Marktbericht: DAX muss sich auf hohem Niveau behaupten
Der DAX muss sich in der neuen Woche behaupten. Dabei blicken Anleger auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank. Außerdem dürfte Investoren die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt beschäftigen.
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Marktbericht
Ölpreise, Wahl und EZB DAX muss sich auf hohem Niveau behaupten
Stand: 07.09.2026 • 07:27 Uhr
Der DAX muss sich in der neuen Woche behaupten. Dabei blicken Anleger auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank. Außerdem dürfte Investoren die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt beschäftigen.
Nach dem Sprung zurück über die 26.000-Punkte-Marke muss sich der deutsche Leitindex in der neuen Woche behaupten. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex zur Stunde mit 0,1 Prozent leicht im Minus - aber über 26.000 Punkten.
Ölpreise steigen wieder
Dabei dürfte in dieser Woche erneut der Energiemarkt eine entscheidende Rolle spielen: Die Stimmung der Anleger hing zuletzt vor allem an der Entwicklung der Ölpreise. Sie waren auch am Morgen wieder gestiegen, die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 96,93 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,7 Prozent fester bei 92,14 Dollar.
Ein Grund ist die Ankündigung Teherans, in den kommenden Tagen eine Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus einzurichten. Bereits zuvor war der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus auf den niedrigsten Stand seit Mai eingebrochen. In den vergangenen zehn Tagen passierten im Durchschnitt nur noch zehn Frachtschiffe pro Tag die Meerenge, wie aus Daten des Analyseunternehmens Kpler hervorgeht.
Keine Entlastung bringt da auch die Bekanntgabe des Ölförderverbands Opec+, dass die Staaten ihre Produktionsziele im Oktober nicht weiter anheben wollen. Seit dem vorigen Herbst hatten die Mitgliedsländer ihre Förderziele in monatlichen Schritten angehoben, um eine Kürzung aus dem Jahr 2023 rückgängig zu machen. Doch die Produktion blieb wegen des Iran-Kriegs und der Blockade der Öltransportroute durch die Straße von Hormus hinter den vereinbarten Mengen zurück, wie Daten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) in Wien zeigen.
Vor EZB-Zinssitzung
Die inflationären Impulse in Folge der hohen Ölpreise schüren am Markt die Erwartung, dass die Zentralbanken die Zinsen weiter anheben könnten. Highlight der Woche dürfte die Zinssitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag sein. "Eine Zinserhöhung der EZB um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent ist inzwischen weitgehend Konsens", stellte Edgar Walk, Chefvolkswirt von Metzler Asset Management, fest. Spannender sei die Frage, was danach kommt.
Noch interessanter ist für die Anleger die nächste Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche. Ein erster Indikator dafür dürften die am Freitag anstehenden US-Inflationsdaten sein. Sie werden zum entscheidenden Wegweiser für die weitere Zinsentwicklung in den USA, unterstrich Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets.
Was folgt aus der Wahl?
Zusätzlich zur großen geopolitischen Bühne im Iran-Krieg dürfte die Anleger außerdem die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt beschäftigen. Dort strebt die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund nach ihrem starken Abschneiden bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an die Regierung, für eine Alleinregierung reicht es laut Hochrechnungen von ARD und ZDF aber nicht.
Aus Investorensicht würde es dann problematisch werden, wenn Zweifel an der europäischen Einbindung, der fiskalischen Verlässlichkeit, der Offenheit für internationale Fachkräfte oder der Kontinuität der Energie- und Industriepolitik entstünden. "Gerade Sachsen-Anhalt, das auf neue Investitionen und qualifizierte Beschäftigte angewiesen ist, kann sich solche Zweifel nur schwer leisten", so Martin Lück, Chef-Kapitalmarktstratege des Vermögensverwalters Franklin Templeton.
Chip-Rally treibt Nikkei deutlich ins Plus
An den asiatischen Aktienmärkte haben starker Vorgaben aus dem US-Technologiesektor und robuster US-Arbeitsmarktdaten am Morgen für Unterstützung gesorgt. In Tokio legte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 2,2 Prozent auf 66.460 Punkte zu, die Börse Shanghai blieb dagegen fast unverändert bei 3.928 Stellen.
Zu den Gewinnern in Japan zählten die Chipausrüster Advantest und Tokyo Electron, die um jeweils mehr als vier Prozent nach oben sprangen. "Da US-Finanzminister Scott Bessent anscheinend die Anleiherenditen dämpft und den Fall des Yen stoppt, ist die Volatilität am Markt gesunken", sagte Mamoru Shimode, Chefstratege bei Resona Asset Management. "Das hat es Aktienanlegern erleichtert, in den Risk-on-Modus zu wechseln."
Heute kein US-Handel
Heute dürfen Anleger aber nicht auf Vorgaben aus den USA hoffen, am Montag findet in den USA wegen Labor Day feiertagsbedingt kein Handel statt. Zuvor hatte ein robuster US-Arbeitsmarktbericht zum Wochenschluss die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen in diesem Monat anhebt. Der US-Standardwerteindex Dow Jones hatte sich am Freitag mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 53.414 Punkten aus dem Handel verabschiedet.