Ukraine zwingt Putin zum Umdenken: Kiew attackiert Schattenflotte im Schwarzen Meer – ohne Erbarmen

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Ukraine zwingt Putin zum Umdenken: Kiew attackiert Schattenflotte im Schwarzen Meer – ohne Erbarmen

Schwarzes Meer wird zur Kriegszone: Ukraine greift Putins Schattenflotte mit Drohnen an

Stand: 16.07.2026, 12:57 Uhr

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Neue Phase im Ukraine-Krieg? Kiew nimmt Russlands Schattenflotte im Schwarzen Meer ins Visier – Putin muss umdenken.

Kiew – Die Ukraine hat ihre maritime Drohnenoffensive auf das Schwarze Meer ausgeweitet. In der Nacht zum 15. Juli hat sie dort gezielt Tanker der russischen Schattenflotte angegriffen. Damit trifft Kiew Moskau an einem empfindlichen Punkt: der Finanzierung des Krieges durch Ölexporte, die westliche Sanktionen umgehen. Für deutsche und europäische Steuerzahler, die die Ukraine unterstützen, ist das eine strategisch bedeutsame Entwicklung.

Ein Screenshot aus einem Video des Sicherheitsdienstes der Ukraine soll zeigen, wie ein russischer Schattentanker angegriffen wird.

Ein Screenshot aus einem Video des Sicherheitsdienstes der Ukraine soll zeigen, wie ein russischer Schattentanker angegriffen wird. © SBU/Telegram

„Die ersten 20 Tanker im Schwarzen Meer wurden in der Nacht zum 15. Juli erledigt“, schrieb Robert Browdi, Chef der ukrainischen Drohnentruppen, auf seinem Telegramkanal. Den Angaben zufolge haben die Drohnen 17 Öltanker, zwei Gastanker und ein Schleppschiff getroffen. Die Angaben waren zunächst nicht unabhängig zu prüfen.

116 Schiffe von Russlands Schattenflotte im Asowschen Meer – nun folgt das Schwarze Meer

Parallel dazu hat der ukrainische Sicherheitsdienst SBU gemeinsam mit der Marine zwei namentlich bekannte Tanker der Schattenflotte im Schwarzen Meer mit Seedrohnen angegriffen: die „Louise 1“ und die „Banda“. Russische Flugzeuge versuchten, die Seedrohnen mit Maschinengewehrfeuer und Bomben zu zerstören – ohne Erfolg.

Die Angriffe im Schwarzen Meer markieren eine neue Phase des ukrainischen Seekrieges. Zuvor hatte die Ukraine im Asowschen Meer operiert. Nach Angaben Browdis wurden dort insgesamt 116 Schiffe attackiert. Damit sei „die erste Runde des Seekriegs beendet“. Nun gehe es darum, im Schwarzen Meer mindestens genauso viele von Putins Tankern zur Strecke zu bringen.

Die Intensität der ukrainischen Angriffe auf russische Schiffe hat laut der Ukrainska Pravda das Niveau des Tankerkrieges zwischen Iran und Irak in den 1980er Jahren erreicht oder sogar übertroffen. Damals galt dieser Konflikt als einer der folgenreichsten maritimen Kriege der Nachkriegsgeschichte.

Im Fokus steht die sogenannte russische Schattenflotte. Dabei handelt es sich um Tanker, die Putin zur Umgehung westlicher Sanktionen einsetzt. Der Tanker „Louise 1“ etwa transportierte russisches Rohöl unter Verletzung des G7- und EU-Ölembargos. Das automatische Identifikationssystem des Schiffes war dabei abgeschaltet. Allein im Jahr 2026 hat die „Louise 1“ nach Angaben des SBU fast drei Millionen Tonnen russisches Urals-Rohöl transportiert. Auch die „Banda“ wurde für Ölexporte aus russischen Häfen wie Ust-Luga, Kertsch, Noworossijsk und Nakhodka eingesetzt.

Putin verzweifelt: Russland sucht Ausweichrouten für Schattenflotte – Krim in der Krise

Die Ukraine verfolgt mit den Angriffen zwei Ziele. Einerseits will sie die russischen Besatzungstruppen auf der Krim von der Treibstoffversorgung abschneiden. Andererseits soll Moskau der lukrative Ölexport entzogen werden. Damit soll Putin die Finanzierung des Krieges erschwert werden.

Putins Russland reagiert auf den wachsenden Druck. Das Landwirtschaftsministerium in Moskau teilte mit, es würden in Zusammenarbeit mit Behörden und Wirtschaft „alternative Schifffahrtsrouten ausgearbeitet“, wie der Spiegel berichtet. Die Exporte würden aber fortgesetzt. Die Lage im Asowschen Meer werde weder die Lebensmittelversorgung des Binnenmarktes noch Russlands Exportfähigkeit beeinträchtigen, erklärte das Ministerium.

Angriffe auf Putins Schattenflotte: Russland in die Enge getrieben

Auch Putins Verkehrsministerium kündigte an, es ergreife „alle notwendigen Maßnahmen, um angesichts der zunehmenden feindlichen Angriffe“ auf die Schifffahrt einen reibungslosen Ablauf der Frachtlogistik zu gewährleisten. Ein Teil der Fracht werde gegebenenfalls „auf andere Verkehrsträger umgeleitet“. Nähere Angaben machten die Ministerien zunächst nicht. Als mögliche Ausweichrouten gelten laut Reuters andere russische Schwarzmeer- oder Ostseehäfen. Allerdings wurden auch diese in der Vergangenheit bereits Ziel ukrainischer Drohnenangriffe.

Besonders dramatisch ist die Lage auf der von Russland besetzten Krim. Das Asowsche Meer spielt eine zentrale Rolle für die Versorgung der Halbinsel. Die Kertsch-Brücke, die wichtigste Landverbindung zur Krim, wurde von der Ukraine bereits mehrfach schwerbeschädigt. Auf der Krim gelten bereits Rationierungen von Benzin, die Kraftstoffpreise sind stark gestiegen.

Sewastopols Gouverneur Michail Raswoschajew kündigte zudem geplante Stromausfälle an: Elektrizität soll demnach nur noch für zwei Stunden verfügbar sein, gefolgt von einer sechsstündigen Versorgungspause. „Ich weiß, wie schwierig das ist, und deshalb tun wir alles in unserer Macht Stehende, um die Lage zu stabilisieren“, schrieb Raswoschajew dem Spiegel zufolge auf Telegram. (Quellen: Spiegel, ntv, Ukrainska Pravda) (ial)