Netflix-Vize spricht offen über Ketamintherapie – und wird kurz darauf gefeuert: Jetzt klagt er
Ein ehemaliger Vizepräsident wirft Netflix vor, ihn wegen einer Ketaminbehandlung entlassen zu haben. Er beschreibt zudem eine Unternehmenskultur, in der Alkoholkonsum weitverbreitet gewesen sei.
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Netflix feuert Manager nach Ketamin-Geständnis – er klagt jetzt gegen den Konzern
Stand: 28.07.2026, 13:29 Uhr
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Ein ehemaliger Vizepräsident wirft Netflix vor, ihn wegen einer Ketaminbehandlung entlassen zu haben. Er beschreibt zudem eine Unternehmenskultur, in der Alkoholkonsum weitverbreitet gewesen sei.
Los Angeles – Ein ehemaliger Vizepräsident und Leiter der Kreativabteilung von Netflix’ Eyeline Studios hat nach seiner Entlassung im April Klage gegen das Unternehmen eingereicht. Darin behauptet er, Netflix habe ihn wegen der Offenlegung einer ärztlich verordneten Ketamintherapie benachteiligt und schließlich entlassen. Außerdem wirft er dem Unternehmen eine von Alkohol geprägte Arbeitsplatzkultur vor, berichtet die New York Post. Nach Angaben des Klägers war seine Stelle mit einem Jahresgehalt von 1,1 Millionen US-Dollar dotiert.
Firmenveranstaltung und darauffolgende Kündigung
Auslöser der Klage war nach Darstellung des ehemaligen Managers eine unternehmensinterne Gesprächsrunde zum Thema Offenheit und gegenseitiges Vertrauen während eines Betriebsausfluges im Januar 2026. Der Betriebsausflug fand auf der Netflix-eigenen Sendero Ranch in Nordkalifornien statt. Dort habe er offen über eine Ketamintherapie gesprochen, die er nach dem Tod seiner Mutter im Oktober und November 2022 in einer Klinik in Santa Barbara unter ärztlicher Aufsicht erhalten habe, so Benzinga.
Der Kläger behauptet, ein interner Ermittler habe das Thema im März 2026 so angesprochen, als habe der Verdacht auf Freizeitdrogenkonsum bestanden. Im darauffolgenden Monat sei ihm gekündigt worden.
Nach eigenen Angaben untersuchte Netflix im Rahmen der internen Prüfung auch sein Verhalten während der Firmenveranstaltung. Dabei sei unter anderem seine Ausdrucksweise thematisiert worden. Zudem räumt der ehemalige Manager ein, während einer Gesprächsrunde einen Trinktrick vorgeführt zu haben, bei dem er ein Guinness trank, während er auf dem Kopf stand.
Vorwürfe gegen Unternehmenskultur
In der Klage beschreibt der ehemalige Manager mehrere Vorfälle, die seiner Ansicht nach eine großzügige Haltung gegenüber Alkohol bei Eyeline Studios und bei Veranstaltungen von Netflix belegen sollen. So sei Alkoholkonsum bei Firmenveranstaltungen weit verbreitet, offen geduldet und teilweise sogar gefördert worden.
Unter anderem wirft er dem Geschäftsführer von Eyeline Studios, Jeff Shapiro, vor, Mitarbeitenden Alkohol gekauft und bei verschiedenen Firmenveranstaltungen regelmäßig mit alkoholischen Getränken aufgetreten zu sein. Außerdem habe sich in dessen Büro eine private Bar befunden, an der Mitarbeitende bewirtet worden seien.
Nach Angaben des Klägers seien Gäste auf der Sendero Ranch zudem dazu ermutigt worden, sich außerhalb der Öffnungszeiten oder bei Abwesenheit eines Barkeepers selbst an der Bar zu bedienen.
Schadensersatz gefordert
Der ehemalige Manager macht geltend, Netflix habe seine ärztlich verordnete Behandlung mit Freizeitdrogenkonsum gleichgesetzt. Er fordert einen Geschworenenprozess sowie Schadensersatz für entgangene Einkünfte und seelische Belastungen.
Nach Angaben der Klage soll ein Netflix-Anwalt Anfang April bestätigt haben, dass die Offenlegung der Ketamintherapie bei der Kündigungsentscheidung berücksichtigt worden sei. Außerdem sei ihm eine Abfindung von bis zu einem Jahresgehalt verweigert worden. Netflix reagierte laut Benzinga zunächst nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme. Auch öffentlich hat sich das Unternehmen zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert. (Redaktion)