Neuwagen online kaufen: Warum im Internet plötzlich so hohe Rabatte möglich sind

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Neuwagen online kaufen: Warum im Internet plötzlich so hohe Rabatte möglich sind

Stand: 28.07.2026, 06:30 Uhr

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Listenpreis? Beim Autokauf oft nur ein Startpunkt. Eine aktuelle ADAC-Untersuchung zeigt: Bei Neuwagen sind je nach Modell Rabatte von bis über 25 Prozent drin.

München – Der Preis im Autokonfigurator sieht oft endgültig aus. Lack, Motor, Felgen, Assistenzpaket, Summe unten rechts. Viele Käufer denken dann: Das ist der Preis. Ist er aber oft nicht.

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Eine aktuelle ADAC-Untersuchung zeigt, wie groß der Spielraum beim Neuwagenkauf derzeit sein kann. Verdeckte Tester holten zwischen Ende Januar und Mitte Februar 2026 deutschlandweit Angebote für 14 Modelle ein, sieben Verbrenner und sieben Elektroautos. Insgesamt wurden 112 Kaufszenarien geprüft. Das Ergebnis: Je nach Modell lagen die Rabatte zwischen nahezu null und mehr als 25 Prozent.

ARCHIV - Ein Autohändler in Neuss bietet am 09.08.2012 Neuwagen mit Rabatt an. (zu dpa „Studie: Rabattschlacht der Autobauer nur leicht abgeschwächt“) Foto: Daniel Naupold/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Listenpreis? Beim Autokauf oft nur ein Startpunkt. Eine aktuelle ADAC-Untersuchung zeigt: Bei Neuwagen sind je nach Modell Rabatte von bis über 25 Prozent drin. © Daniel Naupold/picture alliance / Daniel Naupol

Wer einfach den Listenpreis akzeptiert, verschenkt beim Autokauf schnell mehrere Tausend Euro. Laut ADAC waren in fast 90 Prozent der getesteten Fälle Rabatte möglich. In mehr als drei Vierteln der Fälle enthielt schon das erste Händlerangebot einen Preisnachlass. In weiteren Fällen reichte eine Nachfrage, um den Preis zu drücken.

Die harte Wahrheit: Der Listenpreis ist selten der Endpreis.

Besonders groß war der Unterschied bei einzelnen Modellen. Beim elektrischen BYD Atto 2 lag der durchschnittliche Nachlass laut ADAC bei 25,4 Prozent. Beim BMW iX1 waren im Schnitt 18,8 Prozent möglich, beim Peugeot 3008 Hybrid 18,4 Prozent. Bei anderen Modellen gab es dagegen kaum Spielraum, etwa beim Dacia Duster mit nur 0,1 Prozent Rabatt oder beim Leapmotor T03 mit 1,3 Prozent.

Die wichtigste Botschaft für Verbraucher: Nicht jede Marke, nicht jedes Modell und nicht jeder Händler gibt gleich viel nach.

Warum Online-Portale oft günstiger sind

Der hohe Rabatt im Internet kommt nicht aus dem Nichts. Neuwagen-Vermittlungsportale bündeln Nachfrage. Große Vertragshändler können über solche Portale mehr Fahrzeuge verkaufen und dadurch mit anderen Stückzahlen kalkulieren. Je mehr Autos ein Händler abnimmt oder verkauft, desto eher kann er bessere Konditionen weitergeben.

Portale wie MeinAuto, Autohaus24 oder Rabatt-Auto.de sind deshalb nicht automatisch „Billigware“-Plattformen. Häufig vermitteln sie reguläre Neuwagen deutscher Vertragshändler. Der Käufer fragt online an, bekommt ein Angebot und schließt den Kauf am Ende mit einem Händler ab.

Das ist wichtig: In der Regel geht es nicht um Jahreswagen, nicht um Gebrauchte und nicht um zweifelhafte Grauimporte. Es sind echte Neuwagen, die entweder bestellt werden oder aus Lagerbestand stammen.

Wo der große Preisnachlass herkommt

Rabatte entstehen aus mehreren Gründen. Manche Hersteller geben Nachlässe zentral vor. Bei anderen liegt viel beim Händler. Entscheidend sind oft Verkaufsziele, Lagerbestand, Modellwechsel, Wettbewerb und die Marge des jeweiligen Fahrzeugs.

Der ADAC-Test zeigt auch: Teurere Fahrzeuge bieten oft mehr absoluten Spielraum. Beim BMW iX1 lag die Ersparnis im Schnitt bei 11.739 € gegenüber dem Listenpreis. Beim Mercedes C 220d T-Modell waren es 5003 €. Bei kleineren Autos fällt der Euro-Betrag meist niedriger aus, weil schon der Grundpreis kleiner ist.

Elektroautos waren im Test nur etwas stärker rabattiert als Verbrenner. Bei den sieben Verbrennern waren im Schnitt neun Prozent Nachlass möglich, bei den sieben E-Autos zwölf Prozent. Der Unterschied hängt also weniger am Antrieb als am Modell, Hersteller und Verkaufslage.

Sind Online-Neuwagen wirklich sicher?

Für Käufer zählt vor allem eine Frage: Bleibt die Herstellergarantie erhalten?

Ja, wenn der Wagen über einen autorisierten Händler gekauft wird. Dann gilt die normale Herstellergarantie bundesweit. Wartung und Inspektion können in der Regel bei jeder Vertragswerkstatt durchgeführt werden, sofern die Vorgaben des Herstellers eingehalten werden.

