„Rüge oder Bestrafung“: Trump greift nächste Journalistin an – und schaltet die FCC ein

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„Rüge oder Bestrafung“: Trump greift nächste Journalistin an – und schaltet die FCC ein

Schon wieder: Trump wütet gegen Journalistin und droht mit „Bestrafung“

Stand: 30.08.2026, 22:12 Uhr

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Donald Trump hat erneut eine Journalistin angegriffen und gedroht, sie wegen ihrer Berichterstattung bei der Medienaufsichtsbehörde zu melden.

Washington, D.C. – US-Präsident Donald Trump streitet sich mit den Medien. Nun hat er die nächste Journalistin auf dem Kieker. Am Sonntag (30. August) warf er der NBC-Moderatorin Kristen Welker auf Social Media vor, „absichtlich“ ungenau über die US-Zwischenwahlen zu berichten. Er kündigte an, sie bei der Medienaufsichtsbehörde FCC zu melden. Welker hatte gesagt, Trumps Unterstützung für republikanische Kandidaten bei den Zwischenwahlen habe „gemischte Ergebnisse“ erzielt.

Donald Trump mit Journalistin Kristen Welker bei einem NBC-Interview

Donald Trump will die Journalistin Kristen Welker bei der Medienaufsicht anzeigen. © IMAGO/NBC News/ZUMA Press Wire

Anlass von Trumps Rage sind seine sogenannten Endorsements vor den Zwischenwahlen im November. Wie der Spiegel analysiert, galt ein solches Endorsement lange als Erfolgsgarant. Nun sind jedoch mehrere von ihm unterstützte Kandidaten zuletzt in parteiinternen Vorwahlen gescheitert. Diese Art der Berichterstattung gefällt Trump jedoch scheinbar nicht.

Donald Trump greift Journalistin an: „Die Presse ist eine Schande für unsere Nation“

Auf Truth Social echauffierte er sich, dass diese Darstellung angesichts der Siege von Darline Graham und Mike Mazzei verzerrt sei. Die Schwester des verstorbenen Senators Lindsey Graham setzte sich in der parteiinternen Stichwahl im Bundesstaat South Carolina gegen Ralph Norman durch. Das sei die „größte Story“ überhaupt, behauptet Trump. Ihren Sieg habe man nicht erwartet, „und dann, als ich sie unterstützte, gewann sie mit Leichtigkeit.“

Trump schloss seinen Post mit den Worten: „Die Presse ist eine Schande für unsere Nation, und ich hoffe, dass der Vorsitzende Brendan Carr und die hervorragenden Mitarbeiter seiner Kommission diese Bedrohung für unser Land sehr ernst nehmen werden.“ Die von Trump-Vertrautem Brendan Carr geführte FCC drohte Sendern bereits zuvor mit Lizenzentzug. So setzte der Sender ABC etwa die Late-Night-Show von Jimmy Kimmel kurzzeitig ab, nachdem Carr mit Lizenzentzug gedroht hatte.

Ob eine Beschwerde von Trump bei der FCC tatsächlich Auswirkungen für Kristen Welker hätte, ist jedoch fraglich. CNN-Medienjournalist Brian Stelter betonte auf X: „Die Macht der FCC ist begrenzt – und das mit Absicht“. Nach geltendem Recht könne die Medienaufsicht eine einzelne Journalistin nicht bestrafen.

Trump greift zweite Journalistin innerhalb von drei Tagen an

Weder NBC noch Welker haben sich bisher zu Trumps Drohung geäußert. Trump und Welker haben eine Vorgeschichte. Im Juni hatte der Präsident ein Interview mit ihr abgebrochen, weil er sich zunehmend über ihre Fragen zum Iran-Krieg aufgeregt hatte. Der Vorfall reiht sich in Trumps systematisches Vorgehen gegen Medien ein. Erst am Freitag (28. August) hatte Trump New York Times-Reporterin Maggie Haberman beschimpft.

Sie hatte berichtet, Trump werde den 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September im Pentagon in Washington, D.C. begehen statt an der Gedenkstätte für die Opfer des Attentats in New York. Wie Newsweek berichtet, bezeichnete Trump Haberman daraufhin als „Scheinreporterin“, „Betrügerin“ und „Stalkerin“ und nannte sie „unattraktiv“. Er drohte zudem mit einer erneuten Klage gegen die Times. Donald Trumps Druck auf die Medien stößt allerdings auf wachsenden Widerstand. Disney, der Mutterkonzern von ABC, klagte inzwischen gegen die FCC wegen Einschränkung der Meinungsfreiheit. (Quellen: Spiegel, AFP, Truth Social, Frankfurter Rundschau) (cdz)