"Mutiny": Hat es Jason Statham noch drauf?
Foto: 2026 Lionsgate Jason Statham kämpft in „Mutiny“ auf hoher See. Nach einem Leak landete der Film vorzeitig im Netz. Jetzt läuft er regulär in den Kinos, aber ist er auch sehenswert? Vielleicht hat man solc...
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Jason Statham kämpft in „Mutiny“ auf hoher See. Nach einem Leak landete der Film vorzeitig im Netz. Jetzt läuft er regulär in den Kinos, aber ist er auch sehenswert?
Vielleicht hat man solche Szenen ein paar Mal zu oft gesehen, aber so richtig will „Mutiny“ bis zum Schluss nicht zünden. Inzwischen gibt es eine ganze Riege an Filmen, die voll und ganz um Jason Statham konstruiert sind. Und davor kann man ja durchaus den Hut ziehen: Statham ist es nach seinen Anfängen bei Guy Ritchie gelungen, zu einer Ikone zu werden. Der Brite ist längst eine eigene Marke in der Filmindustrie.
Seine Action-Solofilme besitzen inzwischen etwas Ritualisiertes. Man muss eigentlich nur das Plakat sehen und man weiß, was einen erwartet. Da „Mutiny“ also ohnehin einem Konfektionsdenken entspringt, hat der Film einen Job: Er muss seinem Publikum Jason Statham in möglichst vielen spektakulären Stunts, in Schießereien und Prügeleien zeigen. Man will offensichtlich sehen, wie der Star einen Gegner nach dem anderen aus dem Weg räumt und dabei cool aussieht.
Aber leider scheitert der Film von Regisseur Jean-François Richet an seiner eigenen Formelhaftigkeit. Denn das ist eine große Kunst: Action wuchtig, mitreißend, kunstvoll aussehen zu lassen. Nur passiert dergleichen schlicht zu selten in „Mutiny“.

Darum geht es in „Mutiny“
Statham spielt hier einen ehemaligen Polizisten, der zu übermütig wurde und seinen Vater bei einem Rettungseinsatz verloren hat. Nun arbeitet er für einen reichen Geschäftsmann als Bodyguard. Er lebt in einer eigenen Blase. Sein Law-and-Order-Denken meint dabei auch, die Eigentums- und Geschäftsverhältnisse zu verteidigen. Problematisch ist für diesen Film nur die Kriminalität abseits der Selbstjustiz. Ansonsten ist er fest im Status quo verwurzelt.
Als der Boss von Cole Reed, so heißt Stathams Figur, nach einem geplanten Firmenverkauf ermordet wird, flüchtet der Kämpfer auf hohe See. Auf einem Frachtschiff taucht er unter. Vor Ort stellt er jedoch fest, dass das Schiff für den Menschenhandel benutzt wird. Und dann gilt es noch, das Attentat auf seinen wohlhabenden Chef aufzuklären. So knapp, so konfus lautet der Plot von „Mutiny“, aber wer interessiert sich bei einem solchen Action-Thriller schon für die Handlung?

Nur eine Action-Sequenz bleibt im Gedächtnis
Das Katz-und-Maus-Spiel auf und unter Deck ist anfangs noch recht atmosphärisch in Szene gesetzt, wenn man nachts im Dunkeln den Frachter erkundet, wenn man unheimliche Geräusche hört und spürt, dass dort etwas im Argen liegt. Nur will das Umherschleichen und Verstecken irgendwann kaum noch eine Ende nehmen. Hier und da fallen Schüsse. Man rangelt ein wenig, aber interessante Action geht anders! Dafür macht er auch aus seinem Raum und Schauplatz viel zu wenig.
Es gibt gegen Ende eine längere Kampfsequenz, die furios geglückt ist. Das Talent ist also theoretisch vorhanden! Da wird das Waffenarsenal geplündert. Man greift zur Pistole, zum Gewehr, zur Axt, zum Fischerhaken, zur Harpune. Zwischendurch verselbständigt sich die symbolische Bühne, auf der dieser Kampf ausgetragen wird.
Hätte „Mutiny“ diese Waghalsigkeit, diese brutale Intensität und Spannung auf den Rest des Films ausgeweitet, wäre hier ein echtes Actionfilm-Highlight herausgekommen. So bleibt vor allem der Eindruck, eine genau kalkulierte, aber einfallslose und müde Routine-Nummer gesehen zu haben, die ihren wenigen Pflichtübungen wenig Aufregendes abzuringen weiß. Jason Statham taugt immer noch zum charismatischen, schlagfertigen Action-Star, aber er lässt sich zu oft in halbgaren Filmen verheizen.
„Mutiny“ läuft seit dem 27. August 2026 in den deutschen Kinos.