Klein-Offroader günstig: Kompakter Jeep Avenger präsentiert sich in neuem Look

Mit seinem gelungenen Design positioniert sich der Jeep Avenger seit 2023 erfolgreich im Segment der kleinen SUV. Dass er nicht gerade wie ein Kleinwagen wirkt, hat ihn zu einer interessanten Alternative im Markt werden lassen. Zeit für ein Facelift.

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Klein-Offroader günstig: Kompakter Jeep Avenger präsentiert sich in neuem Look

Klein-Offroader günstigKompakter Jeep Avenger präsentiert sich in neuem Look

11.09.2026, 07:45 Uhr

imageVon Markus Hauf, Wiesbaden

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Behutsam, aber effizient könnte man das Facelift am Jeep Avenger nennen. Eine dezente Hintergrundbeleuchtung am typischen Seven-Slot-Frontgrill verrät das neue Modelljahr 2027. (Foto: Jeep)

Mit seinem gelungenen Design positioniert sich der Jeep Avenger seit 2023 erfolgreich im Segment der kleinen SUV. Dass er nicht gerade wie ein Kleinwagen wirkt, hat ihn zu einer interessanten Alternative im Markt werden lassen. Zeit für ein Facelift.

Der Avenger hat der Marke Jeep in Deutschland dieses Jahr den Allerwertesten gerettet. Von Januar bis Juli 2026 weist die Neuzulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes 4389 Avenger von 6841 insgesamt verkauften Jeep-Fahrzeugen aus - das sind 64 Prozent. Nur 1726 Käufer entschieden sich für den größeren Compass, der gerade seinen Nachfolger bekam, während der einstige Profitbringer Grand Cherokee mit nur sechs (!) Neuzulassungen vollkommen in der Versenkung verschwunden ist.

Ganz offensichtlich hat das Label seinen Plug-in-Hybridantrieb am Kundenwunsch vorbei installiert. Der sehr betagte Renegade brachte es noch auf 59 Verkäufe, der kultige Marken-Leuchtturm Wrangler immerhin auf tapfere 661.

Der Statistik ist zu entnehmen, dass es nicht der vollelektrische Avenger ist, der die Kunden erobert, denn nur 730 von ihnen ließen sich dieses Jahr bisher zu einem batterieelektrischen Fahrzeug bewegen. Einer der Gründe für die Kaufzurückhaltung könnte der arg hohe Preis sein, der um 12.000 Euro über dem des Basis-Benziners liegt. Der ebenfalls zu teure 4xe Hybrid überzeugte trotz Vierradantrieb dank zweitem E-Motor an der Hinterachse auch nur 649 Kunden.

Wer einen Avenger mit Vierradantrieb wählt, bekommt unweigerlich ein Auspuff-Endrohr. Den vollelektrischen Avenger gibt es nur mit Vorderradantrieb. (Foto: Jeep)

Die Interessenten können mit der Zwangskopplung des Vierradantriebs an den Benzin-Hybrid und an die hochpreisigen Modellversionen von "Upland" aufwärts offenbar nicht viel anfangen. So kommt es, dass der mit 3017 Verkäufen unumstrittene Liebling im Avenger-Programm der ebenso preiswerte wie harmonische eHybrid mit Vorderradantrieb ist.

Eindeutiger Antriebsfavorit

Und das vollkommen zu Recht. Denn die insgesamt 110 PS starke Kombination aus 1,2 Liter großem Turbo-Benzin-Dreizylindermotor mit einem 29 PS starken Elektromotor, Sechsgang-Automatikgetriebe (Doppelkupplung) sowie 48-V-Lithium-Ionen-Batterie mit 0,9 kWh überzeugt rundum. Laut Hersteller kann der Avenger bis zu einem Kilometer bei Geschwindigkeiten bis zu 30 km/h rein elektrisch fahren. Tatsächlich sind bis zu 55 km/h möglich, sobald der Avenger einmal in Bewegung ist und kein Beschleunigungswunsch oder eine leichte Steigung Unterstützung durch den Verbrenner anfordern.

