Neunjähriger gewinnt erstes internationales Kartrennen in Frankreich
StartseiteSportLokalsportLandkreis Bad TölzStand: 10.09.2026, 22:57 UhrKommentareUns auf Google folgenRasant unterwegs: Der neunjährige Leopold Splett startet in die Welt des Motorsports. Am Ende des Weges soll...
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Stand: 10.09.2026, 22:57 Uhr
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Leo Splett aus Ellbach fährt mit seinem Kart bis zu 100 km/h – in seiner ersten Saison überhaupt. Sein großes Vorbild hat es schon bis zum 24-Stunden-Rennen in Le Mans geschafft.
Ellbach – Neun Jahre, Grundschule: Da macht man normalerweise den Fahrradführerschein, bestreitet manch‘ wildes Rennen mit den Klassenkameraden nach der Schule, freut sich, die Tachonadel auf 25 hochzujagen. Michael Splett dagegen braust mit seinem Kart mit bis zu 100 Sachen durch einen Asphaltrundkurs. Der Neunjährige aus Ellbach bestreitet seine erste Rennsaison in der Bambini-Klasse und feiert erste Erfolge bei internationalen Wettkämpfen.

Sein „Auto“, ein Bambini-Kart mit einem Rotax 125 Mini MAX Evo, hat 13 PS und beschleunigt je nach Strecke auf bis zu 100 km/h. Es kann ohne Führerschein gesteuert werden. Aber Splett hat eine Rennfahrer-Lizenz vom Deutschen Motorsportbund. Dafür hat er die nationale A-Lizenz für Kart machen müssen, in Theorie und Praxis. Bei der Anreise ist Leopold freilich auf Papa Michael Splett angewiesen, der die Ambitionen des Sohnemanns goutiert und ihn im Vater-Sohn-Team bereitwillig unterstützt.
Die Lizenz zum Rennfahrer
Angefangen hat alles Mitte Februar, zwei Monate vor seinem neunten Geburtstag, mit einem Wintertraining auf der Kartstrecke in Ala Trentino. Die bestandene Lizenzprüfung eine Woche später war der Schlüssel zur Teilnahme an Rennen. Und diese bestimmen seither die freie Zeit des Buben.
Splett ging erstmals Anfang Juli bei einem Rennen an den Start, im Rahmen der internationalen DAI-Trophy in Straubing. Die Rennserie wird in verschiedenen europäischen Ländern ausgetragen und gilt als wichtige Plattform für Nachwuchsfahrer. Trotz fehlender Rennerfahrung überraschte der Ellbacher die Konkurrenz und sicherte sich bei seinem Debüt im Pre-Finale und im Finale den dritten Platz. Damit stand er direkt bei seinem ersten Rennen auf dem Stockerl.
Den Sommer nutzte der Nachwuchsfahrer intensiv für Trainingseinheiten in Italien, bevor er sein erstes Auslandsrennen auf der anspruchsvollen Rennstrecke von Mirecourt in den französischen Vogesen bestritt. Gegen starke internationale Konkurrenz, darunter mehrere renommierte Schweizer Teams, gelang dem kleinen Tölzer Familien-Team der bislang größte Erfolg seiner jungen Karriere. Nach einem überzeugenden Rennwochenende setzte sich Splett im Finale durch und feierte seinen ersten internationalen Rennsieg und darüber hinaus den Punktesieg in der Tageswertung.
Auch jetzt, bei der vorletzten Station der DAI-Trophy in Rotthalmünster, knüpfte der junge Ellbacher an seine starken Leistungen an. Nach Rang drei im Qualifying wurde er sowohl im Pre-Finale als auch im Finale erneut Dritter und sicherte sich damit einen weiteren Podesterfolg und wertvolle Meisterschaftspunkte.
Auf den Spuren von Anton Fischhaber
Der Neunjährige ist auch im Winter rasant unterwegs, wenn er für den Skiclub Bad Tölz bei alpinen Rennen startet und zusätzliche Wettkampferfahrung sammelt. Über allem steht ein großes Ziel für den Schüler der Jahn-Grundschule: Eines Tages möchte Splett den Sprung in den professionellen Motorsport schaffen und beim legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans an den Start gehen. Als Vorbild dient ihm der Tölzer Rennfahrer Anton Fischhaber, der den Weg aus dem Isartal bis auf die internationale Motorsportbühne geschafft hat und sogar mehrere Teilnahmen in Le Mans in seiner Vita hat.
Mit mehreren Podestplätzen und einem Rennsieg in seiner ersten Saison hat Splett eindrucksvoll gezeigt, dass mit ihm in Zukunft zu rechnen ist. Seine Entwicklung macht deutlich, dass in Tölz womöglich ein vielversprechendes Motorsporttalent heranwächst. Sein nächstes Rennen findet am 19./20. September in Ampfing statt – ein Gaststart im Rahmen der IAME Germany.