Kanzler-Rochade im Kabinett – Salamitaktiker Friedrich Merz verstolpert schon wieder einen großen Moment
StartseitePolitikSalami-Taktiker im Kanzleramt: So schadet Merz mit seiner Rochade Deutschland aufs NeueStand: 24.07.2026, 13:17 UhrKommentareUns auf Google folgenMerz hatte mit der Kanzler-Rochade die Chance a...
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Salami-Taktiker im Kanzleramt: So schadet Merz mit seiner Rochade Deutschland aufs Neue
Stand: 24.07.2026, 13:17 Uhr
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Merz hatte mit der Kanzler-Rochade die Chance auf einen Neustart. Doch statt eines klaren Signals folgte erneut Halbherzigkeit, findet Kommentator Peter Sieben.
Berlin – Es ist eine Tugend, die dem Kanzler fehlt. Eine Sache konsequent zu Ende bringen, das kann Friedrich Merz nicht. Das zeigt sich seit Beginn dieser schwarz-roten Koalition – und das zeigt sich auch jetzt in der aktuellen Regierungs-Rochade.

Rückblende Mai 2025. Im Schöneberger Gasometer im Süden Berlins tritt das neue Bundeskabinett an, Merz macht klar: Er will den Neustart. Das Versprechen: Seine Mannschaft bringt Deutschlands Wirtschaft wieder nach vorn und entschlackt verkrustete Bürokratie und Sozialstrukturen.
Von den großen Versprechen sind am Ende vor allem Schlagworte hängengeblieben: Sommer der Entscheidungen, Herbst der Reformen. Anonsten gab es viel Zoff in der Koalition, angefangen von der völlig vergeigten Richterwahl um Frauke Brosius-Gersdorf bis hin zu offenem Streit zwischen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD).
Kanzler Merz: Salamitaktik und Reförmchen statt großer Wurf
Die Personalien im Kabinett: von Anfang an teils schwierig. Nur wenige Persönlichkeiten sind dabei, die Menschen mitnehmen und die großen Ziele kommunizieren können. Der Kanzler noch am allerwenigsten. Die Stadtbilder-Debatte fängt er mit Geraune an, erst Tage später erklärt und relativiert er – und am Ende ist die Nation immer noch ratlos, was er denn eigentlich jetzt meinte.
Merz ist ein Salamitaktiker. Statt klarer Worte und Taten, tastet er sich Stück für Stück vor. Immer nur Reförmchen statt Reformen, bislang gab es keinen einzigen wirklich großen Wurf. Nina Warken (CDU) ins Kanzleramt zu holen, ist jetzt tatsächlich ein guter, wichtiger Schritt. Die Noch-Gesundheitsministerin ist die Richtige für die Position, und es ist ein wichtiges Zeichen, eine Frau in den engsten Kreis um den Kanzler zu bringen. Ob CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann (CDU) dem Job als ihr Nachfolger im Ministerium gerecht werden kann, wird sich indes noch zeigen müssen.
Ansonsten setzt Merz schon wieder auf Salamitaktik. Die Causa Spahn hätte Merz als Befreiungsschlag nutzen können, als echten Neustart und letzte große Chance für seine Koalition. Es hätte eine ausgeruhte Rochade in der parlamentarischen Sommerpause werden können, ein wohlüberlegter Schachzug ohne Hektik. Stattdessen: Geraune und Geschiebe statt großer Wurf. Es werde noch einen Umbau im Kabinett geben, so Merz. Berichten zufolge soll Verkehrsminister Patrick Schnieder gehen müssen. Doch Merz sagt dazu nichts, will sich demnächst erst äußern. Und erneut verstolpert Kanzler Merz eine wichtige Gelegenheit und verspielt Vertrauenspunkte.