Die bauartbedingte Anfahrschwäche des Turbo-Dreizylinders gleichen die variable Turbinengeometrie und vor allem der Elektromotor aus. Da der Benzinmotor bis in höhere Drehzahlen hinein zurückhaltend klingt, macht der Antrieb so viel Spaß, wie die Optik des Avenger verspricht. Bei bewusster Fahrweise mit ausgiebiger Rekuperationsnutzung und tatkräftiger Unterstützung des Elektromotors legt der Avenger eHybrid 100 Kilometer Stadtverkehr mit etwa vier Litern Benzin zurück. Auf Langstrecke, die in dem angenehm komfortabel gefederten Kompakten selbst für vier nicht zu große Erwachsene überhaupt kein Problem ist, dürfen es etwa drei Liter mehr sein, weil der E-Motor dann kaum noch helfen kann. Und ordentlich zusammengebaut ist der Avenger auch, denn er rollt aus dem Stellantis-Werk im polnischen Tychy. Er ist übrigens das einzige Jeep-Modell, das es in der Markenheimat USA nicht zu kaufen gibt.

Auch das kleinste aller Jeep-Modelle hat Talent für Ausflüge abseits befestigter Wege, vor allem natürlich mit 4xe Vierradantrieb. Der Böschungswinkel kann je nach Gelände etwas knapp ausfallen. (Foto: Jeep)

Nachdem geklärt wäre, welcher der vier bestellbaren Antriebe (drei davon mit dem 1,2 Liter Turbo-Dreizylinder als Herzstück) das mit Abstand beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, sei ein Blick auf die Modifikationen geworfen. Gutes lässt sich nur schwierig verbessern. Schließlich gilt der Avenger als kleines Meisterwerk des italienischen Jeep-Europa-Designchefs Daniele Calonacci sowie seines Turiner Teams.

Dennoch ist es gelungen, ein paar attraktive neue Akzente aufzusetzen. Von vorn fällt sofort die LED-Hintergrundbeleuchtung für den oberen Teil des markentypischen "Seven-Slot"-Frontgrills auf, die eine optische Verbindung zwischen den Tagfahrleuchten herstellt. Zusammen mit den ebenfalls neuen LED-Matrixscheinwerfern bleibt der illuminierte Grill den hochpreisigen Versionen vorbehalten. Sie hören auf die Namen "Summit", "Upland", "Overland" und - jetzt neu zum 85. Jubiläum der Marke Jeep - "85th Anniversary". Gleiches gilt für die neue Frontkamera, mit der die bisherige 180-Grad-Drohnensicht der Einparkhilfe im zentralen Display zur 360-Grad-Aufsicht avanciert. Allen Versionen kommt immerhin die optische Kosmetik an den Scheinwerfereinfassungen und der umlaufenden Kunststoffbeplankung zugute.

Innenraum jetzt wertiger

Aufgewertet wurde auch der Innenraum. Der war bisher potenziell das einzige optische Krisengebiet des Avenger. Nicht vom Design her zwar, denn das sah schon ansprechend aus. Aber die bislang verwendeten Materialien und Oberflächen zeigten deutlich, wo der Rotstift keine Gnade für Designer und Kunden kannte. Nun sind zumindest die Türverkleidungen mit einem etwas weicheren, leicht unterfütterten Material samt Ziernähten bezogen, ebenso der untere Teil des Armaturenbretts.

Türverkleidungen und der untere Teil des Armaturenbretts sind jetzt mit unterfüttertem Bezug und Ziernähten aufgewertet, was die Atmosphäre an Bord etwas wohnlicher macht. (Foto: Jeep)

Für einen Farbklecks im erfreulich unaufgeregten Innenraum sorgt eine neue Gestaltung des Fahrmodus-Auswahlschalters. Der ist jetzt deutlich größer und mit einer Einfassung in dunkelroter Metalloptik absolut unübersehbar geworden.

