Reinigungskraft im Brentanobad: „Mein Arbeitsfeld motiviert mich sehr"

Samira Moshkel Gosha arbeitet seit zwei Jahren als Reinigungskraft in Frankfurts größtem Freibad. Mittlerweile hilft die 39-Jährige auch an der Kasse aus und macht Lautsprecher-Durchsagen.

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Reinigungskraft im Brentanobad: „Mein Arbeitsfeld motiviert mich sehr"

Stand: 17.07.2026, 17:28 Uhr

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Frankfurt. 08.07.2026. Samira Moshagosha arbeitet als Reingungskraft  und an der Kasse bei den Baederbetrieben im Brentanobad.TAGESHONORAREinwilligung (nach DS-GVO) liegt nur muendlich vor.Veroeffentlichung nur zur aktuellen Berichterstattung, unter Beachtung des Medienprivilegs.Vereinbarung ueber Abtretung von Persoenlichkeitsrechten der abgebildeten Person(en), Model / Product Release liegt nicht vor. Foto: Renate Hoyer,  60316 Frankfurt.

Samira Moshkel Gosha ist seit zwei Jahren bei den Bäderbetrieben. © Renate Hoyer

Samira Moshkel Gosha arbeitet seit als Reinigungskraft in Frankfurts größtem Freibad. Mittlerweile hilft die 39-Jährige auch an der Kasse aus und macht Lautsprecher-Durchsagen.

Noch ist es entspannt und nicht so heiß an diesem Sommervormittag im Brentanobad. Eine ältere Frau im pinkfarbenen Badeanzug verteilt Sonnencreme auf ihrer Haut, bevor sie in Frankfurts größtem Freibad eintaucht und schwimmen geht: Derweil läuft Reinigungskraft Samira Moshkel Gosha mit ihren Leoparden-Crocs fröhlich gelaunt zwischen Umkleidekabinen, Toiletten und den Duschen, in denen man einen Blick auf Bäume hat und sich nicht wie in Rödelheim, sondern weit entfernt an einem Urlaubsort am Meer fühlt. Hier ist der Sommer-Arbeitsplatz der Frankfurterin. Auf ihrem blauen T-Shirt der Bäderbetriebe steht: „Frankfurter Bäder. Das reinste Vergnügen.“

Die Serie

„Sommer-Gesichter“ stellt Menschen vor, die durch ihren Beruf oder ihre Position der Hitze besonders ausgesetzt sind oder ein anderes besonderes Verhältnis zur heißen Jahreszeit haben. Die Reihe erscheint während der Ferien in loser Folge.

Heute begleiten wir Samira Moshkel Gosha, die als Reinigungskraft im Brentanobad arbeitet. Wir fragen sie, wie sie an Tagen mit tausenden Gästen den Betrieb am Laufen hält.

In den nächsten Folgen begleiten wir die DLRG bei einer Übung auf dem Main, sprechen mit einem Radkurier und fragen einen Straßenbaumeister, wie er sich vor Hitze schützt.

Bereits seit sieben Uhr ist die 39-Jährige hier, wischt die Spiegel sauber, schaut mit ihren Kolleg:innen, dass es auch im Laufe des Tages genug Toilettenpapier gibt, sorgt dafür, dass die Handtuchrollen nicht auf dem Boden liegen, wischt den Boden in den Duschen, putzt die Toiletten. „Mein Nachname Moshkel Gosha bedeutet im Persischen Problemlöser“, sagt sie und lacht. Die gebürtige Iranerin liebt ihren Job. Das sagt sie nicht nur, sie fühlt es, denn sie strahlt wirklich, als sie betont: „Ich liebe es, im kleinen Team zu arbeiten, überhaupt mein Arbeitsfeld motiviert mich sehr.“

Rekordtagmit 19.000 Gästen

Alle 30 Minuten macht sie ihren Kontrollgang: Gerade an heißen Tagen, wenn tausende Gäste kommen – am bisherigen Rekordtag bei 41 Grad waren es an einem Samstag über 19.000 Besucher. Im Schnitt kommen an einem Wochenende zwischen 8000 und 10.000 Badegäste, so der Leiter des Bads. Vier Kolleg:innen machen die Frühschicht, vier die Spätschicht. Die Hitze mache ihr nicht viel aus, sie sei es aus ihrem Heimatland gewohnt.

Vor sieben Jahren ist sie aus dem Iran nach Deutschland gekommen und lebt seitdem in Frankfurt. Seit zwei Jahren arbeitet die alleinerziehende Mutter eines 15-jährigen Sohnes bei den Bäderbetrieben. Angefangen habe sie im Brentanobad. „Im Winter werde ich je nach Bedarf in den Hallenbädern eingesetzt. In der Titustherme habe ich auch Schulungen gehabt. Dort habe ich gelernt, wie man Aufgüsse macht, so dass ich auch im Saunabereich eingesetzt werde.“

Ihr Chef Osman Kaya, der Betriebsleiter des Brentanobads, steht unweit von ihr und sagt: „Sie hat sich gut entwickelt. Man merkt, sie will weiterkommen.“ Samira Moshkel Gosha sagt: „Mein Chef unterstützt mich großartig.“ Vergangene Woche habe sie eine Schulung an der Kasse gehabt, so dass sie jetzt, wenn Bedarf ist, auch dort eingesetzt wird: „Ich freue mich, überall helfen zu können.“ Manchmal macht sie auch die Lautsprecher-Durchsagen, wie neulich, als ein kleines Kind seine Mutter suchte.

Als Mitarbeiterin dürfen sie und ihr Sohn auch in den Bädern kostenlos schwimmen gehen. „Aber das mache ich lieber im anderen Bad, das hier ist mein Arbeitsplatz. Das würde sich komisch anfühlen.“ Wie reagieren Badegäste auf sie? „Ich hatte bislang keine unhöflichen Gäste. Ganz im Gegenteil, erst letzte Woche ist eine Frau auf mich zugekommen und hat gesagt: „Vielen Dank, dass hier alles so sauber ist.“ Das habe sie sehr gefreut.