Nach tödlichen Gewalttaten: Trierer CDU fordert Videoüberwachung und Abschiebung
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Nach tödlichen Gewalttaten Trierer CDU fordert Videoüberwachung und Abschiebung
Trier · Nach zwei tödlichen Gewalttaten im Juli fordert die CDU-Basis mehr Kontrolle und nimmt ihre Stadtratsfraktion in die Pflicht. Was daraus für Trier folgen soll.
30.08.2026 , 12:59 Uhr
Werden Triers Straßen und Plätze künftig videoüberwacht? Das fordert die CDU (Symbolfoto).
Foto: dpa/Jan Woitas
Die CDU Trier-Stadt geht in der Sicherheits- und Migrationspolitik in die Offensive. Angesichts der „schweren Gewalttaten der vergangenen Monate“ nimmt der Kreisparteitag seine Stadtratsfraktion mit einem Beschlussantrag in die Pflicht. Das Ziel ist eine „entschlossene Antwort auf allen staatlichen Ebenen“, heißt es im Antrag mit dem Titel „Sicherheit stärken. Verantwortung übernehmen. Migration steuern“.
Die Christdemokraten fordern im am Samstag ohne Gegenstimme verabschiedeten Antrag eine Abkehr von bloßen Bekundungen: „Prävention, konsequente Gefahrenabwehr und die Durchsetzung des geltenden Rechts gehören dabei zusammen.“ Das hat auch Parteivorsitzende Franziska Lang in der Begründung des Antrags deutlich gemacht.
Tödliche Gewalttaten erschüttern Trier im Juli
Hintergrund des Vorstoßes ist eine beispiellose Welle der Gewalt, die die Stadt im Juli erschütterte: Am 15. Juli wurde der 22-jährige Student Marius Dick auf dem Petrisberg am helllichten Tag durch einen Messerangriff getötet.
Nur einen Tag später, am 16. Juli, starb eine 29-jährige Studentin in ihrer Wohnung in der Nordallee an zahlreichen Stichverletzungen, nachdem zwei Verdächtige sie mutmaßlich aus Habgier überfielen. Die Taten lösten in Trier und an der Universität Entsetzen aus.
CDU fordert Sicherheitsbericht für Trier
Weil für eine sachliche Diskussion derzeit eine „belastbare Datengrundlage“ fehle, fordert die CDU eine vollständige Bestandsaufnahme. Die CDU-Fraktion im Stadtrat Trier soll von der Stadtverwaltung und den zuständigen Landesbehörden einen umfassenden Bericht über die Entwicklung der Sicherheitslage in Trier für die vergangenen fünf Jahre einfordern. Zudem gibt es Forderungen an die CDU auf Landes- und auf Bundesebene.
Die CDU verlangt explizit Zahlen über die „Zahl und Entwicklung der Straftaten unter Verwendung oder Mitführung von Messern“. Aufschluss fordert die Partei auch beim Aufenthaltsstatus der Täter: Gefordert wird eine exakte Aufschlüsselung nach „Zahl und Anteil deutscher und nicht deutscher Tatverdächtiger“, inklusive der „Zahl der tatsächlich erfolgten Abschiebungen“ sowie der „gescheiterten oder abgebrochenen Abschiebungen und die wesentlichen Gründe hierfür“.
Videoüberwachung und Prävention in Trier
Aus den Daten will die Union eine „umfassendere Strategie für die Sicherheit im öffentlichen Raum“ ableiten, um „kriminalitätsbelastete Orte und sogenannte Angsträume“ zu beseitigen. Das Konzept setzt auf Kontrollen und Vorbeugung gleichermaßen: Einerseits fordert die Partei, Videokameras dort zu nutzen, wo dies „rechtlich zulässig, verhältnismäßig und aus polizeilicher Sicht geeignet ist“, sowie eine gestärkte „sichtbare Präsenz des Kommunalen Vollzugsdienstes“.
Andererseits will die CDU auch den Ursachen von Gewalt begegnen: Die Fraktion soll ein „kommunales Präventionskonzept gegen Messer- und schwere Gewalt“ durchsetzen, das Schulen, Jugendhilfe und die Trierer Hochschulen einbindet. Auch die Schnittstellen zum Sozialpsychiatrischen Dienst stehen auf dem Prüfstand, damit staatliche Stellen bei psychischen Krisen „schnell, abgestimmt und rechtssicher handeln können“.
Die Ergebnisse dieser Datenabfrage will die CDU im nächsten Schritt gemeinsam mit den zuständigen Stellen bewerten. Sie sollen als konkrete Basis für die weitere sicherheitspolitische Arbeit der Christdemokraten in Trier dienen.