„Komplimente an meine Freundin Alice Weidel“: Salvinis AfD-Jubel bringt Melonis Regierung in Aufruhr

StartseitePolitikSalvini jubelt, Tajani warnt: AfD-Sieg spaltet Melonis Koalition in ItalienStand: 07.09.2026, 13:54 UhrKommentareUns auf Google folgenDer AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt sorgt für Streit in Italiens...

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„Komplimente an meine Freundin Alice Weidel“: Salvinis AfD-Jubel bringt Melonis Regierung in Aufruhr

Salvini jubelt, Tajani warnt: AfD-Sieg spaltet Melonis Koalition in Italien

Stand: 07.09.2026, 13:54 Uhr

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Der AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt sorgt für Streit in Italiens Regierung: Salvini jubelt, Tajani warnt – und Meloni schweigt. Was das für Europa bedeutet.

Rom – Die orthodoxe Linie im Palazzo Chigi, dem Amtssitz der italienischen Regierung, gibt der Außenminister Antonio Tajani vor: Er bewertet die Nachricht als „schlecht“, weil es sich um eine politische Kraft handelt, die den liberalen und westlichen Werten, denen sich Forza Italia verpflichtet fühlt, diametral entgegenstehen würde. Es ist eine Nachricht, von der man hofft, dass sie ein lokaler Ausnahmefall bleibt.

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Dieser Artikel von Marco Galluzzo entstand in Kooperation mit Corriere della Sera

Tajani verweist auf seine Partei, die zur Familie der europäischen EVP gehört, deren Kern die deutsche CDU bildet, die große Verliererin der Wahl in Sachsen-Anhalt ist. Doch seine Erklärung findet im Unterschied zu der des anderen Vizepremiers die Zustimmung und Billigung von Giorgia Meloni. Nach außen hin, im offiziellen Schweigen der Regierungschefin, wirkt die Linie der Regierung wie ein Kurzschluss. Matteo Salvini begnügt sich nämlich nicht damit, den Spitzen der AfD als wohl am rechtesten positionierter Partei Deutschlands zu gratulieren.

Giorgia Meloni bei einer Gedenkveranstaltung im Parlament in Rom.

Giorgia Meloni (Mitte) schweigt bisher zum Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt. Deutlicher äußert sich Lega-Chef Matteo Salvini (2.v.r.). (Archivfoto) © IMAGO/IPA/ABACA

Salvini: Lob für den Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt

Der Lega-Chef würzt seine Botschaft zudem mit Formulierungen, die wenig Raum für Nuancen lassen: „Komplimente an meine Freundin Alice Weidel und an die gesamte AfD für den Triumph in Sachsen-Anhalt! Ein überwältigender Erfolg, der die starke Forderung nach Veränderung, Sicherheit und Arbeit verdeutlicht. Denen zum Trotz, die links Ängste und Katastrophenszenarien schürten. Angst? Schrecken? Gefahr? Nein, das nennt sich Demokratie. Ein anderes Europa ist möglich.“

Und doch reicht, wie schon in anderen Fällen, ein kurzer Blick, um in der Position des Lega-Chefs eine unorthodoxe und in der Mehrheit eher randständige Linie zu erkennen. Während Giorgia Meloni es vorzieht, offiziell zu schweigen, argumentiert man im Stab des Palazzo Chigi anders. Eine mögliche Synthese im Kabinett der Regierungschefin lautet: „Es gibt wenig zu feiern, Europa braucht ganz sicher keinen Extremismus oder Rassismus oder Lösungen dieser Art.“

Melonis Umfeld mahnt zur Vorsicht

Gerade in den Büros, die direkt Meloni unterstellt sind, wird eine weitere Synthese vorgenommen. Salvini benennt ein Ziel – „jetzt ist ein Kurswechsel in der EU nötig“ –, aber auch ein Instrument, nämlich die AfD. Tajani teilt das Ziel, nicht aber das Instrument. Für die Regierungschefin ist die zweite Analyse die richtige, denn in den Worten jener, die eng mit ihr zusammenarbeiten, ist das Signal, das aus Sachsen-Anhalt kommt, ein Symptom, das behandelt werden muss.

Mehr denn je sei „ein weniger technokratisches Europa nötig, das sich stärker auf die realen Probleme der Menschen konzentriert, vom Gaspreis bis zum Problem der Illegalen. Das nicht anderthalb Jahre benötigt, um zu einer Entscheidung des Europäischen Rats zu gelangen, das mit massiven und weniger bürokratischen Plänen bei Dossiers eingreift, die direkt den Geldbeutel oder den Alltag der Bürger betreffen. Kurz, es braucht einen politischen Sprung an Flexibilität und die Anerkennung der aktuellen Lage. All das hat Meloni immer gefordert.“

Tajani fordert Kurswechsel in der EU – „Merz hat ein Magengeschwür“

In den Worten des Chefs des Farnesina-Ministeriums klingt der Gedanke so: „Es ist klar, dass ein Kurswechsel nötig ist: Schluss mit einer EU, die nicht entscheidet, einem Multiplikator unnützer Normen, Schluss mit den Zwängen für einen ökologischen Übergang, der von Ideologien getrieben wird.“ Im Palazzo Chigi kommt zudem die Sorge hinzu „um eine geschwächte deutsche Regierung und einen geschwächten Kanzler in einer sehr heiklen Phase für Europa, das alles braucht, nur keine entmachtete Bundesrepublik“.

Die italienischen Reaktionen sind vielfältig. „Die Union ist in Gefahr. Das Aufkommen von Nationalismen, die zu vergangenen Totalitarismen aufblicken, ist beispiellos“, sagt der Vorsitzende von Azione, Carlo Calenda. Während man im PD die Jubelrufe Salvinis als „erschütternd“ einstuft, jubelt auch der Vorsitzende von Futuro Nazionale, Roberto Vannacci: „Merz hat ein Magengeschwür. Monti wird seine spärliche Energie auch ihnen widmen müssen. Niemand soll schlafen!“.