Putins Kampf an zwei Fronten: Russische Zentralbank mit katastrophaler Nachricht für Moskau

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Putins Kampf an zwei Fronten: Russische Zentralbank mit katastrophaler Nachricht für Moskau

Putin kämpft an zwei Fronten: Zentralbank senkt Wachstumsprognose auf null

Stand: 27.07.2026, 06:12 Uhr

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Der Krieg frisst Russlands Wirtschaftskraft, und die Zentralbank kann die Schäden nicht länger verbergen – das Eingeständnis kommt aus Moskau selbst.

Moskau – Gegenangriffe auf Moskau, eine stockende Front, Unmut in der Bevölkerung und bei den Verbündeten: Russland steht wegen des immer noch andauernden Angriffskriegs in der Ukraine vor zahlreichen Herausforderungen. Präsident Wladimir Putin versucht zwar weiterhin, Stärke zu demonstrieren. Doch nun liefert die eigene Zentralbank seines Landes eine ernüchternde Analyse: Die russische Wirtschaft könnte 2026 stagnieren, die Inflation nimmt zu.

Auf diesem von der russischen nationalen Nachrichtenagentur Sputnik via AP veröffentlichen Foto spricht der russische Präsident Wladimir Putin anlässlich des Tages der Marine im Admiralitätsgebäude vor Marineoffizieren.

Quo vadis, russische Wirtschaft? Präsident Wladimir Putin muss sich ernsthafte Sorgen machen. © Vyacheslav Prokofyev/dpa

Am 24. Juli reduzierte die russische Zentralbank ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 14 Prozent und korrigierte gleichzeitig ihre Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsprodukt deutlich nach unten. Statt der zuvor erwarteten 0,5 bis 1,5 Prozent wird nun nur noch mit einem Wachstum von 0,0 bis 1,0 Prozent für das laufende Jahr gerechnet, wie Euronews berichtete. Auch die Prognose für das vierte Quartal wurde von 1,0–2,0 auf 0,0–1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesenkt. Zentralbankchefin Elvira Nabiullina erklärte die Anpassung sachlich: „Ein weiterer Faktor ist die Nachfragedynamik. Unternehmen erwarten laut aktuellen Daten eine Verlangsamung der Nachfrage.“

Wirtschaftskrise in Russland: „Kraftstoffsituation fällt in die Kategorie der sogenannten Angebotsschocks“

Ein wesentlicher Auslöser hinter diesen Zahlen ist die Kraftstoffkrise, die die Preise in Russland in die Höhe treibt. Seit Mitte Mai steigen die Kraftstoffpreise rapide an. Im Juni kam es in mehreren Regionen zu Engpässen, die direkt auf ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien zurückzuführen sind. Reuters berichtete bereits im Juni, dass Russland durch diese Drohnenangriffe etwa 25 Prozent seiner Benzinproduktion eingebüßt hat. Die Zentralbank stellte fest: „Die Inflationsrisiken haben sich aufgrund eines vorübergehenden Rückgangs der Kraftstoffproduktion erhöht.“

Nabiullina zog daraus die Konsequenzen und sprach offen von einem strukturellen Problem: „Die Kraftstoffsituation fällt in die Kategorie der sogenannten Angebotsschocks. Die Zentralbank erhöhte ihre Inflationsprognose für 2026 von 4,5–5,5 auf 6–7 Prozent. Am 20. Juli lag die Jahresinflation bereits bei 5,9 Prozent, wie The Moscow Times berichtete.

Ukrainische Streitkräfte zielen gezielt auf die russische Energieinfrastruktur. Am Wochenende wurden eine Ölraffinerie in Tjumen, eine Logistikanlage in Jekaterinburg und ein Treibstoffdepot in Rostow am Donnerstag von Drohnen getroffen. Analysten warnen laut Euronews, dass die Inflation bis zum Jahresende weiter steigen könnte, auch durch weitere Angriffe auf russische Logistikzentren.

Trotz der angespannten Lage senkte die Zentralbank ihren Leitzins zum zehnten Mal seit Oktober 2024. Bei der Pressekonferenz zur Juni-Sitzung beschrieb Nabiullina ihre Rolle kämpferisch: „Wir sehen uns als Torhüter gegen die Inflation. Es gibt viele Fußballspiele, deren Ausgang von den Torhütern entschieden wird. Jemand muss dieses Tor verteidigen.“ Nach der Entscheidung im Juli stiegen russische Aktien kurzfristig um etwa 1,8 Prozent. Natalya Orlova, Chefökonomin bei Alfa Investments, schloss laut The Moscow Times nicht aus, dass der Leitzins am Jahresende dennoch bei 14 Prozent liegen könnte – und damit höher als von der Zentralbank selbst signalisiert. (Quellen: Euronews, The Moscow Times, Reuters) (cgsc)