Nordafrika: Algerien bricht diplomatische Beziehungen zu Emiraten ab
Der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate muss Algier verlassen. Algerien spricht von »feindseligen« Handlungen der VAE, benennt sie aber nicht konkret. Quelle: DIE...
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Der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate muss Algier verlassen. Algerien spricht von »feindseligen« Handlungen der VAE, benennt sie aber nicht konkret.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters, AFP,
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Aktualisiert am 10. September 2026, 22:33 Uhr
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12 KommentareAlgerien bricht die diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ab. Das Außenministerium in Algier warf den Emiraten eine Reihe von »provokativen und feindseligen« Handlungen vor, die trotz wiederholter Warnungen fortgesetzt worden seien. »Sämtliche Wege, um die bilateralen Beziehungen zu erhalten, wurden erschöpft«, teilte das Außenministerium laut der staatlichen Nachrichtenagentur APZ mit.
Jussuf Saif al-Ali, der emiratische Botschafter in Algerien, ist den Angaben zufolge ins Außenministerium in Algier einbestellt und über die Entscheidung informiert worden. Er habe 48 Stunden Zeit, die Abreise seiner Mitarbeiter und deren Familien zu veranlassen und auch selbst das Land zu verlassen.
Weiterhin teilte das algerische Verteidigungsministerium mit, den Luftraum für Zivil- und Militärflugzeuge zu schließen, die in den Emiraten registriert sind. Die Sperre soll demnach ab Freitag gelten. Kommerzielle emiratische Flüge »vom und zum internationalen Flughafen von Algier« seien davon ausgenommen.
Konflikte um Beziehungen zu Israel und Marokko
Konkrete Gründe für den Abbruch der Beziehungen nannte die algerische Regierung dabei nicht. Die beiden Länder hatten in den vergangenen Jahren Streitigkeiten bei einer Reihe außenpolitischer Themen. So lehnt Algerien etwa die 2020 eingeleitete Normalisierung der Beziehungen zwischen den Emiraten und Israel ab. Zudem wirft die algerische Regierung den Emiraten vor, Militärregierungen in Mali und Niger zu unterstützen.
Ein weiteres Konfliktfeld zwischen den beiden Staaten ist das Verhältnis zu Marokko. Die Emirate unterstützen die territorialen Ansprüche Marokkos im jahrzehntelangen Konflikt um die Westsahara. Algerien unterstützt hingegen die dortige Unabhängigkeitsbewegung Polisario.
Algeriens Präsident Abdelmadjid Tebboune bezeichnete die Emirate im Zuge der Streitigkeiten als »winzigen« Staat, der versuche, Länder in der Region zu destabilisieren. »Wo auch immer sie auftreten, dort fließt Blut«, sagte Tebboune im Juli. »Wir wollen, dass sie fortbleiben, damit in unserem Land kein Blut fließt.« Auch warf er den Emiraten vor, sich in algerische Wahlen einzumischen.
Das Außenministerium der Emirate reagierte vorerst zurückhaltend auf den Abbruch der Beziehungen. Man hoffe, es handle sich nur um einen »vorübergehenden« Abbruch, teilte das Ministerium in Abu Dhabi mit.