Handball Champions League: MT Melsungen besteht die Feuertaufe bravourös
Das Kribbeln war schon Tage zuvor im Umfeld zu spüren. Doch im ersten Champions-League-Spiel der Vereinsgeschichte war beim Team der MT Melsungen keine Nervosität zu spüren. Und am Ende lobte sogar der Gegner.
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Auftaktsieg in der Champions League Melsungen besteht die Feuertaufe bravourös
Das Kribbeln war schon Tage zuvor im Umfeld zu spüren. Doch im ersten Champions-League-Spiel der Vereinsgeschichte war beim Team der MT Melsungen keine Nervosität zu spüren. Und am Ende lobte sogar der Gegner.
Nebojsa Simic war mit seinen Paraden einer der Sieg-Garanten bei der MT Melsungen. Bild © Imago / Eibner
Johannes Golla von der MT Melsungen (r) im Duell mit Skopjes Kristijan Anastasovski. Bild © imago/Eibner
Die MT Melsungen hat am Donnerstagabend unbekanntes Terrain betreten und ist dabei zu keinem Zeitpunkt ins Stolpern geraten. Gleich beim ersten Auftritt in der Champions League überzeugten die nordhessischen Handballer und feierten einen 33:31-Sieg gegen Vardar Skopje. Ein starker Start in die Gruppenphase mit insgesamt sechs Spielen, an deren Ende bestenfalls die Qualifikation für die Zwischenrunde stehen soll.
Von Beginn an hohes Tempo
Die 2.437 Zuschauer in der Kasseler Rothenbach-Halle bekamen vom Anpfiff weg höchstes Handball-Niveau geboten. Zehn Treffer in zehn Minuten, dazu eine 6:4-Führung für die Gastgeber - der Anfang war gemacht. Doch die Melsunger konnten sich in der Folge nicht weiter absetzen und mussten wachsam bleiben. "Das war ein schweres Spiel, ein hartes Spiel gegen einen guten Gegner", analysierte Rückraumspieler Reynir Thor Stefansson nach der Partie. "Aber auf diesem Niveau wussten wir, dass es gegen Vardar nicht einfach wird."
Umso wichtiger war es, den Vorsprung in die Halbzeit zu retten. Torhüter Nebojsa Simic erwies sich hierbei - wie in den vergangenen Monaten regelmäßig - als der unverzichtbare Rückhalt. Mit zwei Paraden kurz vor der Pausensirene hielt er sein Team in Front (16:15) und sorgte für das gewünscht gute Gefühl in der Kabine.
Feuerwerk nach der Pause
Und aus der kam die MT furios zurück aufs Feld. Sechs Minuten nach Wiederbeginn warfen die Nordhessen innerhalb von 123 Sekunden fünf Treffer, und es stand plötzlich 25:20. Der gegnerische Trainer Ivan Cupic, 2019 unter dem heutigen MT-Coach Roberto García Parrondo mit Skopje Champions-League-Sieger, tobte. Die Ansprache schien zu wirken. Auch mit den vielen nordmazedonischen Fans im Rücken kam Vardar Skopje wieder ran, zehn Minuten vor Schluss stand es nur noch 28:27. "Das ist Champions League", sagte Parrondo anschließend. "Alle Mannschaften sind sehr gut, und es ist nicht einfach zu gewinnen."
Gelang aber trotzdem. Simic glänzte erneut mit zwei Paraden, Stefansson, Dainis Kristopans und Florian Drosten erhöhten auf 31:27, Melsungen war endgültig auf der Siegerstraße und brachte den Vorsprung ins Ziel. Auch mit Unterstützung der eigenen Anhänger. "Danke an die Fans, das war heute ein besonderer Abend", sagte Stefansson in Richtung des Publikums. Selbst Cupic zeigte sich beeindruckt: "Die Stimmung war großartig, und das führte zum verdienten Sieg für Melsungen."
Einer von sechs nötigen Schritten
Dem erklärten Ziel, in die Zwischenrunde der Champions League zu gelangen, sind die Nordhessen mit diesem Auftaktsieg nun den ersten Schritt näher gekommen. "Das war aber nur das erste Spiel", warnte Parrondo mit Blick auf die fünf weiteren Partien. "Wir brauchen viele weitere solcher Leistungen, damit wir in der nächsten Phase dabei sind." Dazu müsste man die Vorrunde auf einem der beiden ersten Plätze in der Vierer-Gruppe beenden.
Die nächste Aufgabe steht direkt am kommenden Donnerstag (17.) an. Dann geht die Reise der MT nach Polen zu Orlen Wisla Plock, dem vermeintlich schwächsten Gegner in dieser Runde. Überheblich werden die Melsunger dieses Spiel mit Sicherheit nicht angehen. Aber eine große Portion Selbstbewusstsein haben sie sich bei ihrer Premiere in der höchsten europäischen Spielklasse allemal geholt.