Nordderby zwischen Werder Bremen und Hamburger SV mit eigenen Reizen

StartseiteSportFußballStand: 10.09.2026, 14:16 UhrKommentareUns auf Google folgenBeäugen im letzten Nordderby: Medina Desic von Werder Bremen und Magou Doucoure vom HSV. © IMAGO/Sümeyye AkcöltekinWerder Bremen ...

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Nordderby zwischen Werder Bremen und Hamburger SV mit eigenen Reizen

Stand: 10.09.2026, 14:16 Uhr

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Deutschland: Fußball, Google Pixel Frauen Bundsliga 2025/26, 19.Spieltag -SV Werder Bremen vs. Hamburger SV- Volksparks

Beäugen im letzten Nordderby: Medina Desic von Werder Bremen und Magou Doucoure vom HSV. © IMAGO/Sümeyye Akcöltekin

Werder Bremen empfängt den HSV am Freitag vor gewaltiger Kulisse. Eine Studie zeigt, warum Investoren im Frauenfußball jetzt aufhorchen sollten.

Eigentlich stammt Friederike „Fritzy“ Kromp ja aus Würzburg, gleichwohl hat die Trainerin in ihrem zweiten Bremer Jahr verinnerlicht, was beim SV Werder wirklich zählt: das Nordderby gegen den Hamburger SV zu gewinnen. Bei Männern wie Frauen. Bereits 25.000 Tickets sind verkauft, wenn sich nun am vierten Spieltag der Frauen-Bundesliga die Nordrivalen (Freitag 18.30 Uhr/ Magenta TV und Dazn) duellieren. Angesichts des prächtigen Rahmens steige die Vorfreude „von Stunde zu Stunde“, sagte Kromp am Donnerstag, für viele Spielerinnen stehe „das größte Spiel in ihrem Leben“ an.

Wolfsburg, Deutschland: 06.09.2026 - Frauenbundesliga - 3. Spieltag -  VfL Wolfsburg Frauen vs. Werder Bremen

Couragiert: Werder-Trainer „Fritzy“ Kromp. © IMAGO/HMB Media/Madeleine Fantini

Es sei eine Herausforderung, „unter den besonderen Umständen die Leistung abzurufen, weil es nicht alltäglich ist“, erläuterte die Fußballlehrerin und Fernsehexpertin. Ihr Ensemble weckt mit der Japanerin Mei Shimada und den Belgierinnen Elena Dhont und Luna Vanzeir gerade viel Fantasie und soll nach einem guten Start mit zwei Siegen bitte „99 Prozent der grün-weißen Energie nutzen“. Als Werder in der Vorwoche beim Vizemeister VfL Wolfsburg (2:3) verlor, schauten 2698 Besucher zu, was ungefähr dem Schnitt in Deutschlands höchster Frauen-Spielklasse entspricht.

Nun ist die Kulisse fast zehnmal so groß. Für die um ihre Reputation ringende Liga helfen solche Highlightspiele, die Sichtbarkeit zu vergrößern und neues Publikum zu gewinnen. Die Brisanz wird jetzt dadurch vergrößert, weil Kromps Gegenüber Rodolfo Cardoso sowohl für Werder als auch den HSV gespielt hat.

Vor einem Jahr feierten 37.000 Besucher im Weserstadion Werders 2:0-Sieg, bei dem die inzwischen für Eintracht Frankfurt spielende Bundesliga-Torschützenkönigin Larissa Mühlhaus einen Doppelpack vom Elfmeterpunkt schnürte. Nur gab es danach einige Verstimmung, weil Werder-Stürmerin Medina Desic eine Ehrenrunde mit einem HSV-Wappen auf einem Kothaufen drehte. In den Sozialen Medien folgte ein „Shitstorm“.

Das war auch deshalb töricht, weil die Frauen doch ohne die feindseligen Unsitten auskommen wollen, die oft genug bei den Männern ein Nordderby prägen und die Einstufung als Hochrisikospiel mit enormen Polizeikosten bedingen. Den fröhlichen, friedlichen und familiären Rahmen sollte der Frauenfußball niemals aufgeben, denn Herausforderungen gibt es gerade genug.

Was gerade auch Werder spürt. Trotz der Erhöhung des Etats für die Frauen-Abteilung auf drei Millionen Euro wechselte mit Lina Hausicke die langjährige Kapitänin zu Union Berlin. Wochenlang hatte die 28-Jährige auf ihren Wunsch gepocht. Bei einer niedrigen sechsstelligen Ablöse willigte Werder am Deadline Day ein. „Unfassbar schade und bitter“, nannte Kromp den Weggang der Mittelfeldspielerin, die am Freitag offiziell verabschiedet wird, doch es sei ja ein offenes Geheimnis, dass Spielerinnen bei Union „in komplett anderen Dimensionen“ verdienen könnten.

Leipziger Studie rät zu mehr Anstrengungen

Dominik Kupilas, Werders neuer Leiter Frauenfußball & Internationalisierung, fühlte sich in seiner These bestätigt, dass in Zukunft auch Ablösesummen für „andere wirtschaftliche Hebel sorgen“. Langfristig ist für ihn der Frauenfußball mit so „viel Potenzial ausgestattet, dass er auch profitabel sein wird“. Bremen soll „ein Stück weit auch Vorreiter sein“. Werder ist seit bald 20 Jahren in der Bundesliga dabei, während der HSV seine Frauen 2012 aus Kostengründen abmeldete. Nach dem Aufstieg 2025 werden auch an der Elbe die Anstrengungen intensiviert. I

29.08.26 Frauen VfB Stuttgart - HamburgerSV

Engagiert: HSV-Trainer Rodolfo Cardoso. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel

nteressant: Laut einer Studie der HHL Leipzig Graduate School of Management bringt ein investierter Euro im Frauenfußball im Schnitt 106-Mal mehr sportlichen Erfolg als derselbe Euro im Männerfußball. Der Kaderwert sei bei den Frauen noch viel mehr ein Indikator für sportlichen Erfolg. Die Botschaft für Investoren: Im Frauenfußball trifft niedriger Kapitaleinsatz auf hohe sportliche Wirkung. Aber offenbar hat sich das in Deutschland noch nicht genug herumgesprochen, sonst würde international nicht der Bedeutungsverlust drohen.