Abgeschobene Familie darf zurück nach Halstenbek
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Schleswig-Holstein
Nach Abschiebe-Drama bei Hamburg: „Wollen einfach zurück nach Hause“
Im Januar 2026 war eine Mutter mit vier Kindern aus Halstenbek abgeschoben worden, nachdem sie sieben Jahre dort gelebt hatten. Freunde, deren Eltern, Lehrer und Trainer waren geschockt – und setzten alle Hebel in Bewegung, um die Familie zurückzuholen.
Gerechnet hatte damit kaum jemand. Geklappt hat es dennoch: Ende Januar war eine alleinerziehende Mutter mit ihren vier Kindern aus Halstenbek im Kreis Pinneberg abgeschoben worden. Sie konnten nicht einmal Sachen packen, geschweige denn sich von den Freunden verabschieden. Jetzt kehrt die iranisch-afghanische Familie zurück und bekommt das Bleiberecht.
Zu verdanken ist das Unterstützern, die seit Bekanntwerden der Abschiebung für die Familie gekämpft haben. Sieben Jahre lang hatte Yasamin Nazeri mit zwei Töchtern und zwei Söhnen in Halstenbek gewohnt. Die Kinder gingen allesamt zur Grund- und Gemeinschaftsschule an der Bek, sprechen Deutsch als zweite Muttersprache. Sie spielten Fußball im Verein, verabredeten sich mit Freunden, gehörten dazu. Die Älteste, 18, hatte schon einen Ausbildungsvertrag im Regio-Klinikum Pinneberg in der Tasche.
Aber weil sie sich damals auf ihrer Flucht zuerst in Athen in Griechenland gemeldet hatten, wurden sie dorthin abgeschoben. Am Mittwoch, 22. Juli, ging es von dort nun zurück nach Hamburg. „Die Familie wird eine Aufenthaltserlaubnis gemäß § 25 Abs. 2 AufenthG erhalten, da ihr die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt wurde“, erläutert Halstenbeks Integrationsbeauftragter Adham Shannan. „Dass Menschen, die abgeschoben wurden, wieder zurückkehren, ist ganz, ganz selten.“
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Zum neuen Schuljahr wieder zurück in Halstenbek
Die Familie wurde aufgrund des positiven Beschlusses des schleswig-holsteinischen Verwaltungsgerichts wieder ins deutsche Asylverfahren gelassen und erhält so nach sieben Jahren in Deutschland und sechs harten Monaten der Ungewissheit und Angst einen sicheren Aufenthalt in Deutschland.
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Vom Flughafen Hamburg geht es jetzt allerdings erst einmal nach Neumünster, dort werden endlich die nötigen Papiere ausgestellt. In etwa zwei Wochen können sie dann nach Halstenbek zurückkehren. Gerade noch rechtzeitig zum Beginn des neuen Schuljahres.
Happy End nach Abschiebung in Halstenbek hat viele Mitstreiter und Helfer
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„Ohne die Unterstützung aus Halstenbek, die zwei involvierten Anwälte in Hamburg und in Athen sowie diverse Menschenrechtsorganisationen wie unter anderem Pro Asyl und den Schleswig-Holsteinischen Flüchtlingsrat auf der einen und Refugee Support Aegan auf der anderen Seite wäre dies nicht gelungen“, stellt Salinia Stroux, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Partnerorganisation von Pro Asyl in Athen arbeitet und die Familie seit ihrer Ankunft in Griechenland begleitet hat, klar. Viele Menschen haben an diesem Halstenbeker Happy End ihren Anteil.
Kristina Winkler zum Beispiel hatte im Februar eine Spendenaktion für die Familie organisiert und seitdem in Halstenbek viele Fäden zusammengehalten. „Der Staat hat damals den Abschiebeflug bezahlt, die Rückreise blieb jedoch komplett an der Familie hängen. Dank Spenden konnten wir die Flugtickets, die Reisedokumente und die nötigen Papiere für die Familie finanzieren.“
Nun müsse noch einiges an Hab und Gut und Ausstattung neu beschafft werden, denn nach der abrupten Ausweisung und sechs Monaten in Griechenland komme die Familie mit fast nichts zurück. „Wir möchten Yasamin und den Kindern einen guten Start hier ermöglichen, und dafür wird weiterhin Unterstützung gebraucht.“
In Athen lebte die Familie ohne Papiere – und wäre fast auf der Straße gelandet
Spurlos sind die vergangenen Monate weder an den Kindern noch an der Mutter vorbeigegangen. In Griechenland blieb die Familie aufgrund der langen Bearbeitungszeit der Anträge auf Verlängerung ihrer Aufenthaltserlaubnisse bis zu ihrer Abreise ohne gültige Dokumente und damit auch ohne Zugang zu Hilfe, Schule, Krankenkasse. Die Kinder verpassten – neben einem halben Jahr Schule – wichtige Arztbesuche und Behandlungen. „Die griechischen Behörden konnten auch keine Unterkunft für die Familie finden. Ohne die Spendengelder, die ihre Halstenbeker Freunde sammelten, wären sie auf der Straße gelandet“, berichtet Stroux.
Familie Nazeri bald zurück in Halstenbek
Es gab keinen Alltag. Nur ein Abwarten und Hoffen von einem Tag zum nächsten. „Ich möchte mir nicht vorstellen, was uns passiert wäre ohne die Hilfe unserer Freunde in Halstenbek“, sagt Yasamin Nazeri dankbar. Jetzt seien alle froh, zurück zu sein, aber auch sehr erschöpft.
Sie blicken nach vorn. „Die Kinder haben sich schon zum Fußballspielen verabredet. Sie freuen sich auf ihre besten Freunde. Und auch auf normale Dinge wie Einkaufen gehen und dabei einfach Deutsch zu sprechen.“ In Griechenland sei es schwierig gewesen für sie und ganz besonders für die Kinder. „Jetzt wollen wir einfach nur zurück nach Hause und endlich anfangen, ganz normal zu leben.“ (Dieser Artikel erschien zuerst auf SHZ.de.)
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