Die oberen drei der insgesamt sechs Ausstattungsversionen sind kombinierbar mit vier angetriebenen Rädern. Die Vorderräder versorgt die schon bekannte eHybrid-Kombination aus Turbo-Dreizylinder und Elektromotor. Die hinteren Räder dreht ein Zwilling des vorderen E-Motors. Zusammen liefern die drei Maschinen eine Systemleistung von 145 PS. Die Einstiegsversion des 4xe kostet 34.300 Euro.

Hübsches Detail und einziger Farbklecks im ansonsten angenehm unaufgeregten Avenger-Interieur ist der jetzt in Rotmetallic gehaltene Schalter für das Fahrmodus-System "Selec Terrain". (Foto: Jeep)

Allen Avenger gemeinsam sind die relevanten Offroad-Werte. Beim 4xe sind sie identisch mit den vorderradgetriebenen Modellen. Den Unterschied macht lediglich die Radgröße aus. Der Avenger profitiert im Wesentlichen von seinen kurzen Karosserie-Überhängen, besonders hinten. Jeep gibt für die Böschungswinkel vorn bis zu 22 und hinten bis zu bemerkenswerten 35 Grad an, für den Rampenwinkel bis zu guten 21 Grad. Die Bodenfreiheit soll bis zu 210 Millimeter betragen, die Wattiefe bis zu 400 Millimeter.

Serienmäßig ist eine Bergabfahrhilfe an Bord, die an steilen Gefällestrecken automatisch die gewählte Geschwindigkeit hält. Das Fahrmodus-System "Selec Terrain" hält Einstellungen passend zu verschiedenen Untergrundqualitäten bereit. Das alles zusammen reicht für den Ausflug abseits befestigter Wege. Der Avenger 4xe kann offroad mehr, als sich die meisten seiner Fahrer zutrauen und als es die montierte Straßenbereifung erlaubt. Den allermeisten wird es ohnehin reichen, zu wissen, dass man könnte, wenn man wollte.

Fahrkomfort und Platzangebot

Sämtliche Avenger gefallen mit einem Fahrwerk, das Komfort und Stabilität oberhalb des üblichen Kleinwagenstandards bietet. Die Abstimmung ist ein gelungener Kompromiss aus Komfort und Handling. Die Abrollgeräusche halten sich in Grenzen, und es bedarf schon übler Unebenheiten, um das Wohlbefinden an Bord zu stören. Dazu passt, dass auch der Antriebslärm hintergründig bleibt.

Der Avenger ist dennoch ein kleines Auto, Wunder im Innenraum sollten nicht erwartet werden. Vorn ist das Raumgefühl ungetrübt, auf der Rücksitzbank sind zwei Kinder sehr gut untergebracht. Zwei Erwachsene sollten aber kaum größer als 1,80 Meter und möglichst nicht von der langbeinigen Sorte sein, um Reisen als angenehm zu empfinden. Das Gepäckraumvolumen ist mit 380 Litern eher knapp bemessen, allerdings dank verstellbarem Ladeboden und asymmetrisch geteilt klappbarer Rücksitzlehne recht gut nutzbar.

Unter dem Strich kann man sagen, dass Design, Fahrkomfort, Antrieb und eine schon von der Grundversion an gute Ausstattung den Jeep Avenger empfehlenswert machen. Alle wichtigen Assistenzsysteme, Klimaanlage, LED-Scheinwerfer mit Fernlichtautomatik, kabelloses Apple CarPlay/Android Auto, Leichtmetallräder sowie Tempomat sind immer an Bord. Auch deshalb, weil mit dem Facelift der Innenraum aufgewertet wurde. Wer ein bisschen mehr Geld ausgeben möchte, ist mit der neuen Edition "85th Anniversary" gut bedient (ab 30.400 Euro). Vor allem auch deshalb, weil das die preiswerteste Methode ist, an die neuen Technik-Funktionen wie LED-Matrixscheinwerfer und die Frontkamera für die 360-Grad-Drohnenansicht zu kommen. Währenddessen schlägt der Basis-Avenger mit verhältnismäßig günstigen 26.600 Euro zu Buche.

Quelle: ntv.de