Timmy-Eklat: Bürgermeister von Timmendorfer Strand unter Druck

Schleswig-Holstein Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bürgermeister von Timmendorf – der taucht ab Sven Partheil-Böhnke (FDP), Bürgermeister von Timmendorfer Strand. dpa | Marcus Br...

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Timmy-Eklat: Bürgermeister von Timmendorfer Strand unter Druck

Schleswig-Holstein

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bürgermeister von Timmendorf – der taucht ab

Sven Partheil-Böhnke (FDP), Bürgermeister von Timmendorfer Strand.
dpa | Marcus Brandt

In den Wochen rund um die Rettung des Wals „Timmy“ wurde er bundesweit bekannt, nun gibt es einen schwerwiegenden Verdacht gegen Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke (FDP).

Im Zentrum der Ermittlungen: Eine pöbelige E-Mail, die der Bürgermeister von Timmendorfer Strand Ende März 2026 an den Meeresbiologen Robert Marc Lehmann geschickt haben soll – mitten im Drama um den gestrandeten Wal „Timmy“. Partheil-Böhnke hatte damals zu seiner Verteidigung gesagt, sein Rechner sei gehackt worden, die Mail habe er nicht verschickt. Nun hat sich die Staatsanwaltschaft Lübeck eingeschaltet – und Partheil-Böhnke ist abgetaucht.

Es bestehe ein Anfangsverdacht gegen den Bürgermeister wegen Vortäuschens einer Straftat, bestätigt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der MOPO. Sprich: Der Hackerangriff war möglicherweise nur ausgedacht, um keine Verantwortung für die Mail übernehmen zu müssen. Kurz danach meldeten die „Lübecker Nachrichten“, Partheil-Böhnke habe sich krankgemeldet, sein Stellvertreter habe die Geschäfte übernommen.

Bürgermeister von Timmendorf: „Mail nicht geschickt“

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Der Tonfall des Schreibens war tatsächlich ausgesprochen unfreundlich. Lehmann sei „ein absolut inkompetenter, selbstdarstellerischer Spinner“, heißt es darin. Er habe „absolut keine Ahnung von Walen“, sein Lebenslauf sei „komplett erlogen“, seine Abschlüsse „fake“.

Partheil-Böhnke erklärte damals gegenüber dem SHZ, dass er nicht der Absender sei – und hatte auch gleich selbst einen Verdacht: „Ich vermute die Anhänger von Herrn Lehmann dahinter, er ist deren Guru.“

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„Timmy“: Partheil-Böhnke gegen Robert Marc Lehmann

Der Streit zwischen den beiden Männern soll mit einem Video begonnen haben, das der Meeresforscher veröffentlicht hatte. Darin zu sehen: Lehmann und sein Team, außerdem Vertreter von Polizei, Feuerwehr und DLRG am Hafen von Niendorf. Zu hören ist eine Stimme, die sagt: „Kurzes Update: Der Bürgermeister hat verschlafen und ist in 45 Minuten da.“

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Partheil-Böhnke hatte damals erklärt, er habe nicht verschlafen, sondern gearbeitet. Schon zuvor hatte der Bürgermeister sich in Interviews kritisch zu dem Walforscher geäußert, dem – nach Einschätzung des Politikers – sein eigener Ruhm als Influencer wichtiger gewesen sei als die Rettung des Wals. 

„Timmy“, benannt nach Timmendorfer Strand, dem Ort seiner ersten Strandung, wurde Wochen später, nach einer spektakulären Verschiffung in den Skagerrak tot vor der Insel Arnholt aufgefunden. Noch immer sorgt der Wal für Interesse: Kürzlich wurde bekannt, dass die DNA des Arnholdt-Wals möglicherweise nicht mit der von „Timmy“ übereinstimmt.