PS5-Verkäufe: Neue Daten zeigen den Disc-Absturz in den USA - Analyst reagiert auf Zweifel

Ein US-Marktanalyst hat neue Zahlen zum Verkauf von physischen Spielen vorgelegt. Sie zeigen einmal mehr, dass Spieler in den vergangenen Jahren immer seltener zu physischen Games gegriffen haben.

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PS5-Verkäufe: Neue Daten zeigen den Disc-Absturz in den USA - Analyst reagiert auf Zweifel

Ein US-Marktanalyst hat neue Zahlen zum Verkauf von physischen Spielen vorgelegt. Sie zeigen einmal mehr, dass Spieler in den vergangenen Jahren immer seltener zu physischen Games gegriffen haben.

Balkendiagramme illustrieren den Rückgang physischer Videospielverkäufe in den USA von 2009 bis 2026, umgeben von verschiedenen Spielehüllen und Discs.

Physische PS5-Spiele erleben ein Re­vi­val, aber mehr in den Kommentarspalten als an den Ladentischen. Das zumindest legen die Zahlen von Circana nahe, die am Nachmittag von Mat Piscatella veröffentlicht wurden.

Er musste sich in den sozialen Netzwerken zuletzt vorwerfen lassen, Teil einer angeblichen PR-Kampagne von Sony zu sein, die Kritik an der Disc-Abkehr kleinreden soll. Auch Jade Pearce vom kanadischen Spielehändler PNP Games und zugleich Hauptakteurin hinter der größten Petition gegen das Disc-Aus stellte Piscatellas Statistiken infrage. Das Resultat: Der Marktanalyst legte weitere Marktdaten nach.

Vom Höhepunkt 2008 bis heute

Schon im Laufe der Woche hatte Piscatella darauf hingewiesen, dass in diesem Jahr erst sieben physische PlayStation-Spiele bzw. -Versionen in den USA die Marke von 100.000 verkauften Einheiten überschritten haben.

Die neueste Statistik geht weiter zurück: Zum Vergleich zog der Analyst das Jahr 2008 heran. Damals erreichten 100 unterschiedliche Titel die Marke von 100.000 verkauften Boxen. Seitdem ist der Rückgang enorm. Und auch die aktuellen sieben Titel verkaufen sich nicht in Massen: Keiner davon knackte die Marke von 275.000 Einheiten. Millionenauflagen sind bei physischen Kopien also keine Regel mehr, wobei noch einmal anzumerken ist, dass sich die Statistiken nur auf den US-Markt beziehen.

Von 100 auf 7: So viele Spiele überschritten jeweils im ersten Halbjahr die Marke von 100.000 Verkäufen.

Piscatella räumte ein, dass Angebot und Nachfrage eine Rolle spielen. So waren physische Kopien von Titeln wie „Resident Evil Requiem“ zum Launch knapp. Allerdings seien die eigentlichen Sony-Kunden die Händler selbst. Ketten wie Walmart hätten sicher mehr Exemplare bestellt, wenn die Nachfrage entsprechend hoch gewesen wäre.

Der Markt schrumpft über alle Konsolen hinweg

Die Entwicklung betrifft nicht nur PlayStation. Im Zwölf-Monats-Zeitraum bis Juni 2009 wurden in den USA über alle Konsolen hinweg rund 292 Millionen physische Spiele verkauft. Im gleichen Zeitraum bis Juni 2026 waren es nur noch 37 Millionen.

Auch der gesamte physische Spielemarkt schrumpfte in den Jahrzehnten.

Piscatella ergänzte, dass die Verkäufe physischer Software in den USA seit Jahresbeginn um vier Prozent gestiegen sind, warf aber direkt hinterher: „Dieses Wachstum ist auf die Switch 2 und den Anstieg der Verkäufe physischer Medien auf Nintendo-Plattformen zurückzuführen. Andere Ökosysteme verzeichnen prozentuale Rückgänge im Bereich von Zehner- bis zu den mittleren 30er-Werten.“

Damit konterte er auch eine Aussage von Jade Pearce, die schrieb: „Als Einzelhändler und Distributor mit Sitz hier in Kanada verzeichnen wir im Jahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr einen zweistelligen Anstieg bei den Verkäufen physischer Spiele. Das ist kein Zufall und auch keine Nostalgie. Die Menschen kaufen nach wie vor physische Spiele – und zwar in beträchtlicher Zahl -, obwohl gerade die These verbreitet wird, dass dies nicht der Fall sei.“

Die Argumentation hat einen Haken, wie auch der Analyst schrieb. Denn Pearce ist einfach von PlayStation auf den Gesamtmarkt gesprungen.

Der Analyst räumte ein, dass Circana ausschließlich den US-Markt erfasst. Andere Regionen können eine abweichende Entwicklung zeigen, was bei der Bewertung berücksichtigt werden sollte. Zugleich sind 37 Millionen Einheiten keine Kleinigkeit. Diese Zahl verteilt sich jedoch auf sämtliche Plattformen, sodass der PlayStation-Anteil deutlich darunter liegt.



Disc-Aus auch für Piscatella eine schlechte Entwicklung

Es bleibt die Frage, warum Piscatella aufgrund der Veröffentlichung von reinen Marktdaten angefeindet wird. Denn er spricht sich keinesfalls für den Wegfall der Disc aus: „Macht die Abkehr von physischen Medien die Branche tatsächlich gesünder? Nein. Das habe ich nie behauptet. Ich bin mir nicht sicher, ob irgendjemand glaubt, dass dies der Fall ist. Nicht einmal die Leute in den Unternehmen, die diese Entscheidungen treffen.“

Der Analyst ergänzte: „Ich halte es für eine schlechte Entwicklung in einer langen Reihe von schlechten Entwicklungen, die wir derzeit erleben.“



Sony Interactive Entertainment hatte Anfang Juli angekündigt, die Produktion von Disc-Spielen ab 2028 einzustellen und stärker auf digitale Verkäufe zu setzen. Die aktuellen PS5-Modelle sind teils ohne Laufwerk erhältlich, ein externes Laufwerk lässt sich optional nachrüsten. Hier stellt sich die Frage, ob Sony bei der PS6 ebenfalls auf ein modulares Disc-Laufwerk setzt. Der Digitalvorstoß spricht nicht dafür.

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