„Godzilla-El-Niño“ droht – mit katastrophalen Folgen: „atemberaubende Größenordnung“
StartseiteWeltStärkster El Niño seit 150 Jahren droht – mit massiven Folgen: „Atemberaubende Größenordnung“Stand: 27.07.2026, 06:10 UhrKommentareUns auf Google folgenDas Wetter spielt verrückt. Es droht ein „Go...
- 4 min read
Stärkster El Niño seit 150 Jahren droht – mit massiven Folgen: „Atemberaubende Größenordnung“
Stand: 27.07.2026, 06:10 Uhr
Kommentare
Das Wetter spielt verrückt. Es droht ein „Godzilla-El-Niño“ mit katastrophalen Folgen für das Klima und die Wirtschaft.
San Francisco/München – Das Jahr 2027 könnte das heißeste Jahr seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen werden. Zudem drohen in der Folge in weiten Teilen der Erde extreme Wetterereignisse. So lautet das Fazit von Klima-Forschern der US-Organisation Berkeley Earth. Basis für das Katastrophenszenario ist demnach einmal mehr das Klimaphänomen El Niño.

Das Klimaphänomen im Pazifik droht im kommenden Jahr so stark wie seit 150 Jahren nicht mehr zu werden. Darauf weisen laut einer Pressekonferenz von Berkeley Earth Temperaturdiagramme aus dem Ozean hin. Heißt: Das Meer erwärmt sich durch den El Niño so stark wie seit 150 Jahren nicht mehr. In Kombination mit dem menschengemachten Klimawandel könnte 2027 damit zum „heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen“ werden, so das renommierte Wissenschaftsmagazin Nature. Und das könnte wiederum weltweit extreme Wetterereignisse auslösen.
Es droht der „Godzilla-El-Niño“ – Experten sind alarmiert
Den Prognosen nach wird der El Niño den bisher stärksten seiner Art um eine „atemberaubende Größenordnung“ übertreffen, zitiert das Blatt den Klimawissenschaftler Zeke Hausfather. Die globalen Durchschnittstemperaturen könnten 2027 demnach bis zu 1,7 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau liegen.
Dass der El Niño auftritt, ist dabei nichts Besonderes. Historisch wechselt das Phänomen alle zwei bis sieben Jahre zwischen heißen El Niños und kühlen El Niñas. Der letzte El Niño ereignete sich 2023/2024. In diesem Jahr trat er nun im Juni auf. Doch die neuen Prognosen weisen darauf hin, dass dieser El Niño eben noch stärker ausfallen könnte, als von Experten ohnehin schon prognostiziert.
Die für den El Niño charakteristischen Windmuster im Pazifik sowie die Oberflächentemperatur des Meeres hätten sich seit Juni sehr schnell verstärkt. Die US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA rechnet zu 80 Prozent damit, dass sich dieser El Niño zu einem „sehr starken“ Ereignis entwickeln werde. Bis Ende des Jahres wird er sicher anhalten – fast sicher wird der El Niño sogar bis April 2027 anhalten.
Was ist der El Niño?
El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen im äquatorialen Pazifik, bei dem sich das Meereswasser ungewöhnlich stark erwärmt. Es tritt alle zwei bis sieben Jahre auf und verändert durch schwächere Passatwinde weltweit das Wetter. Während Südamerika unter extremen Regenfällen leidet, drohen in Australien und Südostasien schwere Dürren.
Klimaforscherin Daniela Matei vom Max-Planck-Institut für Meteorologie führte gegenüber dem BR aus, dass die Temperatur im Pazifik in diesem Jahr sogar um 2,5 Grad steigen könnte. Schon wenn die Zwei-Grad-Marke überschritten wird, spricht man von einem „Super-El-Niño“. Geht es noch ein halbes Grad höher, wird umgangssprachlich von einem „Mega-„ oder Godzilla-El-Niño“ gesprochen.
El Niño so stark wie 150 Jahre nicht: Das hätte katastrophale Folgen
Das hätte wohl schlimme Folgen. Laut Matei drohen Dürren in Südostasien sowie katastrophale Waldbrände, Sturzfluten in China, Überschwemmungen an der Pazifikküste Südamerikas sowie ein geschwächter Sommermonsun in Indien. In verschiedenen Erdteilen drohen also extreme Trockenheit oder extreme Niederschläge. Hinzu kommt, dass die Wahrscheinlichkeit für extreme Stürme ansteigt. Besonders Supertaifune in Südostasien kommen in El Niño Jahren sehr oft vor.
Das hätte dann auch extreme Folgen für die Wirtschaft. Ernten fallen aus, Preise steigen. Justin Mankin, Klimaforscher am Dartmouth College in Hanover, New Hampshire, erklärte gegenüber der Nature, dass der starke El Niño im Jahr 1997/1998 das globale Wirtschaftswachstum in den darauffolgenden Jahren um circa 5,7 Milliarden US-Dollar reduzierte. Der nun drohende El Niño könnte seiner Prognose nach nun bis 2032 wirtschaftliche Verluste von bis zu zehn Milliarden US-Dollar verursachen.
Doch es wird nicht nur warm durch das Wetterphänomen. Die Wahrscheinlichkeit eines sehr kalten Winters ab Januar ist in Deutschland deutlich höher, so Klimaforscherin Matei zum BR. Sie rät deshalb, dass die Regierung die Gasspeicher im Blick haben sollte, um sich „nicht überraschen“ zu lassen. (Verwendete Quellen: Nature, BR, Rai News) (rjs)