Hochansteckende Krankheit: Menschen in Niedersachsen und Bremen durch Hasenpest infiziert

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Hochansteckende Krankheit: Menschen in Niedersachsen und Bremen durch Hasenpest infiziert

Stand: 24.07.2026, 06:04 Uhr

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Links ein Feldhase, rechts ein Tropf auf einem Krankenhausflur

Die Hasenpest grassiert weiter in Niedersachsen. Einige Tiere sind in diesem Jahr bereits infiziert worden – und auch Fälle beim Menschen wurden nachgewiesen. © Malin Wunderlich/Fabian Sommer/dpa

Die hochansteckende Hasenpest hat Menschen in Niedersachsen und Bremen infiziert. Aktuelle Zahlen zeigen die Ausbreitung der Krankheit im Norden.

Sie ist hochansteckend und kann auf andere Tiere und sogar auf andere Menschen übertragen werden. Die Tularämie – oder auch Hasenpest – ist in Niedersachsen ausgebrochen. Veterinär- und Gesundheitsämter haben in der Vergangenheit bereits davor gewarnt. Doch die Krankheit grassiert noch immer, wie aktuelle Zahlen belegen. Und auch Menschen in Niedersachsen und Bremen sind bereits krank geworden.

Die Tularämie gehört zu den Zoonosen – Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Der Erreger befällt vor allem Feldhasen und Nagetiere wie Mäuse und Ratten, kann aber auch Haustiere infizieren. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bislang nicht bekannt. Doch Menschen können durchaus sehr krank werden. Und das Ansteckungsrisiko ist nicht gerade klein, belegen RKI-Daten.

Neue Fallzahlen: Die Hasenpest in Niedersachsen steckt Menschen in Niedersachsen und Bremen an

Denn laut dem Survstat des Robert Koch-Instituts wurden 2025 bundesweit 224 Infektionen bei Menschen nachgewiesen. Insgesamt sechs davon fallen auf die Bundesländer Niedersachsen und Bremen. Im laufenden Jahr 2026 gab es (Stand: 21. April) 33 registrierte Tularämie-Fälle beim Menschen – drei davon in Niedersachsen und Bremen.

Die Ansteckung erfolgt meist durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Kadavern. Auch der Verzehr von kontaminiertem Fleisch oder Wasser, Insektenstiche sowie das Einatmen von erregerhaltigem Staub können zur Infektion führen. Besonders gefährdet sind Jäger, Waldarbeiter und Hundebesitzer.

Tularämie im Norden: Diese Hasenpest-Symptome sind typisch bei einer Ansteckung beim Menschen

Beim Menschen äußert sich die hochansteckende Tularämie zunächst grippeähnlich: hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden. Es können schlecht heilende Geschwüre entstehen. Die Inkubationszeit beträgt laut RKI in der Regel drei bis fünf Tage, kann aber auch bis zu 14 Tage dauern. Die Symptome im Überblick:

  • Erbrechen, Atemnot, Durchfall
  • Unspezifische, grippeähnliche Symptome mit hohem Fieber
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Schmerzhafte Lymphknotenschwellungen
  • Schlecht heilende Hautwunden

Ohne antibiotische Behandlung kann die Infektion lebensbedrohlich werden. „Bei rechtzeitiger, adäquater Therapie treten jedoch nur selten Todesfälle auf“, erklärt das RKI. Betroffene sollten bei Verdacht sofort einen Arzt aufsuchen und auf möglichen Kontakt zu Wildtieren hinweisen.

Hasenpest in Niedersachsen: Auch in diesem Jahr bereits infizierte Tiere nachgewiesen

Doch wie sieht es mit Fallzahlen bei der Wildtierpopulation aus? Im Wildtierkompetenzzentrum des LAVES Lebensmittel- und Veterinärinstituts (LVI) Braunschweig/Hannover werden routinemäßig eingesandte Hasen auf den Erreger der Tularämie untersucht. Auf Nachfrage von kreizeitung.de heißt es, dass im Jahr 2025 insgesamt 295 Feldhasen aus dem Bundesland unter die Lupe genommen wurden. Das Ergebnis: 43 Tiere wiesen das Bakterium Francisella tularensis subspecies holarctica auf – den Erreger der hochansteckenden Hasenpest. Seit Jahresbeginn 2026 wurden bereits vier weitere infizierte Feldhasen – bei 23 Untersuchungen – nachgewiesen.

Die offiziellen Zahlen geben allerdings nur einen Ausschnitt der Realität wieder. Das LAVES betont, dass die Untersuchungsergebnisse nicht die tatsächliche Verbreitung in der Population widerspiegeln. „Da das LVI zumeist nur krank erlegte Tiere oder Fallwild zur Untersuchung erhält, […] können wir keine verbindlichen Aussagen zur Verbreitung der Krankheit machen“, heißt es aus dem Institut. Die Fallzahlen würden stark von den Einsendungen abhängen.