Abgeordnetenhaus-Wahl im September - Berliner CDU hofft nach Wegner-Rückzug auf Rückkehr zur Sachpolitik - harter Wahlkampf erwartet

Die Berliner CDU will nach dem angekündigten Rückzug des Regierenden Bürgermeisters Wegner eine Rückkehr zur Sachpolitik. Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dregger, sagte im Deutschlandfunk, nach Wegners Verzicht auf die Spitzenkandidatur für die Wahl zum Abgeordnetenhaus gehe es jetzt darum, ein Linksbündnis in Berlin zu verhindern.

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Abgeordnetenhaus-Wahl im September - Berliner CDU hofft nach Wegner-Rückzug auf Rückkehr zur Sachpolitik - harter Wahlkampf erwartet

Die Berliner CDU will nach dem angekündigten Rückzug des Regierenden Bürgermeisters Wegner eine Rückkehr zur Sachpolitik. Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dregger, sagte im Deutschlandfunk, nach Wegners Verzicht auf die Spitzenkandidatur für die Wahl zum Abgeordnetenhaus gehe es jetzt darum, ein Linksbündnis in Berlin zu verhindern.

11.07.2026

Der Berliner CDU-Politiker Kai Wegner spricht bei einer Pressekonferenz

Kai Wegner zieht sich als Berliner CDU-Spitzenkandidat zurück. Wie geht es jetzt weiter? (picture alliance / Ipon / Stefan Boness)

Die CDU wolle Sicherheit, Recht und Ordnung durchsetzen und sich um die Bereiche Bildung und Wohnungsbau kümmern. Wegner hatte ursprünglich angestrebt, im Falle eines Wahlsiegs der CDU am 20. September weiterzuregieren. Aufgrund anhaltender Kritik an seinem Verhalten und der Kommunikation nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz im Januar entschloss er sich jedoch zum Rückzug. Nun soll der Finanz- und Kultursenator Evers als CDU-Spitzenkandidat antreten. Endgültig darüber entscheiden muss der Landesvorstand.

Von Lucke: Wegner hat "fundamental versagt"

Der Publizist von Lucke rechnet Evers keine großen Chancen aus. Den bisherigen Rückstand der CDU werde der Senator nicht aufholen können, sagte von Lucke im Deutschlandfunk. Diese müsse nun erstmal versuchen, überhaupt sichtbar zu werden. Da Evers aber klare Worte nicht scheue, habe er zumindest Chancen, sich in den nächsten Wochen noch einigermaßen bekannt zu machen.

Von Lucke betonte, der regierende Bürgermeister Wegner habe "fundamental in einer großen Krisensituation versagt" und anschließend die Bevölkerung belogen. Wenn keine Wahl bevorstehe, wäre er aber vermutlich einfach im Amt geblieben. Das liege daran, dass "die Berliner Bevölkerung mit großem Desinteresse keinerlei Anteil an der Politik nimmt."

Politologin Reuschenbach erwartet harten Wahlkampf

Auch die Politikwissenschaftlerin Reuschenbach erwartet einen schwierigen Wahlkampf für die CDU. Der Wechsel des Spitzenkandidaten sei eine Bürde, sagte sie dem RBB. Das Thema dominiere die Diskussion an den Wahlkampfständen. Mit Blick auf die Abgeordnetenhauswahl sieht sie nun ein offenes Rennen. "Alle Parteien gleichauf, niemand klar in Führung und keine populäre Figur in dem Sinne." Sie verwies darauf, dass in den gerade begonnenen Sommerferien viele Menschen sich nicht mit Politik beschäftigten. Danach sei es für Evers im Wahlkampf schwierig, weil er noch Bekanntheit erlangen müsse. Was sich bereits abzeichne, sei eine starke Polarisierung zwischen CDU und Linke. "Und das verspricht natürlich auch einen, ich würde sagen, in weiten Teilen wahrscheinlich unangenehmen, harten Wahlkampf", sagte Reuschenbach.

Das Abgeordnetenhaus wird am 20. September gewählt. In einer jüngsten Umfrage von Infratest dimap lag die CDU auf Rang vier knapp hinter der Linken, den Grünen und der AfD. 

Diese Nachricht wurde am 11.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.