Nur fünf abgeschoben, 152 wurden kriminell: Kölns Ausländerbehörde steckt tief im Abschiebe-Chaos
StartseitePolitikKölner Abschiebe-Skandal spitzt sich zu: Fast jeder dritte Gelistete beging neue Straftaten – 568 FälleStand: 25.08.2026, 22:16 UhrKommentareUns auf Google folgen152 ausreisepflichtige Migrante...
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Kölner Abschiebe-Skandal spitzt sich zu: Fast jeder dritte Gelistete beging neue Straftaten – 568 Fälle
Stand: 25.08.2026, 22:16 Uhr
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152 ausreisepflichtige Migranten begingen 568 Straftaten seit 2024. Kölns Ausländerbehörde ignorierte ein Hilfsangebot zur Abschiebung.
Köln – Die Kölner Ausländerbehörde steht wegen ihres Umgangs mit ausreisepflichtigen Asylbewerbern unter massivem Druck. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger unter Berufung auf nordrhein-westfälische Sicherheitskreise berichtet, hat fast jeder dritte der abgelehnten Asylbewerber aus dem Westbalkan, die auf der sogenannten Coesfelder Liste geführt werden, seither Straftaten begangen: 152 der 471 ausreisepflichtigen Migranten haben seit Herbst 2024 insgesamt 568 Straftaten verübt. Wie viele der Betroffenen bereits vor dem Erstellen der Liste straffällig wurden, ist unklar.

Kölner Ausländerbehörde unter Druck: 152 Migranten auf Coesfelder Liste haben Straftaten begangen
Die Coesfelder Liste geht auf eine Initiative des nordrhein-westfälischen Flucht- und Integrationsministeriums zurück. Auslöser war laut einem Ministeriumssprecher, dass „die Anmeldungen für die Sammelchartermaßnahmen in den Westbalkan zurückgingen“, was „im Widerspruch zu der weiterhin hohen Zahl der Ausreisepflichtigen“ gestanden habe, wie ntv berichtet. Im November 2024 bot die Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) mit Sitz in Coesfeld dem Kölner Ausländeramt daraufhin an, für die gelisteten Personen Passersatzpapiere für die Abschiebung zu beschaffen.
Das Angebot blieb weitgehend unbeantwortet. Die einzige Rückmeldung kam aus der Abteilung, die für das Kölner Bleiberechtsprogramm zuständig ist, und fiel ablehnend aus: Man wolle die Kandidaten in das Programm integrieren, Sozialberater aus Nichtregierungsorganisationen kümmerten sich bereits, Passersatzpapiere würden nicht benötigt. Die übrigen Abteilungen der Kölner Ausländerbehörde, darunter auch das Rückkehrmanagement, antworteten nicht und baten auch nicht um Unterstützung.
Nur fünf Personen von Coesfelder Liste bisher ausgereist – 218 weitere im Bleiberechtsprogramm
Aufgrund von bestehenden Abschiebehindernissen sind bisher lediglich fünf Personen von der Coesfelder Liste ausgereist. 218 der rund 500 Gelisteten befinden sich stattdessen im städtischen Bleiberechtsprogramm, das seit 2018 besteht und Langzeitgeduldeten gemeinsam mit Beratungsstellen wie dem Kölner Flüchtlingsrat zu einem gesicherten Aufenthaltstitel verhelfen soll, wie ntv weiter berichtet. Die Kölner Polizei hat die Straftaten der Betroffenen inzwischen einzeln aufgeschlüsselt und als sogenannte FI-Meldung an das NRW-Innenministerium in Düsseldorf übermittelt, wie der WDR schreibt.
Kölns Stadtdirektorin Dörte Diemert, die mit der Untersuchung des Vorgangs beauftragt wurde, sprach von einer „unglücklichen und missverständlichen Kommunikation“ gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger. Sie bestritt jedoch, dass die zuständigen Abteilungen untätig geblieben seien: „Die Prüfung der Einzelfälle läuft und wird zeigen, ob es weiteren Verbesserungs- und Nachsteuerungsbedarf gibt.“ Der CDU-Fraktionsvize im Düsseldorfer Landtag, Gregor Golland, sieht dagegen ein grundsätzlicheres Problem: „Die Kölner Stadtverwaltung hat ganz offenbar ein strukturelles Problem. Die Kommunalaufsicht muss eingeschaltet werden“, sagte er gegenüber dem WDR. (Quellen: Kölner Stadt-Anzeiger/ntv/WDR) (sischr)