Aber es gibt einen wichtigen Unterschied: Die gesetzliche Gewährleistung läuft über den verkaufenden Händler. Wenn dieser mehrere Hundert Kilometer entfernt sitzt, kann das im Streitfall lästig werden. Der günstige Preis kann also mit mehr organisatorischem Aufwand verbunden sein.

Der Haken: Das Auto steht oft nicht um die Ecke

Der größte Nachteil beim Online-Neuwagenkauf ist meistens nicht das Auto, sondern die Entfernung.

Der vermittelnde Händler sitzt unter Umständen weit weg. Bei manchen Marken erfolgt die Übergabe auch direkt im Werk. Das kann attraktiv sein, kostet aber Zeit und Geld.

Käufer sollten deshalb ehrlich rechnen:

  • Anreise mit Bahn oder Mietwagen
  • Zeit für Abholung
  • Mögliche Übernachtung
  • Zulassung oder Kurzzeitkennzeichen
  • Überführungskosten
  • Rückweg mit dem neuen Auto

Ein Rabatt von mehreren Tausend Euro bleibt auch dann oft stark. Aber ein Angebot ist erst dann wirklich gut, wenn alle Nebenkosten drin sind.

Der gefährliche Fehler beim Vergleich

Viele schauen nur auf den großen Rabatt. Das ist riskant. Entscheidend ist nicht: „Wie viel Prozent bekomme ich?“ Entscheidend ist: „Was zahle ich am Ende wirklich?“

Ein Angebot mit 18 Prozent Rabatt kann schlechter sein als eines mit 14 Prozent, wenn Überführung, Zulassung, Pflichtpakete oder Finanzierungskosten höher sind. Auch ein Inzahlungnahme-Angebot für den alten Wagen kann den echten Vorteil verändern.

Besonders genau sollten Käufer prüfen:

So nutzen Käufer Online-Rabatte richtig

Der beste Weg ist nicht, sofort online zu bestellen. Der beste Weg ist: erst vergleichen, dann verhandeln.

Online-Portale zeigen, welcher Preis bundesweit realistisch ist. Mit diesem Wissen geht man zum Händler vor Ort. Plötzlich ist der Listenpreis nicht mehr die Grundlage, sondern das Vergleichsangebot. Ein einfacher Satz kann viel Geld bringen:

„Ich habe für genau dieses Modell ein bundesweites Angebot vorliegen. Können Sie da mitgehen?“

Manche Händler werden ablehnen. Andere werden nachlegen. Wieder andere können den Preis nicht halten, bieten aber Servicevorteile, kürzere Wege, bessere Inzahlungnahme oder schnellere Lieferung.

Bei diesen Modellen lohnt sich Nachfragen besonders

Der ADAC-Test zeigt: Die Spanne zwischen kleinem und großem Rabatt ist enorm. Bei Toyota gab es laut ADAC eine Rabattspanne von mehr als 21 Prozentpunkten zwischen kleinstem und größtem Nachlass. Das heißt: Beim gleichen Modell konnte der Preis je nach Händler stark schwanken.

Bei Mercedes war der Spielraum dagegen sehr gering, weil im Test offenbar strikt der vom Hersteller vorgegebene Nachlass gewährt wurde. Bei BYD war der Rabatt ebenfalls stärker zentral geprägt.

Für Käufer heißt das: Gerade bei Marken mit großem Händler-Spielraum lohnt es sich, mehrere Angebote einzuholen. Nicht drei Konfiguratorpreise vergleichen, sondern echte Kaufangebote.

Der beste Trick ist fast peinlich einfach.

Viele Käufer trauen sich nicht zu verhandeln. Genau das kostet Geld. Der ADAC stellte fest: Die größten Nachlässe gab es häufig schon beim ersten Angebot oder nach der ersten Nachfrage. Wer ein zweites oder drittes Mal nachhakte, bekam seltener noch etwas obendrauf, aber in Einzelfällen waren weitere Rabatte möglich.

Das bedeutet: Sie müssen kein knallharter Autoverkäufer sein. Freundlich fragen reicht oft.

Was Verbraucher vor der Unterschrift nie vergessen sollten

Ein Neuwagenkauf ist kein Schnäppchenkauf wie ein Fernseher. Es geht schnell um 25.000, 40.000 oder 60.000 €. Deshalb sollten Käufer das Angebot schriftlich prüfen und nicht unter Zeitdruck unterschreiben.

Wichtig ist: Steht die genaue Ausstattung im Vertrag? Ist der Endpreis inklusive aller Nebenkosten genannt? Sind Lieferzeit, Abholort und Zahlungsmodalitäten klar? Was passiert, wenn sich die Lieferung verzögert?

Wer online vermittelt kauft, sollte außerdem wissen, wer der tatsächliche Vertragspartner ist. Das Portal ist oft nur Vermittler. Der Kaufvertrag kommt mit dem Autohaus zustande.

Der Satz, der beim Autokauf Tausende Euro wert sein kann

„Geht da noch etwas?“

So simpel klingt es. Doch genau diese Frage kann beim Neuwagenkauf viel Geld sparen. Der Listenpreis ist häufig nur der Einstieg in die Verhandlung, nicht das Ende.

Online-Portale machen sichtbar, wie groß der Spielraum wirklich ist. Der Händler vor Ort bleibt trotzdem eine Option, wenn er beim Preis mitzieht oder bessere Zusatzleistungen bietet.

Der klügste Käufer entscheidet deshalb nicht nach Bauchgefühl, sondern nach Gesamtpreis. Und der kann im Internet erstaunlich weit unter dem Listenpreis liegen.