Jens Spahn: Entschuldigung nach Leihmutterschaft – „Ich war zu feige“

KI-Stimme. InfoEs war eine private Entscheidung, die Jens Spahn schließlich sein politisches Amt kostete. Nachdem bekannt wurde, dass er und sein Ehemann Daniel Funke mittels Leihmutterschaft Väter wurden, war ...

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Jens Spahn: Entschuldigung nach Leihmutterschaft – „Ich war zu feige“

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Es war eine private Entscheidung, die Jens Spahn schließlich sein politisches Amt kostete. Nachdem bekannt wurde, dass er und sein Ehemann Daniel Funke mittels Leihmutterschaft Väter wurden, war das Entsetzen in der Partei groß. Am Ende verlor Spahn den Fraktionsvorsitz. „Ich war zu feige, bei diesem sensiblen Thema offen Farbe zu bekennen“, entschuldigt er sich in einem Brief bei den CDU-Mitgliedern seines Wahlkreises.

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Vor allem habe er durch den Widerspruch zwischen seiner früher öffentlich vertretenen Haltung und seiner persönlichen Entscheidung Vertrauen enttäuscht, schreibt Spahn an seine Parteifreunde in seinem Wahlkreis Steinfurt I/Borken I im Münsterland: „Dafür möchte ich Sie um Entschuldigung bitten.“

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Jens Spahn: „Wollte eine schwierige Debatte vermeiden“

In dem Brief, der unter anderem der dpa vorliegt, geht er auch auf seine Beweggründe ein: Mit seinem Mann habe er viele Jahre lang unterschiedliche Wege „erwogen, geprüft, verworfen und erneut betrachtet“, den gemeinsamen Wunsch, eine Familie zu gründen, zu erfüllen. In diesem Prozess habe sich seine eher skeptische Haltung einer Leihmutterschaft gegenüber verändert. Die konkreten Bedingungen dafür in den USA sowie die deutsche Rechtsprechung, die 2018 eine gerichtlich in den USA festgestellte Elternschaft nach Leihmutterschaft unter bestimmten Voraussetzungen mit deutschem Recht vereinbar gemacht hätten, seien dabei wichtig gewesen. 

„Aber ich habe es versäumt, diesen Abwägungsprozess rechtzeitig offenzulegen und meine veränderte Position zu erklären“, räumt er ein. „Ich wollte eine schwierige Debatte vermeiden, auch zum Schutz meiner werdenden Familie – und habe damit am Ende eine sehr viel schwierigere Debatte ausgelöst. Das war falsch. Ich bedaure das zutiefst.“

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Leihmutterschaft: Spahn behält Bundestagsmandat

Ende Juli hatte der 46-Jährige publik gemacht, dass er und sein Mann mit Hilfe einer Leihmutter in den USA ein Kind bekommen haben. Dies wurde auch in der Union kritisiert, weil Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und sich Spahns Partei klar gegen eine Legalisierung ausspricht. Er selbst hatte das in der Vergangenheit auch getan. 

Sein Bundestagsmandat behielt Spahn. Er wird nun Mitglied des Haushaltsausschusses. Er wolle als direkt gewählter Abgeordneter seines Wahlkreises weiterhin die Interessen seiner Heimat im Bundestag vertreten und dabei als neues Mitglied im Haushaltsausschuss inhaltlich an seine bisherige parlamentarische Arbeit anknüpfen, erklärte er nun in dem Brief. „Beide Aufgaben möchte ich mit voller Kraft wahrnehmen – in dem Bewusstsein, dass Vertrauen immer wieder neu erarbeitet werden muss.“

daw, dpa