„Wer Deutschland liebt, macht es nicht abhängig von Putin“: Özdemir steigt in Wahlkampf ein und warnt vor AfD

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„Wer Deutschland liebt, macht es nicht abhängig von Putin“: Özdemir steigt in Wahlkampf ein und warnt vor AfD

Özdemir kämpft gegen AfD in Sachsen-Anhalt: „Wer Deutschland liebt, macht es nicht abhängig von Putin“

Stand: 29.08.2026, 14:28 Uhr

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Baden-Württembergs Ministerpräsident Özdemir warnt vor den Folgen eines AfD-Siegs in Sachsen-Anhalt und betont den russischen Einfluss.

Stuttgart/Magdeburg – Eine Woche vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am 6. September atmen demokratische Wählerinnen und Wähler etwas auf: Endeten die Wahlen, wie vom ZDF-Politbarometer erhoben, wäre eine AfD-Regierung mit Ulrich Siegmund als Ministerpräsident vom Tisch. Demnach käme der als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD‑Landesverband auf 40 Prozent, die CDU auf 23, die Linke auf 13 Prozent, und SPD und Grüne auf 9 beziehungsweise 6 Prozent.

Cem Özdemir

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir warnt vor einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt. © Bernd Weißbrod/dpa

Eine Koalition unter dem derzeitigen CDU‑Ministerpräsidenten Sven Schulze wäre mit 51 Prozent vorn, doch Umfragen sind temporäre Stimmungen und keine Prognosen, weshalb sich nach wie vor mahnende Stimmen erheben. Aktuell meldet sich der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir von den Grünen zu Wort und warnt vor einem stärkeren Einfluss Russlands, sollte die AfD in Sachsen-Anhalt regieren.

Özdemir vor Wahlen am 6. September: „Sachsen-Anhalt soll Sachsen-Anhalt bleiben“

„Ich möchte, dass Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt bleibt und Magdeburg nicht ein Vorort von Moskau wird“, erklärte der Politiker gegenüber dem Tagesspiegel in seiner Samstagsausgabe. „Wer Deutschland liebt, macht es nicht abhängig von Putin oder irgendeinem anderen autoritären Herrscher.“ Sollte die AfD künftig in Magdeburg den Ministerpräsidenten stellen, sei das eine Zäsur für das ganze Land, betonte Özdemir. „Ich sehe es als meine Pflicht, dafür zu kämpfen, dass es dazu nicht kommt.“

Özdemir plant mehrere Auftritte in Sachsen-Anhalt. So will er am Freitag vor der Landtagswahl am Wahlkampfabschluss der Grünen-Spitzenkandidatin Sziborra-Seidlitz und der früheren Bundesvorsitzenden Ricarda Lang in Halle/Saale teilnehmen. Der Ministerpräsident betonte gegenüber dem Blatt: „Das sind keine gewöhnlichen Landtagswahlen.“ Daher reise er nicht nur, um die Parteifreundinnen zu unterstützen, sondern „weil mir klar ist, was auf dem Spiel steht“.

Im Tagesspiegel forderte Özdemir zwar auch Selbstkritik, dennoch würden Straßen „nicht durch Wutreden“ saniert, und Arbeitsplätze entstünden nicht durch Nationalismus: „Wir machen den Wählern der AfD ein Angebot aus der demokratischen Mitte. Man muss nicht zu den Populisten rennen, um politische Lösungen zu bekommen – denn sie haben gar keine im Angebot.“

Vor Sachsen-Anhalt-Wahl: Özdemir und Pistorius fordern gemeinsam AfD-Verbotsverfahren

Parallel fordert Özdemir ein Verbotsverfahren gegen die AfD. Gemeinsam mit Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) schrieb er in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, das Verfahren müsse insbesondere gegen die radikalsten AfD‑Landesverbände wie Sachsen-Anhalt und Thüringen geprüft werden. 

„Wir plädieren aufgrund unserer persönlichen Überzeugung noch einmal eindringlich für eine baldmöglichste Einleitung eines Verbotsverfahrens, mit einem Fokus auf die eindeutig völkischen Landesverbände der AfD in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg“, erklärten Pistorius und Özdemir. Demnach halten sie dies für rechtlich möglich und von der Verfassung sogar geboten. (Quellen: AFP, dpa, Tagesspiegel) (ktho)