Die nächste Zinserhöhung: EZB erhöht Leitzins auf 2,5 Prozent

Bei der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank wurde die Anhebung der Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent beschlossen.Die Europäische Zentralbank (EZB) hebt den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte vo...

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Die nächste Zinserhöhung: EZB erhöht Leitzins auf 2,5 Prozent

Bei der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank wurde die Anhebung der Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent beschlossen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hebt den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte von 2,25 auf 2,5 Prozent an. Das wurde bei der Sitzung des EZB-Rats in Berlin am Donnerstag beschlossen. Die Erhöhung der Leitzinsen als Reaktion auf die vom Iran-Konflikt angetriebene Teuerung im Euroraum von Experten und Märkten erwartet bzw. fest eingepreist worden.

Die Währungshüter um EZB-Chefin Christine Lagarde zogen die Zinszügel bereits im Juni an – es war die erste Leitzinsanhebung seit September 2023. Nun strafften sie den geldpolitischen Kurs erneut, da die Inflationsrate mit 3,3 Prozent deutlich über das Ziel von 2,0 Prozent hinausgeschossen war. Die im Zuge des Iran-Kriegs gestiegenen Rohöl- und Energiepreise haben die Teuerung nach oben getrieben. Der Ölpreis war Mitte der Woche wieder über die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar (86 Euro) je Barrel gesprungen.

Beim bisher gültigen Leitzins wäre es laut Notenbankern unwahrscheinlich gewesen, dass die Inflation mittelfristig auf das anvisierte Ziel zurückkehrt. Es wird wohl auch nicht die letzte Zinserhöhung gewesen sein: An den Terminmärkten stellt man sich darauf ein, dass eine weitere bereits im Dezember kommen wird.

„Entschlossenheit unterstrichen“

Der Beschluss vom Donnerstag unterstreiche die Entschlossenheit, die Geldpolitik so auszurichten, dass die Inflation auf mittlere Sicht beim Zielwert von zwei Prozent landet, teilt der EZB-Rat mit. Die EZB geht – unverändert – von einer durchschnittlichen Gesamtinflation in diesem Jahr von 3,0 Prozent aus. 2027 und 2028 soll die Teuerung etwas höher ausfallen als ursprünglich erwartet: 2,5 bzw. 2,1 Prozent. Das Wirtschaftswachstum soll von 0,9 Prozent heuer auf 1,4 (2027) bzw. 1,5 Prozent (2025) steigen.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde

© APA / Boris Roessler

EZB-Präsidentin Christine Lagarde

Hohe Risiken und Unsicherheit

Der Ausblick sei mit hoher Unsicherheit behaftet, betont der EZB-Rat, wobei die Risiken für die Inflation „aufwärtsgerichtet“ und die für das Wachstum „abwärtsgerichtet“ seien. Die EZB sieht sich aber „gut positioniert“, um die durch den Iran-Konflikt verursachte Unsicherheit bewältigen zu können. Einmal mehr betont der Rat, dass weitere Zinsbeschlüsse von der Datenlage und von Zinssitzung zu Zinssitzung erfolgen würden.