Sonnenlichtspiegel im Weltall: FCC gibt Erlaubnis für Demonstrationssatelliten - Golem.de

Den Bedenken von Astronomen und Wissenschaftlern zum Trotz genehmigt die FCC einen Versuchssatelliten, um Sonnenlicht zur Erde zu reflektieren. Reflect Orbital möchte unter anderem Solaranlagen nachts mit...

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Sonnenlichtspiegel im Weltall: FCC gibt Erlaubnis für Demonstrationssatelliten - Golem.de

Den Bedenken von Astronomen und Wissenschaftlern zum Trotz genehmigt die FCC einen Versuchssatelliten, um Sonnenlicht zur Erde zu reflektieren.

Reflect Orbital möchte unter anderem Solaranlagen nachts mit Sonnenlicht versorgen können. (Bild: Reflect Orbital)

Reflect Orbital möchte unter anderem Solaranlagen nachts mit Sonnenlicht versorgen können. Bild: Reflect Orbital

Die US-amerikanische Kommunikationsbehörde FCC (Federal Communications Commission) hat dem Antrag des Unternehmens Reflect Orbital stattgegeben, einen Sonnenlichtspiegel im Weltall zu platzieren. Dabei soll es sich um einen Demonstrationssatelliten handeln, der nachts Sonnenlicht zur Erde reflektieren kann.

Laut den Genehmigungsunterlagen der FCC(öffnet im neuen Fenster) trägt der Satellit den Namen Earendil-1 und ist mit einem spiegelnden Dünnschichtreflektor ausgestattet. Zur Lenkung des Sonnenlichts und zur Vermeidung von Kollisionen ist er mit einem integrierten Antriebssystem ausgestattet, das Manöver im niedrigen Erdorbit ermöglichen soll.

Langfristig plant Reflect Orbital ein Satellitennetzwerk nach dem Vorbild von Starlink, das Sonnenlicht auf Abruf bereitstellen kann. Dieses soll etwa zur Stromerzeugung durch Solaranlagen beitragen oder die Sichtbarkeit für Such- und Rettungsteams verbessern.

Öffentliches Interesse an Technologie größer als Bedenken zur Sicherheit

Die FCC bewertete auch die Einwände von Wissenschaftlern gegen das Projekt. So steht in den Unterlagen etwa, dass die American Astronomical Society (AAS) das Projekt ablehne. Der geplante Satellit unterscheide sich grundlegend von Telekommunikationssatelliten und sei auf das Reflektieren von Licht mit einer maximalen Helligkeit ausgelegt. Auswirkungen auf die astronomische Forschung ließen sich dadurch nur schwer abmildern, so die AAS.

Die Organisation wies zudem darauf hin, dass reflektierende Satelliten zu Augenschäden bei Amateurastronomen und zu vorübergehenden Blendungen von Autofahrern und Piloten führen könnten. Die FCC lehnte die Berücksichtigung dieser Bedenken ab, da die Politik der USA darauf abziele, die Bereitstellung neuer Technologien und Dienstleistungen für die Öffentlichkeit zu fördern.

Das öffentliche Interesse an der Technologie liege höher als die Bedenken hinsichtlich des Schutzes von Umwelt und Gesundheit. Diese stünden zudem in keinem Zusammenhang mit der Rolle der FCC, die Genehmigung zur Nutzung von Funkfrequenzen zu erteilen, so die Behörde.