Max Verstappen: "Am Anfang haben alle gesagt, ich würde nur meckern ..."

(Motorsport-Total.com) - Nach dem Rennwochenende in Spa-Francorchamps und insbesondere den deutlichen Worten von Oscar Piastri dominiert ein Thema den Medien-Donnerstag in Budapest: das Energiemanagement, genau...

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Max Verstappen: "Am Anfang haben alle gesagt, ich würde nur meckern ..."

(Motorsport-Total.com) - Nach dem Rennwochenende in Spa-Francorchamps und insbesondere den deutlichen Worten von Oscar Piastri dominiert ein Thema den Medien-Donnerstag in Budapest: das Energiemanagement, genauer gesagt die selbstlernenden Aspekte der Antriebseinheit für 2026.

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Max Verstappen hat die Probleme schon früh vorausgesehen Zoom

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Piastri nannte es "beschissen", dass Fahrer von vorausschauenden Algorithmen kalt erwischt werden können, die sich auf Basis gelernter Daten im Laufe der Zeit anpassen. Das bedeutet, dass extrem kleine Unterschiede beim Fahrer-Input das Energiemanagement im späteren Verlauf der Runde beeinflussen können. Dasselbe gilt jedoch auch für Faktoren, die völlig außerhalb der Kontrolle des Fahrers liegen - wie etwa Änderungen der Windrichtung oder des Grip-Niveaus.

Verstappen möchte das Reglement nicht jede Woche kritisieren und sagte in Belgien sogar, dass bestimmte Personen außerhalb des Pressekonferenzraums ihn "erschießen" könnten, wenn er so weitermache. Es klang, als hätte man versucht, Verstappen einen Maulkorb zu verpassen, doch in Ungarn stellte er die Bemerkung klar: "Nein, das war nur ein Scherz von mir."

Verstappen glaubt jedoch tatsächlich, dass seine Kritik vor einigen Jahren nicht ernst genommen wurde, nun aber immer mehr Menschen beginnen zu verstehen, was an den Regularien für 2026 falsch ist.

"Ich sage schon seit langer Zeit offen meine Meinung zu diesem Reglement. Am Anfang sagten die meisten Leute: 'Ach, er meckert doch nur, er sollte einfach die Klappe halten'. Aber ich muss sagen, dass in den letzten paar Rennen immer mehr Leute genau das sehen, was ich schon vor langer Zeit habe kommen sehen."

"Und es geht nicht darum, dass ich nicht mehr gewinne, sondern schlichtweg darum, dass mir das Gesamtprodukt am Herzen liegt", betont er.

Wie dieses Produkt wahrgenommen wird, hängt laut Verstappen auch vom jeweiligen Fan-Typ ab. Gelegenheitsfans mögen das Racing vielleicht genießen, wer jedoch die Hintergründe versteht, sieht das anders.

"Wenn die Leute mich natürlich ständig danach fragen, wird es vielleicht nicht immer gerne gesehen. Aber ich sage einfach ehrlich meine Meinung, weil man bestimmte Dinge eben kommen sieht", so der Red-Bull-Pilot.

"Manchmal sagen die Leute: 'Ja, aber das war doch ein tolles Rennen'. Und dann sage ich: 'Ja, aber die Art und Weise, wie wir Rennen fahren, ist nicht wirklich realistisch'. Und dann kommt man auf manche Strecken und fährt für Formel-1-Verhältnisse mit nicht gerade viel PS. Das ist schon ein wenig schmerzhaft, und genau das habe ich seit Jahren kommen sehen."

Werden die schnellsten Fahrer im Feld 2026 bestraft?

Verstappen glaubt, dass die schnellsten Fahrer im Feld nicht mehr in der Lage sind, den Unterschied zu machen: "Nun, es liegt einfach an deinem Gaspedal-Input. Wenn man in der Kurve manchmal schneller ist, verliert man danach auf der Geraden mehr - was natürlich nicht so sein sollte, wie es sein müsste."

"Ich meine, in jeder Form von Rennserie gilt: Wenn man in der Kurve Zeit gewinnt, ist das einfach geschenkte Rundenzeit. Normalerweise wird man dafür auf der Geraden nicht bestraft. Heutzutage muss man aber wirklich darüber nachdenken: 'Oh, ich muss einen anderen Gang nutzen, eine andere Brems-Technik anwenden oder die Art und Weise anpassen, wie ich aufs Gas gehe'."

Laut Verstappen ist das auch genau der Grund, warum viele Teamkollegen in diesem Jahr so eng beieinander liegen und warum die schnellsten Fahrer ihr Talent nicht mehr voll ausspielen können.


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"Im Grunde neutralisiert es einfach extrem viel Rundenzeit. Ich schätze, genau deshalb sieht man generell so viele enge Duelle zwischen den Teams und auch zwischen Teamkollegen - weil man manchmal schlicht keinen Unterschied machen kann. Man darf gar keinen Unterschied machen, weil man dafür auf der nächsten Geraden direkt bestraft wird."

Auf dem Hungaroring sollte dies ein weitaus geringerer Faktor sein als noch in Silverstone und Spa, da die Strecke nahe Budapest als energiereich gilt.

Dennoch ändert das für Verstappen nichts am grundlegenden Gesamtbild, auch was das Überholen betrifft. Der Niederländer gewann die Auszeichnung für das Formel-1-Überholmanöver des Monats für sein Manöver gegen Lewis Hamilton in Österreich.

Verstappen: So macht ihm Überholen keinen Spaß

Als Verstappen auf dem Podium gefragt wurde, wie ihm dieses Manöver gelungen sei, grinst er: "Ich habe meinen Boost-Knopf gedrückt und hatte plötzlich etwas mehr PS als Lewis."

Die Formel 1 schnitt diesen Teil aus ihren eigenen Social-Media-Kanälen heraus, doch laut Verstappen bringt es auf den Punkt, wie das Überholen im Jahr 2026 funktioniert.

"Es ist völlig anders. Es macht mir nicht wirklich viel Spaß. Manchmal ist es ehrlich gesagt sehr amüsant, wenn man sieht, wie die Leute vor einem kämpfen und dabei ihre Batterie aufbrauchen - und man fährt, indem man eigentlich gar nichts tut, einfach an ihnen vorbei. Man zieht auf der nächsten Geraden an ihnen vorbei, indem man buchstäblich nichts macht."


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"So sollte es also definitiv nicht sein. Auch dass diese Flügel überall öffnen, reduziert den Luftwiderstand beim Hinterherfahren enorm. Das hat natürlich seine offensichtlichen Gründe, aber ich ziehe es vor, mich an jemanden heranzusaugen und dann vielleicht auf der Bremse oder wie auch immer zum Überholen anzusetzen."

"Jetzt wird das Überholmanöver manchmal mitten auf der Geraden vollzogen, das ist schon etwas merkwürdig. Das Problem ist natürlich, dass echte Rennsportfans das verstehen. Die Nicht-Rennsportfans finden es cool, weil man einfach mehr Überholmanöver sieht - aber es ist nicht echt. Es ist nicht das, worum es im Rennsport geht."