem in der Stadt einfach fehlt.
Warth-Schröcken kommt Einsteigern dabei besonders entgegen: Die Dörfer liegen bereits auf 1250 bzw. 1495 Metern Höhe, eingebettet zwischen Arlberg und Bregenzerwald. Das bedeutet, man startet hoch oben und hat nicht mehr viele Höhenmeter vor sich, um wirklich alpine Landschaften zu erreichen. Gipfelnah laufen, ohne sich vorher durch endlose Anstiege zu kämpfen – das ist ein echter Vorteil für alle, die noch nicht so trainiert sind. Stöcke sind sinnvoll, um in steileren Anstiegen Kraft in den Beinen zu sparen.
Auf den Trails: Zwei Touren, die man nicht vergisst
Die Tatsache, dass sich auch für mein aktuell niedriges Fitnesslevel schöne Trail-Möglichkeiten bieten, beruhigte mich schon mal. Die Höhenluft und die Anstiege führten natürlich zu der erwarteten Anstrengung, aber das Panorama und die abwechslungsreichen Wege und Geheimspots, zu denen uns die Guides führten, waren alle Mühe wert:
Tour 1: Hochtannbergpass – Hochalpsee – Widdersteinhaus
Diese Route hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Vom Hochtannbergpass (1676 m) geht es hinauf zum Hochalppass (1938 m) – ein kurzer, knackiger Anstieg – und dann quer hinüber zum Hochalpsee. Ein echter Geheimtipp, weil er etwas abseits des Weges liegt, wie Bergführer Andi vom Berghaus verrät. Tiefblaues Wasser, blühende Almwiesen drumherum, kein Massenandrang – hoffentlich bleibt das so. Die Füße ins frische Bergwasser zu strecken oder ganz reinzuspringen nach dem Laufen, mit dieser Aussicht: Das ist genau das, wofür man hierherkommt. Einfach „trailaxen“.

Weiter geht es zur Widderstein Hütte auf der sonnigen Südseite des imposanten Widdersteins (2533 m), einer klassischen Berghütte, in der man einkehren und im Liegestuhl kurz Energie tanken kann. Danach führen flowig angelegte Trails über schmale Pfade zum Gemstelpass und wieder hinunter über Almwiesen zum Hochtannbergpass – rund 12 Kilometer und 600 Höhenmeter durch Bilderbuch-Alpen.

Tour 2: Zum Körbersee und Salobersattel
Auch die zweite Tour beginnt am Startpunkt Hochtannbergpass, den man mit dem Wanderbus erreicht, und führt vorbei am Kalbelesee zum Körbersee, der zu „Österreichs schönstem Platz 2017“ gekürt wurde. Der Einstieg ist einfach und auf einem Wanderweg gut zu laufen, dann wird es auf schmaleren Pfaden in Richtung Salobersattel etwas steiler. Das Rundumpaket aus Natur, Bergsee und Panorama macht diese Tour zu einem echten Highlight – für Einsteiger genauso wie für Fortgeschrittene. Distanz: rund 9 Kilometer, 310 Höhenmeter (kann einfach verkürzt oder verlängert werden).

Tipp: Den Kühen ruhig und respektvoll begegnen – besonders wenn sie Jungtiere dabei haben. Langsam vorbeigehen, nicht erschrecken, keine Selfies. In der Regel passiert dann nichts, und sie geben einfach ein wunderschönes Bild ab.
Trailrunning in Warth-Schröcken: Für jeden ist etwas dabei
Weitere Trailrunning-Routen für jedes Level sind übrigens gut ausgeschildert. Die entsprechenden Touren kann man sich aufs Smartphone oder die Laufuhr herunterladen:
- 🟢 3 leichte Touren (8–20 km | 260–940 Hm | 1–3,5 Std.)
- 🟡 2 mittelschwere Touren (8–22 km | 600–1.300 Hm | 2,5–4 Std.)
- 🔴 3 schwere Touren (15–30 km | 1.200–2.300 Hm | 4–6 Std.)
Für komplette Trailrunning-Einsteiger bietet sich auch der wöchentliche Schnupperkurs in Warth-Schröcken an, an dem Gäste kostenlos teilnehmen können. Übrigens: Hier gibt Ex-Laufprofi Sebastian Hallmann Tipps für Trail-Anfänger zu Ausrüstung und Technik.
Trailrunning-Trainingsplan für Anfänger – gratis PDF
Trailrunning-Einsteiger aufgepasst: Laden Sie sich HIER kostenlos das Trainingsplan-PDF herunter und machen Sie sich in 12 Wochen fit fürs Laufen im Gelände.

Noch mehr – oder doch weniger?
Noch mehr Adrenalin? Dann ran an den Karhorn-Klettersteig bei Warth, einer der schönsten in Vorarlberg. Der Ostgrat vom Wartherhorn-Sattel bis zum Karhorn-Gipfel (ca. 2 bis 2,5 Stunden) ist auch für wenig Erfahrene gut machbar, die Verlängerung über den Westgrat (ca. 1,5 Stunden) fordert auch Geübte. Weitere Infos: Warth-Schröcken Tourismus
Weniger intensiv? Wer lieber entschleunigt statt spurtet, findet im Basislager Berghaus Schröcken eine besondere Alternative: das Indie-Wandern – Weitwandern in sorgfältig 5 ausgewählten Tagesetappen ab Schröcken, bewusst abseits von Massentourismus, mit wissenschaftlich belegter Wirkung auf Körper und Geist. Mehr über die zahlreichen gesundheitlichen Vorteile des Wanderns lesen Sie hier. Das Projekt befindet sich aktuell in der Pilotphase – und ist in Österreich über bestimmte Krankenkassen sogar auf Rezept erhältlich. Weitere Infos: indiewandern.com
Mein Fazit
Ich bin etwas skeptisch angekommen und mit einem breiten Grinsen abgefahren. Trailrunning in Warth-Schröcken kann, muss aber nicht in Leistungssport ausarten. Es ist ein Angebot an alle, die Lust haben, die Berge auf eine neue Art zu erleben: flowig, frei, mit Blick aufs Wesentliche und auf Dinge, die man vom Tal aus nie sehen würde.
Oft ist weniger mehr. Besondere Gastgeber sind das Herzstück der Region, genau wie die atemberaubende Umgebung. Wer also überlegt, ob Trailrunning etwas für sie oder ihn ist: einfach hinfahren, Laufschuhe anziehen und ausprobieren. Bergauf ruhig, im Flachen und bergab Gas geben – und den Rest macht die Natur.
Meinen Erfahrungsbericht zum Trailrunning im Gasteiner Tal lesen Sie hier.