Kinetismus bis Red Flags: Diese Ausstellungen sollten Sie nicht verpassen
Vorschau Kinetismus bis Red Flags: Diese Ausstellungen sollten Sie nicht verpassen Der Herbst beginnt und damit eröffnen zahlreiche neue Ausstellungen. Ein kleiner Überblick quer durch Österreich Ka...
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Vorschau
Kinetismus bis Red Flags: Diese Ausstellungen sollten Sie nicht verpassen
Der Herbst beginnt und damit eröffnen zahlreiche neue Ausstellungen. Ein kleiner Überblick quer durch Österreich
Katharina Rustler
Bevor die meisten Ausstellungen in den Museen eröffnen, haben traditionellerweise die Galerien ihren Auftritt: Wie gewohnt startet der Kunstherbst in Österreich Anfang September mit den Kunstmessen – dieses Mal findet neben der sich zur stabilen Größe entwickelten Parallel Vienna am Otto-Wagner-Areal (9. bis 13.9.) auch ein neues Format statt. Nachdem die Vienna Contemporary ihr Ende bekanntgab, wollen einige heimische Galerien eine eigene Kunstmesse auf die Beine stellen. Die Astoria Artshow (10. bis 13.9.) wird zeitgleich zu Parallel und dem Galerienfestival Curated By (11.9. bis 17.10.) in der Astoria-Garage in 1080 Wien stattfinden.
In der Woche darauf geht es in den Museen los, wobei bekannte Namen am Programm stehen: Die Albertina stellt in einer großangelegten Schau zwei Malerei-Giganten des 20. Jahrhunderts, Francis Bacon und Pablo Picasso (18.9. bis 31.1.2027), einander gegenüber und beleuchtet ihre Gemeinsamkeiten. Wie schon das ganze Jahr setzt das Untere Belvedere auch in seiner Herbstausstellung weiterhin konsequent auf eine weibliche Position und widmet der österreichisch-amerikanischen Künstlerin Erika Giovanna Klien (18.9. bis 31.1.2027), bekannt als Vertreterin des Wiener Kinetismus, eine umfassende Personale.
Weiblich und nonbinär
Sieht man sich die Ausstellungsprogramme für September und Oktober an, fällt generell die Präsenz von Künstlerinnen auf. Das Museum für angewandte Kunst (Mak) stellt die ukrainische Malerin Kateryna Lysovenko (16.9. bis 18.10.) als aufstrebende zeitgenössische Position vor. Im Kunsthaus Graz wird die wichtige österreichische Künstlerin Eva Schlegel (23.10. bis 29.3.2027) und ihr vielseitiges Werk gewürdigt. Und das Francisco Carolinum in Linz lädt die estnische Künstlerin Kris Lemsalu (23.10. bis Februar 2027) zu einem Dialog mit Werken aus der Sammlung des oberösterreichischen Landesmuseums ein.
Im Kunsthaus Bregenz stellt indes die in New York lebende Künstlerin Torkwase Dyson (17.10. bis 24.1.2027) vor, die in ihren großformatigen Werken hinterfragt, wie "Schwarze Körper Raum wahrnehmen, gestalten, durchqueren, indem sie die durch Kolonialismus und Ideologien geprägten Strukturen ablehnen". Und im Fotoarsenal Wien wird mit Zanele Muholi (19.9. bis 10.1.2027) eine international bekannte Stimme der Fotografie präsentiert. Muholi gilt als nonbinär und setzt sich als "visual activist" seit mehr als 20 Jahren der Sichtbarmachung Schwarzer lesbischer, schwuler, bisexueller, transgeschlechtlicher, queerer und intergeschlechtlicher Menschen in Südafrika und weltweit ein.
Farblich abgestimmt
Das Wien Museum startet mit einer Modeausstellung in die Saison und holt in Farbenspiel (1.10. bis 18.3.2027) rund 350 Kleidungsstücke aus vier Jahrhunderten aus der Sammlung und sortiert sie neu – und nach Farbe. Streng reglementierte Mode aus dem 18. Jahrhundert steht hier neben Secondhand- und Luxuskleidung von heute.
Als wichtiger Fixtermin gilt natürlich auch der jährlich stattfindende Steirische Herbst in Graz (24.9. bis 18.10.), der diesmal unter dem Thema Red Flags läuft. Neben Kabarett, Performances, Theater und Diskussionen widmet sich das politische Kunstfestival auch in der großen Gruppenausstellung "Kulturkämpfen und echten Kriegen", wie es heißt. Sie wird in einem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert am Griesplatz abgehalten, in dem bis zuletzt ein folkloristisches Schnitzellokal beheimatet war. (Katharina Rustler, 29.8.2026)
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