Aktivisten besetzen Gebäude von hessischer Uni – und haben eine klare Botschaft
StartseiteHessenStand: 11.07.2026, 14:34 UhrKommentareUns auf Google folgenAm Samstag haben Aktivistinnen und Aktivisten ein leerstehendes Gebäude der Justus-Liebig-Universität (JLU) in Gießen besetzt. © Marc S...
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Stand: 11.07.2026, 14:34 Uhr
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An der JLU in Gießen haben Aktivisten ein leerstehendes Gebäude besetzt. Die Polizei begleidete eine Demo und gestattete Kundgebungen.
Gießen – Am Samstagvormittag, 11. Juli, haben Aktivistinnen und Aktivisten ein leerstehendes Gebäude der Justus-Liebig-Universität (JLU) in der Gießener Hein-Heckroth-Straße besetzt. Sie planen, das Gebäude langfristig zu nutzen und dort einen Ort der Begegnung zu etablieren. „Wir haben dieses Haus besetzt, weil wir in Gießen und gerade im Besitz der Universität sehr viel Leerstand haben. Den darf es nicht geben, wenn es soziale Räume braucht und diese geschlossen werden, weil sie Kürzungen zum Opfer fallen“, sagte einer der Aktivisten. „Da die Uni dieses Gebäude weiter verrotten lässt, haben wir es uns genommen und möchten es langfristig nutzen.“
Eine angekündigte und genehmigte Demonstration verschiedener politischer Gruppen gegen Sozialabbau hatte am Vormittag die eigentliche Demostrecke verlassen und war in die Hein-Heckroth-Straße geführt worden. In dem Moment, als der Demozug dort ankam, würde die Hausbesetzung offensichtlich. Zwei Banner wurden an die Fassade gehängt und eine entsprechende Erklärung verlesen. „Wir leben in einer Zeit vieler Krisen. Mieten steigen, die Wohnungslosigkeit nimmt zu und offene Räume wie das Lokal International und die Bahnhofsmission müssen aufgrund von Kürzungen schließen“, heißt es von den Hausbesetzern, die sich als „Freitraum-Aktivisten“ bezeichnen.
Aktivisten besetzen leerstehendes JLU-Gebäude – Polizei schaut zu
Während den Menschen diese Räume zum sozialen Austausch genommen würden und sich ein Zusammenschließen und soziale Teilhabe nur noch denen möglich sei, die es sich leisten könnten, investiere der Staat in Aufrüstung. „Um gegen Individualisierung vorzugehen, braucht es Räume, die die Bildung von Gemeinschaften unterstützen und ermöglichen“. Solch ein Ort soll das Uni-Gebäude aus Sicht der Aktivisten nun werden.
Die Polizei begleitete die Demo zunächst und gestattete auch die Kundgebungen am neuen Ort vor dem besetzten Haus. Ob die Universität die Aktion duldet oder eine Räumung des Areals verlangt, war zunächst unklar. Unklar war auch, wie viele Aktivisten sich im ersten Stock des Hauses verbarrikadiert haben.